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Angetestet: Walkman-Handy mit 5-Megapixel-Kamera

Sony Ericsson W902 bietet jede Menge Musik- und Kamerafunktionen. Sony Ericsson hat eine weitere Abwandlung eines Walkman-Handys vorgestellt. Golem.de konnte sich das W902 schon einmal ansehen – lange bevor es in den Handel kommt.
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Jüngst wurde das Walkman-Handy drei Jahre alt. Inzwischen gibt es laut Sony Ericsson 25 verschiedene Walkman-Handys. Eine neue Variante ist das W902, das neben dem Musikplayer eine 5-Megapixel-Kamera zu bieten hat. Damit passt das Handy für alle, die gern Musik hören, mit den bisherigen Walkman-Kameras aber eher unzufrieden waren.

Das Mobiltelefon ist mit 110 x 49 x 12 mm recht flach, wirkt aber zugleich sehr in die Länge gezogen. Das tut dem Komfort jedoch keinen Abbruch – es liegt mit seinen rund 100 Gramm gut in der Hand und lässt sich schnell bedienen. Die Tasten sind groß genug und reagieren präzise auf jeden Druck, so dass auch Schnelltipper und Grobmotoriker damit klarkommen. Auch das Steuerrad unterhalb des Displays führt auf sanften Druck sofort jeden Befehl aus. Etwas fummelig wird es jedoch mit den Schnellzugriffen links und rechts daneben – die sind eher für Barbie-Hände gebaut.

Eine Besonderheit sind die Playertasten: Normalerweise sitzen sie auf der Vorderseite des Walkman-Handys. Beim W902 sind die Tasten zur Bedienung des Walkman-Players auf die rechte Seite gerutscht, wo sie nicht stören und trotzdem gut zu erreichen sind. Alternativ lässt sich das W902 auch mit einem lockeren Schütteln des Handgelenks bedienen – Sony Ericsson hat das sogenannte Shake Control nämlich auch beim W902 integriert.

Bedient wird der Player über die Software Walkman-Player 3.0. Sie bietet viele Möglichkeiten, Songs verschiedentlich zu sortieren, zu bewerten und abzuspielen. Der Klang kann sich hören lassen. Das kann unter anderem daran liegen, dass Sony Ericsson noch mal Hand an die Bässe gelegt und die Soundsoftware überarbeitet hat, so dass die Bässe viel Tiefe und Volumen bringen. Zudem ist ein UKW-Radio mit RDS-Unterstützung vorhanden. Mittels Bluetooth-Profil A2DP kann Musik in Stereo drahtlos übertragen werden.

Ein anderes Kaufargument für das W902 ist die integrierte 5-Megapixel-Kamera. Sie bietet zahlreiche Einstellmöglichkeiten wie Porträt-, Landschafts- oder Sportmodus, die den jeweiligen Modus noch mit einem passenden Bild untermalen. Ferner bringt die Kamera einen Dokumentenmodus zum Ablichten von Fahrplänen oder Textseiten. Der Dokumentenmodus stellt auf nah vor der Kamera befindliche Texte scharf, es handelt sich dabei um eine Art Makromodus mit einem Mindestabstand von etwa 15 cm. Für Blumenfotografie oder Ähnliches ist eine echte Makrofunktion integriert, mit der der Nutzer scharfe Bilder schießt, auch wenn der Abstand zwischen Handykamera und Motiv weniger als 15 cm beträgt.

Die Farben wirken weniger kontrastreich als beim Motorola Motozine MZ5 und dadurch sehr viel natürlicher. Im Dokumentenmodus zeigt die Kamera jedoch Schwächen: Details auf größeren Farbflächen werden nicht herausgearbeitet. Die rötliche Farbe auf dem Testbild darf nicht weiter irritieren: Sie ist aufgrund der Raumausleuchtung entstanden. Panoramafotos gelingen gut, auch wenn sie nicht den Kamerakomfort des Motorola-Gerätes erreichen: Bei Sony Ericsson muss der Nutzer für jedes Bild einzeln auslösen und dabei die durchs Drücken verursachte Erschütterung in Kauf nehmen, Motorola schießt das zweite und das dritte Foto eines Panoramas automatisch.

