Überlegungen zu neuem Kernel-Versionsschema
Früher wurden drei Ziffern für jede Kernel-Version verwendet: X.Y.Z. Dabei gab eine gerade mittlere Ziffer an, ob es sich um die stabile Kernel-Serie handelt oder im Falle einer ungeraden Zahl, ob es die Entwicklerreihe ist. So führte der Linux-Kernel 2.5.x zum stabilen 2.6er-Kernel. Mittlerweile gibt es jedoch keinen Entwicklerkernel mehr. Stattdessen werden neue Funktionen in einem extra Kernelzweig entwickelt und dann in die stabile Serie integriert.
Nun wurde auf der Linux-Kernel-Mailingliste (LKML) wieder einmal die Frage aufgeworfen(öffnet im neuen Fenster) , was passieren müsse, damit Linux-Schöpfer Linus Torvalds beginnt, an der Version 2.7 zu arbeiten. "Nichts" , antwortete(öffnet im neuen Fenster) dieser. Das neue Modell funktioniere so gut, dass er nicht zum alten zurückkehren werde. Allerdings: Er überlege, ob er die Versionierung ändere, um zu große Zahlen zu vermeiden.
Es gebe derzeit keine Funktionen, die einen Versionssprung von 2.6 zu 2.8 oder gar 3.0 rechtfertigen würden. Torvalds kann sich aber vorstellen, die Versionsnummern am Veröffentlichungsdatum zu orientieren. Der Linux-Kernel 2.6.26 hätte so beispielsweise die Versionsnummer 2008.7 tragen können, da er im Juli 2008 veröffentlicht wurde. Aber auch die zweite Nummer könne an das Jahr angelehnt(öffnet im neuen Fenster) werden, so dass 2008 veröffentlichte Kernel-Versionen 2.8.x heißen, 2009 veröffentlichte 2.9.x und so weiter. 2010 wäre dann der Sprung auf 3.0 fällig.
Auch wenn Torvalds wohl tatsächlich ernsthaft über eine solche Änderung nachdenkt – unmittelbar bevor steht diese nicht. Zwar behält er bei solchen Entscheidungen das letzte Wort, doch er wird sich bei einem derartigen Plan zuvor mit den anderen Hauptentwicklern abstimmen.