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E3: Kampf der Online-Spione in The Agency

Sony Online Entertainment präsentiert auf der E3 den Online-Shooter The Agency. Gerührt und geschüttelt werden bei The Agency die Eingabegeräte, denn das Massively Multiplayer Online Game setzt ganz auf Ego-Shooter-Elemente. Golem.de konnte auf der E3 in Los Angeles in Kontakt mit den Entwicklern treten und eigentlich gar nicht mal so geheime Informationen aus ihnen herausquetschen – und interessante technische Details über einen weiteren MMOG-Titel erfahren.
/ Peter Steinlechner
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Das Onlinespiel The Agency erscheint – wie DC Universe Online – für Playstation 3 und PC. Spieler übernehmen die Rolle von Agenten und treten in einer bunten, leicht an die 60er-Jahre und stark an den Actionspielklassiker No One Lives Forever erinnernden Welt als Spione an. Das Spiel soll weniger ein offenes Universum zum Erkunden bieten, sondern eine Vielzahl von Missionen. Wie die Entwickler Golem.de auf der E3 sagten, sind die Einsätze anfangs darauf angelegt, dass der Spieler sie eher allein bewältigt, ab der Mitte des Spiels dann aber im Verbund mit drei bis fünf anderen Internet-Spionen. Grund: Die Marktforschung von Sony habe herausgefunden, dass Spieler von MMORPGs am liebsten etwa bis zur Hälfte des Spiels allein unterwegs sind und sich erst wenn sie die Steuerung verinnerlicht haben mit anderen zusammentun.

The Agency – Making Of Trailer
The Agency – Making Of Trailer (03:14)

Auf der E3 hat Sony eine der Missionen vorgeführt. Dabei stürmte ein Team ein weitverzweigtes Gebäude in Osteuropa – übrigens direkt neben der virtuellen deutschen Botschaft – und kämpfte sich bis in dessen zentralen Kellerraum vor, um dort unter heftigem Feindbeschuss ein paar Sprengladungen von vier Pfosten zu entfernen. Solche Einsätze laufen als instanziertes Gebiet – das heißt, dass es als vom Rest der Onlinewelt abgetrenntes Level behandelt wird, in den sich keine anderen Spieler verlaufen können. Die gezeigte Mission war nach wenigen Minuten erledigt, es soll aber auch deutlich längere Aufträge geben. Außerdem sollen die meisten drei nach Schwierigkeit gestaffelte Missionsziele mit jeweils entsprechend höherwertigen Belohnungen haben.

Im Verlauf des Spiels verbessern die Figuren ihre Charaktere um erweiterte Fähigkeiten, etwa "Türen eintreten" oder "Umgang mit Waffen". Ein recht großer Teil der Rollenspielelemente basiert auf den Schießprügeln. Die sollen Internet-Agenten sogar weiterentwickeln und verbessern können, wenn sie offline sind: Ähnlich wie in EVE Online sollen einmal erteilte Forschungsaufträge auch dann ablaufen, wenn der Spieler sich aus dem Spiel geklinkt hat. Sobald die neue Waffe fertig ist, schickt The Agency auf Wunsch eine SMS ans Handy des Spielers, so die Entwickler.

Derzeit bereiten sich die Entwickler darauf vor, Autos sowie andere Fahr- oder Flugzeuge ins Spiel einzubauen; Details wollten sie aber noch nicht verraten. Ebenfalls ungeklärt ist, welches Geschäftsmodell The Agency verwenden wird. Am wahrscheinlichsten allerdings, so Sony Online Entertainment, sei das bewährte System aus einer zu kaufenden Packung plus monatliche Abogebühren. Ziemlich sicher sei schon jetzt, dass Playstation-3- und PC-Spieler nicht gemeinsam auf dem gleichen Server antreten können – die technischen Hindernisse seien zu hoch. Die Steuerung sei das eine große Problem, das andere seien Updates: Selbst SOE kann anscheinend nicht einfach einen Spielepatch über das Playstation-3-Network ausliefern.

Bei SOE am Stand neben The Agency war das Onlinerollenspiel Free Realms zu sehen. Das erscheint auf PC, richtet sich an Kinder zwischen 9 und 12 und hat ein paar interessante technische Details. Um die Ausprobierschwelle möglichst niedrig zu halten, wird das gesamte Spiel über das Internet herunterladbar sein – und zwar in so kleinen Häppchen im Hintergrund, dass der Spieler es kaum bemerkt. Noch während der Charaktergenerierung, so eine Entwicklerin, dürfte meist schon der Startlevel auf der Festplatte gelandet sein, der Rest folgt dann. Wohlgemerkt: Free Realms ist kein Browserspiel, sondern verwendet ein klassisches Client-Modell, dessen Daten aber meist nur um die 30 bis 40 MByte groß sind. Die Grafik macht einen netten Eindruck: Die Landschaft erinnert stark an World of Warcraft, während die Figuren sehr modern, aktuell und bunt aussehen. Die Entwickler planen, dass sich bestimmte Charakterwerte per Handy, Web-Applikation oder auf der Playstation Portable hochleveln und dann ins Spiel zurück importieren lassen. Das Geschäftsmodell setzt auf einen kostenlosen Client, niedrige Abogebühren und Micropayment.

 
Video: The Agency – Making Of Trailer in HD 720p (benötigt Flash 9) (3:14)

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