Weiteres Manko des W902: Die Linse der 5-Megapixel-Kamera auf der Rückseite des Gerätes wird nicht durch eine Schutzklappe vor Dreck und Kratzern geschützt. Sämtliche Musik- und Bilddaten lassen sich kaum auf dem internen Speicher ablegen, der gerade mal 25 MByte fasst. Zum Lieferumfang gehört immerhin ein Memory Stick Micro mit einer Kapazität von 8 GByte. Allerdings ist damit der Speicherkartensteckplatz auch gleich belegt.

Das Menü entspricht dem Sony-Ericsson-Standard. Alle Menüpunkte finden sich somit da, wo man sie vermutet. Wie gewohnt kann der Nutzer die vier Richtungen des Steuerrades unter dem Display mit einem Schnellzugriff belegen. Zudem gibt es eine weitere Sammelschnellzugriffstaste, die bis zu acht Funktionen anzeigt, wenn man sie drückt. Damit gelangt der Nutzer mit einem weiteren Klick direkt in diese Funktionen, etwa neue E-Mails anzeigen oder Bluetooth aktivieren oder deaktivieren. Schön ist, dass der Nutzer selbst die tiefsten Ebenen des Menüs verknüpfen kann.

Im Menü finden sich unter anderem auch ortsbezogene Dienste und ein Logbuch, das Bewegungen von A nach B nach C speichert, wenn es aktiviert ist. Da das Handy jedoch keinen GPS-Empfänger enthält, wird diese Funktion wohl nicht sonderlich exakt arbeiten. Sie beruht auf der Ortung durch die Funkzellen. Wer also sein Auto auf einem Großparkplatz abgestellt hat, wird es mit dem Logbuch wahrscheinlich nicht wiederfinden.

Etwas versteckt im Menü findet sich der Programmpunkt TV. Allerdings verbirgt sich dahinter nicht der Zugriff auf einen DVB-T- oder DVB-H-Empfänger. Einen solchen besitzt das Sony Ericsson W902 nicht. Es lassen sich lediglich TV-Streams per HSDPA oder UMTS empfangen.

Das Display ist mit 2,2 Zoll Bilddiagonale mittelmäßig groß. Inhalte zeigt es gestochen scharf an – mit bis zu 262.144 Farben bei einer Auflösung von 240 x 320 Pixeln. Das UMTS-Handy unterstützt ferner die vier GSM-Netze 850, 900, 1.800 sowie 1.900 MHz und beherrscht GPRS, EDGE sowie HSDPA mit bis zu 3,6 MBit/s. WLAN ist nicht integriert, Bluetooth ist aber vorhanden. Als weitere Ausstattung bietet das Mobiltelefon einen Organizer, Java sowie den HTML-Browser NetFront von Access, der auch News-Feeds verwaltet.

Mit einer Akkuladung verspricht Sony Ericsson eine Sprechdauer von 4 Stunden im UMTS-Netz sowie 9 Stunden im GSM-Betrieb. In beiden Netzen soll der Akku rund 15 Tage im Bereitschaftsmodus durchhalten. Bei ausgeschaltetem Mobilfunk kann der Nutzer 25 Stunden am Stück der Musik lauschen. Das gilt, wenn eine moderate Lautstärke gewählt wird, sonst ist der Akku schneller leer. Zudem sollen sich 2,5 Stunden Videotelefonate führen lassen.

Das W902 soll im vierten Quartal 2008 für 499 Euro auf den Markt kommen. Der Preis gilt ohne Abschluss eines Mobilfunkvertrages.

Fazit:
Für 500 Euro kann man eine ganze Menge erwarten. Und das W902 enttäuscht hier nicht. Das Handy kommt mit einem gut bedienbaren Musikplayer, bringt satten Klang und Hobbyfotografen können mit der 5-Megapixel-Kamera ganz anständige Schnappschüsse machen. Allerdings darf man dann beim Auslösen keine Spitzengeschwindigkeiten erwarten, die Kamera arbeitet träge. Schade, dass WLAN und GPS fehlen – damit ließen sich die Foto- und Bloggingfunktionen noch mehr ausreizen.

Insgesamt ist das Handy für Multimediafreunde geeignet, die eine gute Kamera und einen guten Musikplayer in ihrem Handy haben wollen. Eine Alternative wäre das Nokia N95 , das ebenfalls mit 5-Megapixel-Kamera und Multimediafunktionen ausgerüstet ist. Zusätzlich bietet es auch WLAN und verfügt über einen GPS-Empfänger.


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