SanDisk: Vista bereitet Probleme für SSDs

Das von den Kürzungen betroffene Werk, die Fab 4, wird zusammen mit Toshiba in Japan betrieben. Auch die Investitionen in seine Fab 5 vertagt Sandisk bis der Markt sich erholt hat. Firmenchef Eli Harari sieht die Ursache für das schwache zweite Quartal in einer "rascheren Verschlechterung des Verbrauchervertrauens" und einer "schwächeren Nachfrage" als erwartet. Das habe auf die Speicherumsätze im US-Einzelhandel und im Großhandel mit Mobiltelefonherstellern gedrückt, so das Unternehmen aus Milpitas, Kalifornien. Der Abschwung der Branche sei "stärker und schwerer als erwartet" ausgefallen.
SanDisk ist im abgelaufenen zweiten Quartal überraschend in die roten Zahlen geraten. Der Verlust betrug 68 Millionen US-Dollar (30 Cent pro Aktie). Im Vergleichszeitraum des Vorjahres wurde noch ein Gewinn von 28 Millionen US- Dollar (12 Cent pro Aktie) erwirtschaftet. Vor Sonderposten wie Übernahmen, Steuern und Aktionoptionsprogrammen lag der Verlust bei 22 Millionen US-Dollar (10 Cent pro Aktie), nach einem Gewinn von 72 Millionen US-Dollar (30 Cent pro Aktie) im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz fiel um ein Prozent auf 816 Millionen US-Dollar, die Analysten hatten einen Zuwachs von 9 Prozent erwartet. Beim Ergebnis hatten die Börsenexperten nur 1 US-Cent Verlust pro Aktie berechnet, vor Sonderposten lag die Prognose bei 12 Cent pro Aktie. Firmenchef Harari sprach von einem "eindeutig nicht zufriedenstellenden Bericht in schwierigen Zeiten."
Finanzchefin Judy Bruner kündigte an, in der zweiten Jahreshälfte die Preise stärker zu senken als im zweiten Quartal, als der Durchschnittspreis pro Speichereinheit um 55 Prozent nachgab. Dennoch würden die Probleme mit hohen Lagerbeständen noch einige Quartale anhalten.
Harari beklagte, dass das Microsoft Betriebssystem Windows Vista nur mangelhaft mit Solid State Drives (SSDs) zusammenarbeite. "Sobald man auf Notebook und Desktop mit Vista-Anwendungen arbeitet, werden diese sehr ressourcenhungrig, weil Vista nicht für SSDs optimiert ist" , sagte er. Mit Controllern für SSDs der nächsten Generation, mit einer Kapazität von 128 GByte, 160 GByte und 256 GByte, die auf Multilevel Cell (MLC)-Technologie basieren, müsse Sandisk nun die Schwächen von Vista ausbügeln. Entsprechende Produkte seien aber erst "ab dem Jahresende 2008 und zu Beginn des Jahres 2009 verfügbar" . Die Verspätung sei allein den Problemen mit Vista geschuldet, da Sandisk über sehr entwickelte Technik für interne Controller verfüge.
Im Produktfeld der Billigrechner trete das Vista-Problem jedoch nicht auf: Sandisk könne hier vorhandene Controller einsetzen, um 8-, 16-, und 32-GByte Speicher zu managen, die relativ anspruchslos seien, sagte Harari.



