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Test: Acers Netbook Aspire One - der bessere Eee-PC?

Atom-Prozessor und 9-Zoll-Display in schicker Schale. Keine Woche ohne neues Netbook: Noch bevor Acer die ersten Testgeräte liefern kann, bieten Versandhändler das ungeduldig erwartete Aspire One an. Golem.de hat sich einen der Mini-Rechner besorgt und unter Linux und Windows XP getestet.
/ Nico Ernst
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Erst konnte Asus mit dem Eee-PC 701 auch zur Überraschung Intels aus dem Stand die Kategorie der Netbooks etablieren, dann eroberte Medion mit einem Gerät von MSI auch den deutschen Massenmarkt und nun betritt Acer die noch junge Szene. Das "Aspire One" wird dabei zumindest in Teilen von Quanta(öffnet im neuen Fenster) gebaut. Das taiwanische Unternehmen ist nach einer aktuellen Studie der Marktforscher von DisplaySearch der größte Notebookhersteller der Welt – damit sind die Netbooks endgültig ein eigenes Marktsegment.

Das Interesse der Kunden an den bezahlbaren Mini-Rechnern ist derart groß, dass das Marktgeschehen wie auch bei anderen begehrten Produkten inzwischen seltsame Blüten treibt. Acer Deutschland will nach eigener Aussage erst Ende Juli mit der Auslieferung der Geräte beginnen, bereits drei Wochen früher tauchte die Linux-Version "Aspire One 110L" mit 512 MByte RAM und 8-GByte-SSD bei einigen Versendern auf. Die Windows-Variante "150X" mit 120-GByte-Festplatte und 1 GByte RAM ist noch nicht lieferbar.

Nachdem Acer das Netbook erst Anfang Juni auf der Computex 2008 in Taiwan ankündigte, ist das eine rekordverdächtige "time to market". Bereits nach den ersten Bildern des Geräts, das mit einer Hochglanzoberfläche sehr fotogen gestaltet wurde, handelten viele Foren und Blogs das kleine Aspire als erstes Netbook mit Stil.

Golem.de hat sich das Modell 110L mit deutscher Tastatur und englischer Linux-Installation gekauft und nicht nur nach den äußeren, sondern auch den inneren Werten gesucht. Wie sich herausstellte, bietet der Acer-Mini viel Licht – aber auch etwas Schatten.


Konstruktion

Wie schon bei Medions E1210 bestimmt auch beim Aspire One die Tastatur den Formfaktor. Statt 17,5 Millimetern wie beim Medion-Notebook sind die Tasten des Acer-Geräts mit 16,5 Millimeter jedoch etwas schmaler ausgefallen, der Rechner ist damit einen guten Zentimeter weniger breit als der letzte Aldi-PC. Nur wenige Tasten fallen aus dem Raster, insbesondere Umlaute und Satzzeichen sind genauso breit ausgeführt wie die Buchstaben. Zum Zehn-Finger-Schreiben eignet sich die Acer-Tastatur nach kurzer Eingewöhnung also durchaus.

Die Tastatur verfügt über einen klaren Anschlag, macht man davon aber allzu heftig Gebrauch, biegt sie sich deutlich durch. Das liegt an einem sehr dünnen Blech, das die Unterseite bildet. Diese Konstruktion dient auch als Auffangwanne für ein paar Tropfen Flüssigkeit, welche aber nicht aus dem Gehäuse geführt wird. Mit geringem Kraftaufwand kann man das Tastaturmodul so weit durchbiegen, dass es auf das – immerhin durch ein weiteres Blech geschütztes – Mainboard drückt. Dabei wird aber kein Kurzschluss erzeugt. Insgesamt wirkt die Tastatur aber weniger stabil als die des Medion-Minis. Ähnlich schlecht wie beim Aldi-Gerät sind die Lautsprecher an der Unterseite: zwar recht laut, aber blechern und bassfrei. Immerhin verzerren sie bei Acer auch bei hohem Pegel nicht.

Gut platziert vor der Mitte der Leertaste liegt das Touchpad, das klein ist und mit 5 x 2,9 Zentimetern fast CinemaScope-Format erreicht – unnötig für ein 15:9-Display. Zudem liegen die Maustasten an den Seiten des Pads, nicht davor. Das erfordert einige Umstellung, die ersten intuitiven Klicks landen auf der Gehäusekante, wo bei fast allen Notebooks die Maustasten sitzen. Um das winzige Pad etwas zu kompensieren, hat Acer die Geschwindigkeit des Mauszeigers unter Linux aberwitzig hoch eingestellt, was man zum Glück ändern kann.

