Benchmark-Bericht: Von Word 95 bis Word 2007

Andrew Ziem von OOoNinja.com(öffnet im neuen Fenster) hat sich die Arbeit gemacht und verschiedene Word-Versionen getestet. Angefangen bei Word 95 über Word 2000, Word XP, Word 2003 bis hin zum aktuellen Word 2007 mussten alle Versionen einen Benchmark durchlaufen, um zu zeigen, welche Version die schnellste ist, und welche Fortschritte Microsoft vor allem bei der Geschwindigkeit gemacht hat.
Für den Benchmark setzt Ziem einen Athlon XP 3000+ mit 768 MByte RAM, einer Maxtor-Festplatte vom Typ 6Y080L0 (80 GByte, 7200U/min) und Onboard-Grafik von Via (VT8378 S3 Unichrome, 1.024 x 768) ein. Ein typischer und etwas älterer Office-Rechner. Als Betriebssystem kommt Windows XP mit dem Service Pack 3 zum Einsatz.
Interessant sind an den Benchmarks die Auswirkungen von Prefetch in Windows XP. Nach mehreren Neustarts sinkt die Kaltstartzeit von Word 2007 von fünf Sekunden auf etwa eine Sekunde. Das Betriebssystem optimiert das Startverhalten von Word 2007 besonders drastisch. Frühere Versionen von Office (95 bis XP) nutzen zur Optimierung einen Quickstarter, der das Programm beim Starten des Rechners schon einmal vorlädt. In den Benchmarks wurden diese Quickstarter nicht genutzt.
Beim Warmstart gehen alle Programme auf dem etwas älteren Rechner schnell auf. So schnell, dass die Unterschiede zwischen den Word-Versionen vernachlässigbar sind. In der Regel starten bis auf Word 95 alle Programme in weniger als einer halben Sekunde auf dem System neu. Word 2000 braucht sogar nur etwa ein Zehntel einer Sekunde.
Den Umgang mit Dokumenten hat OOoNinja auch getestet. Dabei wurden Dokumente eingesetzt, die verschiedene Funktionen von Word nutzen, aber dennoch noch abwärtskompatibel mit Word 95 sind. Die Word-Versionen durften zudem ihr jeweils eigenes Dateiformat nutzen. Word 2007 arbeitet auch hier am langsamsten, obwohl Word-2007-Dokumente besonders klein sind, hier limitiert offenbar der langsame Hauptprozessor. Allerdings waren die Startzeiten mit einer großen Streuung verbunden. 50 Prozent aller Kaltstarts der Dokumente lagen im Bereich zwischen einer halben Sekunde und etwa 1,8 Sekunden. Word 2000 ist ebenfalls kein besonders schnelles Programm.
Beim Warmstart der Anwendungen sind die Unterschiede ebenfalls groß. Die absolute Zeit zum Öffnen eines Dokuments überschreitet selten die halbe Sekunde. Nur Word 2007 leistet sich einzelne Ausreißer, die fast eine Sekunde erreichen. Word 2000 ist wie Word 95 in diesem Fall besonders schnell.
Besonders fordernd ist offenbar das Scrollen in Office-Dokumenten. Auf dem Athlon XP braucht Word 2007 ganze 12 Sekunden, um von oben bis zum Ende des Dokuments zu scrollen. Die Unterschiede zwischen Warmstart und Kaltstart sind gering. Andere Word-Versionen schaffen dieselbe Aufgabe in nur sechs Sekunden. Word 95 braucht gar nur 2 Sekunden, um das Dokument zu überfliegen.
Das aktuelle Word 2007 ist den Tests von Andrew Ziem zufolge langsamer als seine Vorgänger. Allerdings gilt das laut Ziem für alle großen neuen Versionen von Software. Es gebe jedoch einen Punkt, an dem das Aufrüsten der Hardware sinnvoller ist als das der Software, so seine Schlussfolgerung.
Die vollständigen Benchmarks(öffnet im neuen Fenster) finden sich auf OOoNinja.com. Zum Verständnis der Grafiken empfiehlt sich der Wikipedia-Artikel zu Box-Whisker-Plots(öffnet im neuen Fenster) . Zu beachten sei bei der Lektüre der Benchmark-Werte zudem, dass es sich um frisch installierte Windows-Versionen handelt. Sie zeigen vor allem die Unterschiede zwischen den Word-Versionen. Einflüsse durch Virenscanner oder andere installierte Software werden nicht beachtet.
OpenOffice.org hat OOoNinja ebenfalls ausführlich getestet(öffnet im neuen Fenster) . Allerdings sind die Ergebnisse laut Autor nicht mit den Windows-Ergebnissen vergleichbar, auch wenn derselbe Rechner benutzt wurde. Die OpenOffice-Tests basieren auf einem anderen Testprozedere, einem anderen Betriebssystem und nutzen andere Dokumente.
Einen direkten Vergleich zwischen den beiden Schreibprogrammen will Andrew Ziem demnächst im Rahmen seiner Artikelserie(öffnet im neuen Fenster) rund um die Geschwindigkeit von OpenOffice.org nachreichen.



