Betriebsbedingte Kündigungen bei T-Systems (Update)
Die Zahl der Arbeitsplätze, die auf der Streichliste stehen, hat die Rheinische Post(öffnet im neuen Fenster) aus Konzernkreisen erfahren. Von September 2008 bis Februar 2009 erhalten die Beschäftigten ein Abfindungsangebot, damit sie ihren Arbeitsplatz "freiwillig" räumen. Wird das Abfindungsprogramm nicht ausreichend wahrgenommen, will die Konzernführung kündigen. "Sollten unsere sozialverträglichen Maßnahmen nicht ausreichen, kann ich in letzter Konsequenz betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließen" , sagte Sattelberger der Zeitung. Seit der Privatisierung 1995 hat die Telekom jedes Jahr rund 10.000 Stellen über umfangreiche Programme reduziert, berichtet die Zeitung.
"Die Erneuerung von T-Systems als Teil eines konzernweiten Unternehmensumbaus ist in voller Fahrt. Es liegt noch viel vor uns. Wir müssen uns auf diesem Weg auch von Mitarbeitern trennen. Da will ich niemandem ein X für ein U vormachen" , so Sattelberger heute in Bonn.
Lange Zeit sollte T-System komplett oder teilweise verkauft werden, doch es fand sich kein Abnehmer. Im März 2008 wurde eine Partnerschaft mit dem IT-Anbieter Cognizant aus den USA geschlossen. Das Unternehmen mit starken Wurzeln im indischen Markt übernahm dabei die indische T-Systems Niederlassung mit rund 1.150 Mitarbeitern.
Nachtrag vom 23. Juli 2008, 16:45 Uhr:
Lothar Schröder, Mitglied im Verdi-Bundesvorstand, sprach von einer "unglaublichen Provokation" . Der Konzernvorstand habe "die letzten Hemmungen verloren. Er will wohl die Öffentlichkeit an Kündigungen gewöhnen, um sich vor sozialverträglichen Lösungen zu drücken." Die Einmischung des Konzernvorstands in die Angelegenheiten des eigenständigen Tochterunternehmens sei völlig überflüssig. Verhandlungen zu einem Interessenausgleich bei T-Systems liefen und seien noch nicht abgeschlossen. Für Teile der T-Systems gebe es bestehende Vereinbarungen zum Kündigungsschutz, für andere seien Verhandlungen über Rationalisierungsschutz und Beschäftigungssicherung bereits verabredet.