Beim Aspire One gibt es an der vorderen rechten Gehäuseseite einen Schiebeschalter für das WLAN-Modul – das hatte bislang noch kein Netbook. Mit einem Fingerschnippen kann man so das Funknetzwerk abschalten – zum Stromsparen oder aus Sicherheitsgründen. Diese Funktion findet sich sonst nur selten an größeren Notebooks der Businessklasse. Etwas lästig ist nur die WLAN-LED neben dem Touchpad, die jeden Netzwerktransfer mit nervösem Blinken anzeigt – doch diese Lichtorgel verdeckt man bei der Arbeit mit dem Gerät ohnehin mit den Händen.

Das Aspire One 110L mit SSD wiegt mit 3-Zellen-Akku 968 Gramm und ist 24,9 x 17 x 2,9 Zentimeter groß. Damit ist es deutlich kompakter als der Medion-Mini mit seinem 10-Zoll-Display, aber auch wesentlich größer als der Eee-PC 900 mit 8,9-Zoll-Bildschirm. Dafür muss man beim neuen Asus-Modell mit einer viel kleineren Tastatur leben. Der noch nicht lieferbare Aspire One 150X mit 120-GByte-Festplatte und Windows XP soll laut Acer 24,9 x 19,5 x 3,6 Zentimeter messen, das Gewicht ist noch nicht bekannt, dürfte aber deutlich über ein Kilogramm liegen.

Stark spiegelndes Display

Die breite Tastatur bedingt, dass das 8,9-Zoll-Display mit 1.024 x 600 Pixeln an beiden Seiten von einem 2,9 Zentimeter breiten Rahmen eingefasst ist. Wie die Rückseite des Bildschirms ist dieser mit einer hochglänzenden Oberfläche eingefasst. Zusammen mit dem stark spiegelnden Display sieht sich der Benutzer also in heller Umgebung stets selbst.

Das ist schade, weil sich der Bildschirm mit seiner Helligkeit von 160 Candela pro Quadratmetern per LED-Backlight eigentlich auch für die Verwendung in hellem Sonnenlicht eignen würde. Alle anderen bisherigen Netbooks verfügen über einen matten Bildschirm. Manche Anwender bevorzugen aber die elektronischen Schminkspiegel, weil sie subjektiv höhere Kontraste bieten. Geschmackssache.

Sowohl das mitgelieferte Linpus-Linux als auch Windows XP lassen sich mit dieser Displayauflösung praktikabel verwenden. Die meisten Webseiten sind kaum breiter als 1.024 Pixel, und der 19,5 Zentimeter breite Bildschirm reicht bei geringem Abstand auch aus, um sich einen Film anzusehen. Die höhere Pixeldichte von 134 gegenüber den 117 dpi des Medion-Notebooks mit 10-Zoll-Display ergibt kleinere Schriften, die aber auch ohne Vergrößerung durch das Betriebssystem gut lesbar sind.

Weckt die Oberseite des Aspire One noch spontan die Assoziation "schick!", so relativiert sich dieser Eindruck, wenn man auf die Seiten oder die Unterschale blickt. Der sehr raue Kunststoff zeigt deutliche Gussspuren, zudem sitzen die Schnittstellen bei unserem Testgerät aus der Serienproduktion nicht genau in den großzügigen Öffnungen. Der Deckel schließt auf der linken Seite nicht vollständig. Er ist auch nicht, wie beim Medion-Netbook, durch einen Magneten gesichert, sondern nur durch einen recht leichtgängigen Federzug.

Die linke Verriegelung des Akkus sollte man unbedingt einrasten lassen, sonst löst sich der Stromspender schon durch leichtes Schütteln. Unter dem Akku findet sich auch ein bei unserem Modell zugeklebter Einschub für eine SIM-Karte. Ein entsprechendes UMTS-Modul will Acer später zum Nachrüsten anbieten. Es kommt in den MiniCard-Slot, der über die Rückseite des Rechners leicht zugänglich ist.

