Miguel de Icaza gegen Pläne für Gtk 3.0
Der aktuelle Plan für Gtk+ 3.0 sei ein Desaster für Gnome, schreibt de Icaza in seinem Blog(öffnet im neuen Fenster) . Die Desktopumgebung nutzt Gtk+. De Icaza sieht nicht nur technische, sondern auch strategische Probleme. Der derzeitige Plan sieht vor, Gtk die Versionsnummer 3.0 zu verleihen und als veraltet gekennzeichnete Funktionen zu entfernen. Dadurch müssten Gtk-Programme überarbeitet werden, um mit der neuen Generation zu funktionieren. Neue Funktionen soll Gtk erst später bekommen.
Dass es aber gar keine konkreten Pläne gebe, welche Funktionen wann umgesetzt würden, sei ein großes Problem. Es gebe noch keine Prototypen und niemand habe in Erwägung gezogen, neue Funktionen erst in einem extra Codezweig zu entwickeln. Stattdessen wolle man einfach das API ändern. Am schlimmsten sei jedoch, dass nicht ausgeschlossen werde, das API auch nach der Version 3.0 nochmals zu ändern, wenn eine Funktion dies voraussetzen würde. Dies klinge nach einem "schlechten Plan" .
Er sei nicht generell dagegen, die API-Kompatibilität aufzugeben, so de Icaza. Dafür brauche es aber gute Gründe. Stattdessen schlägt de Icaza vor, es solle eine klare Roadmap entwickelt werden, welche Funktionen wann implementiert werden. Bevor dann an der stabilen Gtk-Version geschraubt wird, soll ein Entwicklungszweig eröffnet werden - ebenso wie es schon bei der Integration von Cairo in Gtk+ geschah. Außerdem sollten API-Änderungen mit der Community besprochen werden, schließlich betreffe dies die Applikationsentwickler direkt.