Zum Hauptinhalt Zur Navigation

FCC-Mitglied gegen staatliche Einmischung im Internet

Robert McDowell erklärt, weshalb er gegen eine Verurteilung Comcasts ist. Die FCC (Federal Communication Commission) wird voraussichtlich am 1. August 2008 Sanktionen gegen den Provider Comcast verhängen. Dafür hat sich die Mehrheit der Kommissionsmitglieder ausgesprochen. Robert McDowell ist gegen die Verurteilung. In der Tageszeitung Washington Post erklärt er, warum er staatliche Eingriffe ins Internet ablehnt.
/ Werner Pluta
11 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

"Unsere Internetwirtschaft ist die stärkste auf der Welt. Das ist sie aber nicht aufgrund von Regierungserlassen geworden, sondern weil alle Beteiligten auf ein gemeinsames Ziel hingearbeitet haben" , beschrieb Robert McDowell in einem Beitrag in der Washington Post(öffnet im neuen Fenster) seinen Widerstand gegen eine Verurteilung Comcasts und damit gegen eine staatliche Einmischung in die Entwicklung des Internets.

Das Internet sei zwar von der Regierung initiiert worden, habe sich dann aber schnell von aller Regulierung befreit – offensichtlich mit großem Erfolg: "Das Internet ist gediehen, weil es nach dem Prinzip funktioniert, dass technische Probleme von Technikern und nicht von Politikern oder Bürokraten gelöst werden."

Auch im vorliegenden Fall habe sich dieses Prinzip bereits als erfolgreich erwiesen: Trotz der verhärteten Fronten einigten sich Comcast und BitTorrent im März 2008 darauf, Fragen zur Verbreitung multimedialer Inhalte im Internet und zum Trafficmanagement zu klären – untereinander und ohne staatliche Stellen. Eine Behörde wie die FCC sei ohnehin nicht in der Lage, mit einer angemessenen Geschwindigkeit Entscheidungen über ein Medium zu fällen, das sich so rasend schnell wie das Internet entwickele.

McDowell glaubt, dass staatliche Eingriffe dem Internet sogar schaden. Im Extremfall, so das FCC-Mitglied, schaffe jede neu gewählte Regierung neue Regeln. "In so einem Klima würde das Internet zum völligen Stillstand kommen" , warnte er.

Wenn sich mehrere Parteien einmal wirklich nicht einigen könnten, dann könne die Regierung immer noch einspringen und den Streit durch eine Entscheidung beilegen. Aber dieser Fall, so McDowell, sei bisher noch nie eingetreten. "Was wir jetzt tun oder nicht tun, wird die Netze von morgen bestimmen. Bleiben wir bei dem, was funktioniert, und fördern Zusammenarbeit statt Regulierung" , appellierte McDowell.


Relevante Themen