Um den fest aufs Mainboard verlöteten Speicher von 512 MByte zu erweitern, muss man jedoch das Mainboard ausbauen, der SO-DIMM-Steckplatz ist nicht durch einfaches Abnehmen der Rückseite zugänglich. Wer nicht viel Bastelerfahrung mit Notebooks mitbringt und über geeignetes Werkzeug verfügt, sollte folglich zur 1-GByte-Version greifen, wenn der größere Speicher notwendig erscheint.

Hardwareausstattung

Wie schon das Medion-Notebook ist auch das Aspire One um Intels Plattform "Diamondville" aus dem Atom-Prozessor N270 mit 1,6 GHz und dem Chipsatz 945GSE aufgebaut. Ebenfalls analog zum Aldi-Rechner lässt sich das HyperThreading des Atom im BIOS nicht abschalten, was noch etwas mehr Akkulaufzeit auf Kosten der Rechenleistung bringen würde. Im Akku- wie Netzbetrieb taktet sich der Prozessor bei Inaktivität auf 800 MHz herunter, wie beim "SpeedStep" von Intels größeren Notebookprozessoren.

In der getesteten Version stehen 512 MByte DDR2-533-Speicher zur Verfügung sowie ein SSD-Modul von Phison mit 8 GByte. 4,8 GByte sind davon noch frei, den Rest belegen Linux und die mitgelieferten Anwendungen. Eine clevere Lösung für mehr Speicherplatz stellt der zusätzliche Card-Reader an der linken Seite dar: Er versteht sich nur auf SD-Stecklinge, der zweite Reader zur rechten liest auch Memorysticks. So kann man den Speicher dauerhaft mit einer SDHC-Karte erweitern und beispielsweise die SD-Card aus einer Digitalkamera immer noch ohne Umstände zum Beurteilen der Bilder auf die Schnelle einstecken.

Die Schnittstellenausstattung entspricht dem, was sich bei den Netbooks inzwischen als Standard entwickelt hat: WLAN nach 802.11 b/g (Draft-N wird nicht unterstützt), Fast-Ethernet, drei USB-2.0-Ports, VGA-Ausgang, VGA-Webcam und Anschlüsse für Mikrofon und Kopfhörer sind vorhanden. Nicht jedoch Bluetooth, optisches Laufwerk und ein digitaler Bildausgang. Dass bisher alle Hersteller auf DVI oder HDMI verzichten, liegt nicht nur an den Kosten für die Buchsen selbst. An den Seiten der kleinen Geräte ist kaum noch Platz für einen weiteren Anschluss, zudem wären die Mainboards durch die zusätzlichen Chips und Leitungen – insbesondere bei DVI – deutlich komplexer. Und für HDMI sind Lizenzkosten zu bezahlen.

An der linken Seite des Gehäuses des Aspire One sitzt ein sehr schmaler Luftauslass. Durch diesen dringt das in ruhiger Umgebung deutlich wahrnehmbare und leicht surrende Geräusch des Lüfters, der deutlich mehr stört als beim Medion E1210. Im Vergleich zu größeren Notebooks ist der Acer-Zwerg aber immer noch leise. Die Unterseite des Gehäuses wird unter hoher Last nur leicht handwarm.

Linpus-Linux in der Praxis

Schon Asus hatte mit seinem Eee-PC 701 ein Xandros-Linux für das Gerät angepasst, auch Acer geht diesen Weg, setzt aber auf die ohnehin schon schlanke Distribution von Linpus(öffnet im neuen Fenster) . Was das bringt, zeigt sich schon beim Booten: 19 Sekunden nach dem Drücken des Einschaltknopfes erscheint der Desktop.

Er ist in die vier Bereiche "Connect", "Work", "Fun" und "Files" unterteilt, die jeweils nur die Icons für drei der Programme aus der Kategorie anzeigen. Erst nach einem Klick auf den Pfeil in diesen vier Bereichen zeigen sich alle Anwendungen der Kategorie, wobei dann – wie bei den Spielen – auch noch einmal eine Untergruppe versteckt sein kann. Mit einem Druck auf die Home-Taste – dort, wo bei Windows-Rechnern die Windows-Taste neben der Leertaste sitzt – landet man immer wieder auf dem Desktop.

