Datenschützer gegen Ausleuchtung durch Google Street View

Schaar fordert gesetzliche Begrenzungen der Geodatensammelwut

Bundesdatenschützer Peter Schaar will gesetzliche Grenzen für "Google Street View". Die Rundum-Straßenfotos von Google sollten nur nach vorheriger Einwilligung der betroffenen Anwohner und Passanten nutzbar sein, fordert er. Der Bundestag müsse im Herbst bessere Datenschutzregeln beschließen.

Artikel veröffentlicht am ,

Google hat auch in den deutschen Städten Berlin, München und Frankfurt begonnen, Häuser digital zu fotografieren und "die Bilder in seine riesige Datenbank zu integrieren", so Schaar. In Berlin nimmt Google nach Medienberichten das Straßenleben vom Dach eines Opel Astra aus auf. Elf Objektive sitzen auf dem Kameraturm, alle zwei Sekunden entsteht ein Bild. Durch die Anordnung der Optik ergibt sich so fast ein Panorama.

Stellenmarkt
  1. Senior Project Testmanager Automotive (m/f/d)
    CETITEC GmbH, Pforzheim
  2. (Senior) Product Owner (m/f/d) Visual Inspection Software
    Körber Pharma Packaging GmbH, Markt Schwaben
Detailsuche

Die Aufnahmen sollen künftig weltweit zum Abruf zur Verfügung stehen. Sie seien mühelos mit Satellitenfotos, Adressdatenbanken und weiteren personenbezogenen Daten verknüpfbar. Schaar: "Damit werden persönliche Lebensumstände noch intensiver ausgeleuchtet. Geodaten sollten nur nach vorheriger Einwilligung des Betroffenen genutzt werden dürfen."

Die Gefahren für die Privatsphäre seien sehr real: Laut Schaar müssten Betroffene fürchten, mit Werbung für Renovierungsmaßnahmen überschüttet zu werden, wenn Firmen erst den Zustand von Häusern und Wohnungen über das Internet begutachten könnten. Auch sei der Schutz von besonders sensiblen Einrichtungen wie etwa Frauenhäusern nicht mehr gewährleistet. Googles Panoramabilder könnten auch bei Bonitätsbewertungen der Anwohner herangezogen werden, was negative Konsequenzen bei der Kreditvergabe oder bei sonstigen Geschäftsabschlüssen haben könne, sagte er.

Aus diesen Gründen ist Googles Straßenfotodienst auch in den USA in die Kritik geraten. Die Stadt North Oaks im US-Bundesstaat Minnesota verbot Google nachträglich die Nutzung des Bildmaterials. Zwar nimmt Google auf Wunsch Bilder aus dem Index, doch ist ein Bild erst einmal online, ist es fast unmöglich, die Veröffentlichung wieder zurückzunehmen.

Golem Karrierewelt
  1. Hands-on C# Programmierung: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    13./14.09.2022, virtuell
  2. Blender Grundkurs: virtueller Drei-Tage-Workshop
    06.-08.09.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Laut Schaar hat die Versicherung Googles, dass einzelne Personen oder Autokennzeichen nicht erkennbar sein sollen, bislang wenig Substanz. Auch wenn die ins Internet gestellten Aufnahmen verfremdet würden, verfüge der Anbieter über die vollständigen Informationen, einschließlich der Gesichtsbilder und Kfz-Kennzeichen. Kürzlich hatte ein Gericht im US-Bundesstaat New York den Youtube-Inhaber Google dazu verurteilt, dem TV-Unternehmen Viacom "alle Daten aus der Logging-Datenbank zu übergeben", aus denen hervorgeht, von wo aus welche Youtube-Videos angeschaut wurden. Die Konzerne konnten sich jedoch darauf einigen, dass Viacom keine Namen und Internetadressen der Youtube-Nutzer bekommt. "Wer garantiert, dass staatliche Stellen oder Unternehmen im In- und Ausland die gespeicherten Bilddaten nicht erhalten können?", fragt Schaar. Wann Google Street View Deutschland online gehen wird, ist bislang nicht bekannt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Robert Parker 09. Jan 2009

Also ich finde auch, dass Datenschutz da aufhört, wo Dinge gezeigt werden, die auch jeder...

klemme61 01. Aug 2008

HAHAHA Für wie wichtig hält man sich denn? bei solchen Firmen würde ich nicht arbeiten...

klemme61 01. Aug 2008

Luftfots gabs schon immer. In den 70er ging das los. Es klingelte an der Tür und "wollen...

klemme61 01. Aug 2008

Wieso sollte man einen Sex Shop verbergen? Porneaux schauen doch alle mal.



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Halbleiterfertigung
Keine modernen Belichtungsmaschinen mehr für China

Maschinen für EUV-Belichtung darf ASML bereits nicht mehr nach China exportieren, auch der Zugang zu älteren DUV-Anlagen soll gekappt werden.

Halbleiterfertigung: Keine modernen Belichtungsmaschinen mehr für China
Artikel
  1. Fake-Polizei-Anrufe: Bundesnetzagentur meldet starken Anstieg von Beschwerden
    Fake-Polizei-Anrufe
    Bundesnetzagentur meldet starken Anstieg von Beschwerden

    Seit März wachsen die Beschwerden stark an, weil Betrüger automatische Ansage von Polizei, BKA, Interpol oder Europol versenden. Dabei täuschen sie echte Telefonnummern vor.

  2. Games with Gold: Die Xbox-360-Neuauflagen sind alle
    Games with Gold
    Die Xbox-360-Neuauflagen sind alle

    Ab Oktober 2022 ist Schluss mit weiteren Xbox-360-Spielen in Spieleabos von Microsoft. Grund ist schlicht eine natürliche Grenze.

  3. Kryptowinter: Auch Bitcoin-Minern droht die Zahlungsunfähigkeit
    Kryptowinter
    Auch Bitcoin-Minern droht die Zahlungsunfähigkeit

    Nicht nur Bitcoin-Verleiher gehen in der Krise pleite. Auch professionelle Krypto-Mining-Unternehmen kämpfen um ihre Liquidität.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Red Friday: Mega-Rabatt-Aktion bei Media Markt • PS5 bestellbar • EVGA RTX 3090 günstig wie nie: 1.649€ • MindStar (MSI RTX 3060 429€, MSI 31,5“ WQHD 165Hz 369€) • Samsung QLED 85" günstig wie nie: 1.732,72€ • Alternate (Tower & CPU-Kühler) • Der beste 2.000€-Gaming-PC [Werbung]
    •  /