Apple-Chef dementiert Bericht über neue Erkrankung
Im August 2004 hatte die vermeintliche Diagnose Pankreaskrebs für den Apple-Chef einen Schock ausgelöst. Der Krebsexperte und Oberarzt Thomas Armbrust vom Tumorzentrum am Uniklinikum Göttingen klärte darüber auf, dass das von Jobs beschriebenen Krankheitsbild nicht im eigentlichen Sinne Bauchspeicheldrüsenkrebs sei, sondern ein Sarkom (bösartiger Tumor), das im gesamten Magen- und Darmbereich auftreten könne. Das Krebsgeschwür wachse sehr langsam, und lasse sich bei früher Erkennung ganz entfernen. Zudem bestünden gute Chancen, dass es nicht mehr auftritt, so der Oberarzt weiter. Die Diagnose "Pankreaskrebs" bedeutet dagegen für den Erkrankten eine mittlere Überlebenszeit von nur einem halben Jahr.
Im Vorfeld der Bekanntgabe der Quartalszahlen Apples, am 21. Juli 2008, waren durch die Boulevardzeitung New York Post(öffnet im neuen Fenster) erstmals wieder Gerüchte über eine Verschlechterung des Gesundheitszustands von Jobs aufgekommen. Er hatte bei seinen letzten öffentlichen Auftritten abgemagert und kränklich gewirkt. Eine Frage des Lehman Brothers-Analysten Ben Reitzes bei der Telefonkonferenz zum Quartalsbericht beantworteten Apple nur ausweichend. "Jobs liebt Apple und er hat nicht vor, Apple zu verlassen. Seine Gesundheit ist seine Privatangelegenheit" , so Finanzchef Peter Oppenheimer .
"Steve leidet nur unter einem gewöhnlichen Infekt" , hieß es später von einem Firmensprecher. Auch hartnäckige weitere Anfragen dazu hatte Apple gebetsmühlenartig mit immer wieder der gleichen Aussage beantwortet: "Steve Jobs Gesundheit ist seine Privatangelegenheit."
Ein anderer Journalist der New York Times will danach herausgefunden haben, dass Jobs sich im Jahr 2008 wegen erneuter Verdauungsprobleme einer weiteren Operation unterziehen musste. Dazu kam ein Infekt, der ihn kurz vor der Apple Worldwide Developers Conference (WWDC) im Juni 2008 heimsuchte.
Doch die Beharrlichkeit von Nocera wurde schließlich belohnt. "Hallo hier spricht Steve Jobs" , meldete er sich überraschend(öffnet im neuen Fenster) an dessen Telefon. "Sie halten mich für einen arroganten (...), der denkt, dass er über dem Gesetz steht. Und ich halte sie für einen Schleimkübel, dessen Quellen meist nichts taugen" , eröffnete Jobs launisch das Gespräch. Nur unter der Versicherung, nicht zitiert zu werden, äußerte er sich dann zu seinem Gesundheitszustand. "Nichts was er sagte, widersprach meinen bisherigen Informationen" , legt Nocera dar. Jobs Gewichtsverlust sei aber durch "einiges mehr, als einen gewöhnlichen Infekt" verursacht worden. Weder aber war die Erkrankung Jobs lebensbedrohlich, noch sei der Krebs erneut ausgebrochen.