Dieses Konzept verstehen auch Linux-Einsteiger oder wenig computererfahrene Menschen sofort, anders als beim Asus-Linux hat Acer aber auf eine Navigation per Kartei-Karten-Reiter verzichtet. So kann man nur über eine Ausklappliste oben rechts zwischen den Kategorien direkt wechseln und macht meist den Umweg über das Hauptmenü.

Die vorinstallierten Anwendungen decken alle häufigen Einsatzbereiche ab, vom Browser über den Mail-Client bis zum RSS-Reader ist alles vorhanden. Das gilt natürlich auch für Open Office 2.3. Rätselhaft ist hingegen, warum Acer Firefox 2 statt der aktuellen Version 3 installiert hat.

In der Browser-Installation steckt auch ein kleiner Trick, der das Display größer wirken lässt als es ist. Der Acer-Firefox stellt standardmäßig Schriften um eine Stufe verkleinert dar, was man aber per Menü selbst zurückstellen kann. Dadurch hat man zwar mehr Text auf dem Bildschirm, bei Webseiten mit ohnehin sehr kleinen Schriften leidet die Lesbarkeit aber stark.

Eine Besonderheit ist das Multimedia-Paket "Media Master" von Cyberlink, das auch den DVD-Player beisteuert. Dieser wollte aber keine VOB-Dateien von einem USB-Stick abspielen, sobald ein externes USB-DVD-ROM angeschlossen war. Stattdessen öffnete das Programm stets die DVD.

Mit DVD-Dateien bis 8 MBit und DVB-T-Aufzeichnungen hat der Rechner kein Problem, außer bei komplexen Office-Dokumenten arbeitet das schlanke Linux sehr flott. Dass nur 512 MByte RAM im Aspire One stecken, merkt man – anders als unter Windows XP – kaum. Wie auch Asus bei seinen Eee-PCs hat Acer eine Updatefunktion eingebaut, die bei bestehender Internetverbindung neue Treiber und Anwendungsupdates automatisch nachlädt. Das war bei unserem Gerät nach dem ersten Start für die Webcam der Fall.

Beim Zuklappen geht das Acer-Netbook in den Stand-by-Modus, es wacht jedoch nicht nach Öffnen des Displays wieder auf, dafür muss man eine Taste drücken. Zum Aufwachen braucht es dann unter Linux wie Windows rund 10 Sekunden, was recht lange ist.

Windows-Installation und Benchmarks

Um zum Medion-Netbook vergleichbare Messwerte zu erhalten, haben wir auf dem Aspire One auch Windows XP Home mit SP3 installiert. Zwar hat Acer die SSD-Version des Rechners nicht dafür vorgesehen, die Installation selbst klappt aber problemlos, wenn man sich von den Webseiten der Hersteller (Intel für den Chipsatz, Atheros für WLAN und Realtek für Ethernet und Audio) die Treiber besorgt.

Warum Acer das Aspire One mit Windows XP nur samt Festplatte ausliefern will, zeigte sich schon bei der Installation, die knapp zwei Stunden beanspruchte. Schon das Kopieren des "Preinstall Environment" (PE) dauerte eine Viertelstunde, moderne Desktop-PCs erledigen das in zwei Minuten. Grund ist die SSD, die nur auf Schreibraten von 7,7 MByte pro Sekunde kommt. Lesen kann sie immerhin mit 26,4 MByte pro Sekunde – aber auch das ist nur die Hälfte von einfachen 2,5-Zoll-Festplatten. Die kurzen Zugriffszeiten einer SSD kann das Acer-Netbook aber beim Booten ausspielen: Nach 25 Sekunden erscheint der Windows-Desktop.

Da Windows XP mit 512 MByte Arbeitsspeicher zudem häufig in seine Auslagerungsdatei auf der langsamen SSD schreibt, fühlt sich das Betriebssystem sehr träge an, so dass wir die Verwendung auf dem A110L nicht empfehlen können. Da auch beide Card-Reader selbst mit schnellen SD-Cards nur mit rund 8 MByte/s schreiben können – immerhin 9,5 MByte/s schnell lesen sie -, ist auch die Auslagerungsdatei auf einer SD keine Alternative. Die USB-Ports sind immerhin mit Leseraten von 29,5 MByte/s so schnell, wie sie sein sollten.

