Spieletest: Guitar Hero On Tour - Rocken unterwegs
Per Aufsteckmodul wird das Nintendo DS zur virtuellen Luftgitarre aufgemotzt. One, two, three, four – Activision hat sein Guitar Hero unter dem Titel "On Tour" für das Nintendo DS umgesetzt. Ausgestattet mit der Zusatz-Hardware am Handheld hat sich Golem.de von versifften U-Bahnhöfen an die Chartspitze getestet.
Ein Aufsteckmodul verwandelt den Nintendo DS in eine virtuelle Gitarre: Das kleine Plastikding mit vier bunten Knöpfen kommt in den GBA-Modulschacht des Handheld. Dann noch rasch das Spiel selbst in den hinteren DS-Eingang, und schon kann der Spieler rocken. Guitar Hero On Tour ist die mobile Variante des Überraschungserfolges Guitar Hero , mit dem das mittlerweile von Activision übernommene Entwicklerstudio Red Octane seit 2005 die Spieleszene, und Activision-Blizzard demnächst womöglich die Musikbranche aufmischt .
Wer Guitar Hero kennt, kommt auch mit On Tour sofort zurecht – der fehlende fünfte Knopf vereinfacht das Ganze sogar etwas. Der Spieler hält seine zusammenmontierte Kombi aus DS und Aufsteckmodul in der Hand. Auf dem linken, hochkant verwendeten Bildschirm laufen die Gitarrensaiten wie ein Fließband auf den Rockhelden zu. Farbliche Markierungen zeigen an, welcher der vier Knöpfe wann und wie lange zu drücken ist. Gleichzeitig muss der DS-Musikus mit der anderen Hand auf dem Touchscreen-Bildschirm – der eine Gitarre zeigt – mit einem mitgelieferten Mini-Plektrum (der DS-Stift funktioniert ebenfalls) kurz die virtuelle Seite mit einem Schwenk anreißen, oder bei längeren Tremolo wild hin- und herkratzen.
Ziel im Einzelspieler-Karrieremodus ist es, mit möglichst perfekter Spielweise Punkte zu sammeln. Man beginnt als armer U-Bahn-Schrammler und erobert langsam neue Bühnen, beherrscht neue Musikstücke und Instrumente. Um in kurzer Zeit die doppelte Punktzahl einzufahren, muss der Spieler in bestimmten Momenten den "Starpower"-Modus aktivieren, indem er entweder "Rock'n'Roll" ins Mikrophon des DS brüllt, oder eine der Tasten drückt – was erstens langweiliger und zweitens auch schwieriger ist, weil man eigentlich keine freie Hand dafür hat.
Der Karrieremodus bietet zusätzlich noch ein paar kurze Tutorials, außerdem können Klampfenhelden in der "Gitarrenschlacht" gegen Gitarristen aus dem Spiel antreten. Wer von beiden beim Publikum besser ankommt, ist jeweils in Echtzeit während der Musik auf einer kleinen Skala zu erkennen. Im Multiplayermodus können zwei Spieler antreten, von denen jeder einen eigenen DS und ein eigenes Guitar Hero On Tour benötigt. Dann lassen sich die Instrumente drahtlos zur Mini-Band zusammenschalten. Entweder treten die beiden gegeneinander an, oder einer übernimmt die Rhythmus-, der andere die Bassgitarre.
Das Programm liefert 25 Musikstücke von Bands wie Nirvana, Bloc Party, No Doubt mit. Auch zwei deutsche Vertreter sind sind dabei, nämlich die Beatsteaks und Tokio Hotel. Der Sound über die DS-Lautsprecher klingt kläglich, mit Kopfhörern ist es besser, aber zum echten Hifi-Erlebnis fehlt noch ein Stück. Grafisch gibt sich das Programm unauffällig. Meist sind Menüs zu sehen, in denen leicht überzeichnete Comic-Gitarren oder -Gitarristen zu sehen sind. Während der Auftritte spielt dann eine leicht animierte 3D-Band im Hintergrund.
Guitar Hero On Tour ist nur auf Nintendo DS erhältlich und kostet rund 30 Euro; alle relevanten Menü- und Anleitungstexte sind übersetzt. Die USK hat das Programm ohne Altersbeschränkung freigegeben.
Fazit: Leider tut Guitar Hero ganz schön weh – die Mini-DS-Gitarre ist nämlich alles andere als ergonomisch zu bedienen, zumal das Aufsteckmodul relativ leicht aus dem GBA-Schacht rutscht. Wer damit klarkommt, bekommt allerdings eine sehr saubere Umsetzung für unterwegs. Die Bedienung mit den vier Tasten und dem Touchpad-Plektrum klappt tadellos, und die Musik ist zumindest für Fans rockiger Klänge mit wenigen Ausrutschern gut ausgesucht. Vor allem der Multiplayermodus macht richtig Spaß.