Gericht untersagt T-Mobile Werbeslogan für iPhone-Tarif

T-Mobile warb mit unbegrenzter Internetnutzung, sperrte aber einzelne Dienste

Das Hamburger Landgericht hat dem Mobilfunkanbieter T-Mobile verboten, die iPhone-Complete-Tarife weiter damit zu werben, dass Nutzer einen Internetzugang mit unbegrenzter Datenflatrate bekämen. Entgegen dieser Ankündigung schränkt T-Mobile die Internetnutzung über das iPhone ein. Dagegen klagte der VoIP-Anbieter Sipgate und hatte Erfolg.

Artikel veröffentlicht am ,

Grund für die Klage war, dass T-Mobile im Internet damit warb, die iPhone-Complete-Tarife umfassen "freien Internetzugang mit unbegrenzter Datenflatrate". Tatsächlich schränkt der Mobilfunkanbieter jedoch die Internetnutzung im Kleingedruckten ein, indem er bestimmte Dienste sperrt. So ist es iPhone-Besitzern nicht gestattet, Instant Messenger oder VoIP-Applikationen über das T-Mobile-Netz zu verwenden. Auch verbietet das Kleingedruckte eine VPN-Nutzung, worüber eine sichere Internetverbindung beispielsweise in ein Unternehmensnetz aufgebaut wird.

Ferner verlangsamt T-Mobile die Bandbreite des mobilen Internetnetzugangs, wenn eine von T-Mobile festgelegte Datenmenge überschritten wird. Das geschehe laut Sipgate "schon bei einer vergleichsweise geringen Nutzung des Zugangs". Angebote wie Videostreaming oder Internetradios seien laut Sipgate deshalb kaum nutzbar.

Bei solchen Einschränkungen könne von einem freien Internetzugang nicht die Rede sein, argumentierte Sipgate. Das Hamburger Landgericht schloss sich dieser Auffassung an und untersagte es T-Mobile, weiterhin mit diesem Slogan zu werben (Aktenzeichen 315 O 360/08). Bei Zuwiderhandlung droht T-Mobile ein Ordnungsgeld in Höhe von bis zu 250.000 Euro sowie bis zu zwei zwei Jahren Ordnungshaft.

Sipgate dürfte sich besonders daran stören, dass T-Mobile das Telefonieren über das Internet (VoIP) vom iPhone aus verbietet: Das Unternehmen bietet seit Juni 2008 eine VoIP-Software für das iPhone an. Voraussetzung für die Nutzung der Software ist allerdings, dass auf dem iPhone der so genannte Installer verfügbar ist. Darin sah T-Mobile eine Aufforderung zum Hacken des iPhones und mahnte Indigo Networks ab, das Unternehmen hinter Sipgate.

Wegen den Nutzungsbedingungen der Complete-Tarife für das iPhone herrscht derzeit viel Verwirrung: Vor genau einem Monat hatte T-Mobile auf Nachfrage ausdrücklich zugesichert, dass Besitzer des iPhone 3G zumindest die darin enthaltenen VPN-Funktionen ohne Einschränkungen verwenden dürfen. Die Passage im Kleingedruckten der Complete-Tarife wäre damit hinfällig. Allerdings hat T-Mobile auch mehr als vier Wochen nach dieser Aussage die betreffende Textpassage nicht aktualisiert und der Kunde hat nun das Problem, ob er sich an die schriftlich niedergelegten Nutzungsbedingungen oder die Aussagen eines T-Mobile-Pressesprechers hält.

Gleiches gilt für T-Mobile-Kunden, die zwar eine Complete-SIM-Karte, aber kein iPhone 3G erhalten haben. Ein T-Mobile-Sprecher beteuerte, dass die betreffende SIM-Karte in anderen Mobiltelefonen verwendet werden darf. Das Kleingedruckte der Complete-Tarife wurde eine knappe Woche nach dieser Aussage nicht korrigiert. Denn demnach ist die Nutzung der Complete-SIM-Karte in anderen Mobiltelefonen außer dem iPhone verboten.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


iSchon 30. Jul 2008

!!!MUTMASSUNGEN!!! Also direkt über das iPhone wird das sich kaum realisieren lassen...

JUUi 29. Jul 2008

Kalsse...... DANKE sipgate!!!!!!!!!!! Ich wusste doch warum ich zu euch komme ;) Jetzt...

The_Strip 29. Jul 2008

Ist dieses Ordnungsgeld nicht pro Verstoss zu bezahlen?

Rainer Tsuphal 29. Jul 2008

Aber die Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiter wird auf die Haftstrafe angerechnet.



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Energiewende
Deutsche Stromnetze im Dornröschenschlaf

IT ist der Game Changer der Energiewende - nur nicht in Deutschland.
Eine Analyse von Gerd Mischler

Energiewende: Deutsche Stromnetze im Dornröschenschlaf
Artikel
  1. Disney+, Netflix und Prime Video: Das goldene Streamingzeitalter wird zum silbernen
    Disney+, Netflix und Prime Video
    Das goldene Streamingzeitalter wird zum silbernen

    Das aktuelle Jahr hat viele Umbrüche im Streamingmarkt erlebt - und nächstes Jahr geht es weiter. Das wird negative Auswirkungen für Anbieter und Kunden haben.
    Eine Analyse von Ingo Pakalski

  2. Zu einfach: Sony patentiert dynamisch angepasste Schwierigkeitsgrade
    Zu einfach
    Sony patentiert dynamisch angepasste Schwierigkeitsgrade

    Geschwindigkeit, Spawn-Rate und mehr: Sony hat eine besonders komplexe Anpassung von Schwierigkeitsgraden patentiert.

  3. Aufkauf der Restaktien: Silver Lake will die Software AG vollends übernehmen
    Aufkauf der Restaktien
    Silver Lake will die Software AG vollends übernehmen

    Das Angebot des Investors für die restlichen Anteile liegt vor. Die Software AG trennt sich derweil von zwei Produkten.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Last-Minute-Angebote bei Amazon • Avatar & The Crew Motorfest bis -50% • Xbox Series X 399€ • Cherry MX Board 3.0 S 49,95€ • Crucial MX500 2 TB 110,90€ • AVM FRITZ!Box 7590 AX + FRITZ!DECT 500 219€ [Werbung]
    •  /