Interview: Assistenzsystem für Blinde wandert ins Internet
Golem.de: Ein Nutzer muss sich die Seite also nicht von oben nach unten vorlesen lassen?
Bigham: Dafür gibt es eine Reihe von Tastenkombinationen. Wenn man auf Sicht surft, kann man einfach eine Seite überfliegen und mit der Maus navigieren. Wenn man eine Seite aber nach Gehör nutzt, ist alles linear. Dann wird die Seite eben durchgehend von oben nach unten vorgelesen. Deshalb ist es natürlich sehr nützlich, wenn man auf der Seite navigieren kann.
Es gibt zum Beispiel eine Tastenkombination, mit der man die Überschriften auf einer Seite ansteuern kann. Mit einer anderen springt man zu Elementen wie Links, Eingabefeldern oder Tabellen. In einer Tabelle kann man per Tastenkombinationen zur nächsten Zeile oder Spalte springen.
Golem.de: Sind das spezielle Tastenkombinationen?
Bigham: Ja. Der Browser kennt ja nur wenige Tastenbefehle, um von einem Element zum nächsten zu springen. Wir haben deshalb noch einige hinzugefügt. Die ähneln denen von anderen verbreiteten Screen Readern, damit diejenigen, die unser System zum ersten Mal nutzen, nicht alle Tastenbefehle neu lernen müssen.
Golem.de: Liest WebAnywhere nur englische Seiten vor?
Bigham: Im Moment kann es nur Englisch. Aber die Text-to-Speech-Engines sind sehr modular. Sie sind einfach nur eine Webadresse, auf die man verweist und der man den Text übergibt. Im Moment gibt es zwar noch keine anderen Sprachengines, aber das wollen wir auf jeden Fall ändern. Die Nachfrage ist groß.
Golem.de: Programmieren Sie die Sprachengines selbst oder greifen Sie auf vorhandene zurück?
Bigham: Die bekomme ich von anderen. Es gibt sehr viele davon im Netz. Die nehmen wir dann.
Golem.de: Stellt das System jede Webseite dar?
Bigham: Das sollte es. Aber es handelt sich im Moment noch um eine Alphaversion. Das bedeutet, es gibt einzelne Seiten mit sehr komplizierten Javascripts, auf denen unser System noch ins Stolpern gerät. Aber prinzipiell funktioniert es mit jeder Website. Nutzer können also ihre Mail abfragen, Nachrichten oder Texte lesen.
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...warum nehmen die dafür immer noch so grässliche Stimmen? Die Vorlesfunktion von Heise...