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Angetestet: Motozine ZN5 von Motorola mit 5-Megapixel-Kamera

Handy mit 5-Megapixel-Kamera kommt im September 2008. Motorola will das Motozine ZN5 Ende September 2008 nach Deutschland bringen. Das Handy ist mit einer 5-Megapixel-Kamera ausgestattet, die Kameratechnik kommt von Kodak. Golem.de hat einen Protoypen genauer unter die Lupe genommen.
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Während Sony Ericsson, Nokia, LG und Samsung schon länger Fotohandys mit hochauflösender Kamera im Angebot haben, hat Motorola den Trend lange verschlafen. Nun hat die Motorolaeigene Marktforschung ergeben, dass 48 Prozent aller Handykäufer eine Kamera in ihrem Handy erwarten und man hat eiligst nachgezogen.

Die 5-Megapixel-Kamera im Motozine ZN5 ist mit einer Linse von Carl Zeiss ausgestattet und verfügt über einen Autofokus. Sie wurde in Kooperation mit Kodak entwickelt und bringt unter anderem eine Panoramafunktion, die der Konkurrenz einen kleinen Schritt voraus ist. Der Nutzer muss nur bei der ersten Teilaufnahme des Panoramas auf den Auslöser drücken. Beim zweiten und beim dritten Bild löst die Kamera selbstständig aus.

Bei vergleichbaren Modellen von Sony Ericsson oder Nokia muss der Anwender für jedes Einzelbild in dem Panorama erneut auf den Auslöser drücken und damit Erschütterungen beim Auslösen in Kauf nehmen. Dies fällt beim Motozine ZN5 weg und Panoramafotos gelingen leichter. Die Ergebnisse werden jedoch nur dann brauchbar, wenn der Nutzer die Kamera beim Weiterdrehen relativ gerade hält und nicht um einige Zentimeter nach oben oder unten versetzt. Bei der Zusammenstellung des Panoramabilds kommt es aber zu unschönen Schattenbildungen.

Überzeugen konnte die Auslösegeschwindigkeit des Prototypen: Selbst bei gedämmtem Licht stellt die Kamera binnen Millisekunden scharf und löst sofort aus. Die Verschlusszeit der Kamera gibt Motorola mit 1/60 bis 1/1.000 Sekunden an. Die Anfangsblendenöffnung liegt bei F2,8. Um die Szenerie zu beleuchten, gibt es einen Nachtmodus und zusätzlich kann der Nutzer noch einen LED-Blitz zuschalten. Die Reichweite beträgt etwa 2,5 Meter.

Beim Weißabgleich lassen sich mehrere Möglichkeiten einstellen, der automatische Abgleich funktionierte dabei im Kurztest am besten, betonte Bilder aber zu bläulich. Außerdem kann der Nutzer einen Makromodus einstellen, um beispielsweise Text oder eine Visitenkarte zu fotografieren. Die maximale Auflösung der Kamera beträgt 2.560 x 1.920 Bildpunkte. Die Fotos sind kräftig in den Farben, die Farbtöne gut getroffen und die Schärfe bei Makroaufnahmen ist ziemlich hoch. Allerdings rauschen die Bilder bei schwachen Lichtverhältnissen stark. Für Fotos im Format von 10 x 15 cm reicht die Qualität in vielen Fällen aus und entspricht Digitalkameras mit CMOS-Sensor in der untersten Preisregion.

Ist ein Foto geschossen worden, erscheinen auf der Zifferntastatur zwischen den einzelnen Zahlen noch zwei Schnellzugriffsfunktionen. Motorola nennt dies Mode Shift- zur jeweils aktiven Anwendung werden häufig genutzte Funktionen eingeblendet. Im Falle der Kamera gelangt der Nutzer via Mode Shift entweder direkt in die Bildergalerie zur Ansicht der Fotos oder wählt die Kodak-Gallery, wo er seine Werke ins Internet transferieren kann. Bei dem deutschen Modell sollen laut Motorola auch andere Bilderdienste wie beispielsweise Flickr anwählbar sein. Da das Mobiltelefon weder HSDPA noch UMTS unterstützt, können Daten wahlweise über EDGE, GPRS oder WLAN übertragen werden.

