Älteste christliche Bibel der Welt geht ins Netz
Ab 24. Juli 2008 werden die ersten Seiten des Codex Sinaiticus im Internet(öffnet im neuen Fenster) abrufbar sein. Der Codex Sinaiticus stammt aus dem 4. Jahrhundert und gilt als die älteste erhaltene christliche Bibel-Handschrift.
Zu den ersten Seiten, die diese Woche online gehen, gehören die 86 Seiten aus Leipzig sowie 134 Seiten aus dem Besitz der British Library. Diese umfassen neben dem Markus-Evangelium mehrere Teile des alten Testaments, darunter das Buch der Psalmen und das erste Buch der Chronik. Über die Internetseite Codex-Sinaiticus.net können Wissenschaftler und alle Interessierten hochauflösende Fotos der wertvollen Bibelhandschrift abrufen. Neben den Fotos bietet das Webangebot auch eine komplette Abschrift des griechischen Textes inklusive aller Korrekturen. Abschrift und Manuskripte sind zudem miteinander verlinkt, so dass es möglich ist, zwischen den entsprechende Stellen in beiden Versionen hin- und herzuspringen. Schließlich gibt es englische und deutsche Übersetzungen von ausgewählten Textstellen.
Entdeckt hat die Handschrift Mitte des 19. Jahrhunderts der deutsche Theologe Konstantin von Tischendorf im Katharinenkloster, von wo aus er sie nach St. Petersburg brachte. Tischendorf hatte im Auftrag des russischen Zaren Alexander II. nach alten Handschriften gesucht. Einen Teil der Handschriften durfte Tischendorf mit nach Leipzig nehmen. Einen bedeutenden Teil der Handschrift verkaufte die sowjetische Regierung 1933 nach London. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts entdeckten die Mönche des Katharinenklosters nach einem Brand in einem bis dato unbekannten Raum weitere Blätter des Codex.
Die gesamte Handschrift soll bis Juli 2009 digitalisiert und über das Internet abrufbar sein.