Zudem können Fotos auf einem Fernseher gezeigt werden, da das Handy mit einem TV-Ausgang ausgestattet ist. Tauschen lassen sich Fotos auch über Bluetooth 2.0. Darüber lassen sich Fotos auch mit entsprechenden Druckern direkt vom Handy aus zu Papier bringen.

Als Sucher dient ein 2,4 Zoll-Display mit bis zu 262.144 Farben und einer Auflösung von 240 x 320 Pixeln, das Inhalte und Fotos scharf abbildet. Wie sonnenlichtauglich das Display ist, konnten wir leider nicht testen. Alle Fotos und sonstigen Inhalte können auf dem großzügig bemessenen internen Speicher von 350 MByte abgelegt werden. Zusätzlich lässt sich das Handy noch mit einer Micro-SD-Karte um bis zu 4 GByte erweitern. Ärgerlich ist, dass die Speicherkarte nicht im laufenden Betrieb ausgetauscht werden kann, da der Steckplatz gut versteckt unter dem Akku sitzt.

Die Tastatur des Handys ist eine flache Ebene, die Tasten sind nicht voneinander abgesetzt. Die einzelnen Ziffern beziehungsweise Buchstaben erfühlt man nur durch hervorstehende kleine Noppen. Das Tippen ist daher gewöhnungsbedürftig und wenig komfortabel. Hinzu kommt, dass der Druckpunkt des Prototypen zwar gut ist, der Nutzer jedoch verhältnismäßig fest drücken muss, bevor die Tastatur anspricht. Der 5-Wege-Navigator lässt sich gut bedienen – auch ohne dass der Nutzer hinschaut. Er reagiert flüssig und durch seine scharfe Kante ist er gut zu spüren. Das Menü ist in neun Ordner aufgeteilt, der Nutzer findet die Menüpunkte nach einer kurzen Einarbeitungszeit ohne große Mühe.

Das Handy ist mit 115 x 50 x 13 mm ziemlich groß und mit 107 Gramm auch verhältnismäßig schwer. Die Akkulaufzeiten scheinen vielversprechend: So soll der Akku im Standby-Betrieb gut 19 Tage durchhalten, Gespräche dürfen bis zu 5 Stunden am Stück dauern. Diese Werte werden natürlich unter Idealbedingungen gemessen und im Alltag selten erreicht.

Zum Browsen steht ein HTML-Browser zur Verfügung. Ferner unterstützt das Handy Instant Messaging und bietet einen E-Mail-Client. Ein Organizer hilft mit Kalender, Adressbuch und Notizen beim Ordnunghalten. Für Unterhaltung sorgen ein UKW-Radio und ein Musikabspieler, der neben MP3- auch WMA-Dateien abspielen soll. Videos werden in Form von MPEG4 und H.263 akzeptiert. Das Motozine ZN5 funkt auf den vier GSM-Frequenzen 850, 900, 1.800 sowie 1.900 MHz und es werden EDGE sowie GPRS der Klasse 12 unterstützt. Außerdem bietet das Mobiltelefon WLAN 802.11b/g/i.

Das Motozine ZN5 soll im September 2008 für 349 Euro in den Handel kommen. Der Preis gilt ohne Abschluss eines Mobilfunkvertrags.

Fazit:
Motorola hat lange gebraucht, um ein modernes Fotohandy zu präsentieren, doch das Ergebnis bringt ein paar feine Funktionen, wie etwa die selbstauslösende Panoramafunktion und die vielen Einstellmöglichkeiten. Die Bildqualität der eingebauten Kamera reicht für dokumentarische Zwecke aus, kann eine Digitalkamera aber nicht ersetzen. Die Bedienung des Handys ist weder besonders intuitiv noch besonders verwirrend. Insgesamt liegt das Handy gut in der Hand, auch wenn es ziemlich schwer ist. Man vermisst allerdings HSDPA-Unterstützung. Dieser Mangel wird durch die WLAN-Funktion etwas abgefangen.


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