Diese Geschwindigkeitseinbußen wirken sich aber auf unsere Prozessorbenchmarks nicht aus, da die Massenspeicher hier keine Rolle spielen. Und so ist auch der N270 mit 2.975 Punkten im 3DMark2001 genauso schnell wie das Medion-Netbook. 1 Million Iterationen mit SuperPi berechnet das Aspire One in 94 Sekunden, und damit vergleichbar schnell wie das E1210.

Um den Atom-Prozessor und insbesondere sein HyperThreading etwas genauer zu testen, haben wir auch den CinebenchR10 mit Verwendung eines Kerns wie auch mit beiden virtuellen Kernen durchgeführt. Das Programm lässt sich über den Task-Manager auf einen Kern zwingen, zudem bietet es selbst die Option, nur ein Rechenwerk zu benutzen.

Mit einem Kern kommt der Acer-Mini auf 543 Punkte, mit zweien auf 838. Bei einer sehr gut skalierenden Anwendung kann das HyperThreading also über 50 Prozent mehr Rechenleistung bringen. Insgesamt ist der Atom damit aber noch langsamer als ein fünf Jahre alter Pentium4-M mit 2,0 GHz, der 1.063 Punkte im Cinebench erreicht, oder 10 Prozent schneller als ein aktueller Core-Celeron mit einem Kern bei 900 MHz. Im Eee-PC 900 erreicht dieser Celeron 753 Punkte. Für Flash-lastige Webseiten oder etwa Youtube-Videos reicht die Leistung des Atom jedoch immer noch aus. Und dafür ist ein Netbook gedacht.

Akkulaufzeit und Fazit

Das Aspire One ist mit einem Akku von 2.400 mAh bei 11,1 Volt ausgestattet, so dass sich 26,6 Wattstunden ergeben. Dass auf dem Stromspender "45 Wh" stehen, kann man noch als Druckfehler interpretieren, der auf ein größeres Modell hinweist. Der Akku des Medion E1210 ist mit 2.200 mAh bei gleicher Spannung angegeben, was 24,4 Wattstunden ergeben. Der etwas stärkere Akku und das kleinere Display verhelfen dem Aspire One zu besseren Laufzeiten.

Unter Volllast mit 3DMark2001 bei voller Helligkeit und mit WLAN hält der Akku eine Stunde und 46 Minuten durch. Dieser Worst-Case-Test zeigt die minimal garantierte Laufzeit des Rechners. Beim Installieren von Anwendungen und beim Surfen per WLAN mit mittlerer Helligkeit kam das Gerät auf drei Stunden und 14 Minuten, was für ein Gerät unter einem Kilogramm ein guter Wert ist. In der Praxis läuft der Aspire One also rund eine halbe Stunde länger als das Medion-Netbook – mit dem Festplattenmodell dürfte sich das wieder ändern. Die SSD-Version nimmt unter hoher Last maximal 19 Watt auf, bei ruhendem Desktop und mittlerer Helligkeit sind es 13 Watt. Um den Akku zu laden, braucht das 35-Watt-Netzteil knapp zwei Stunden.

Unterm Strich überzeugt das Aspire One vor allem durch seine Kompaktheit – die Tastatur stellt den bisher besten Kompromiss aus Größe und Benutzbarkeit in einem Netbook dar. Ob der eine Zentimeter mehr Platz auf den Medion-Tasten wirklich den entscheidenden Unterschied bringt, muss jeder für sich entscheiden. Das gilt auch für das auffällige Design des kleinen Aspire und den spiegelnden Bildschirm.

Kleine Verarbeitungsmängel trüben den sonst guten Gesamteindruck – aber vielleicht sehen die Käufer ja ob des geringen Preises darüber hinweg. In der getesteten Version mit Linux und 8-GByte-SSD kostet das Aspire One 110L nur rund 330 Euro, und damit so wenig wie kein anderes Netbook mit 8,9-Zoll-Display. Noch im Juli 2008 will Acer auch die Versionen mit 120-GByte-Festplatte und 1 GByte RAM ausliefern. Mit Linux soll das Gerät als A150L dann 359 Euro kosten, mit Windows XP als A150X schon 399 Euro. Dann wird die Entscheidung wirklich schwer, denn der Medion E1210 , den im August auch MSI als "Wind" anbieten will, hat zum gleichen Preis das größere Display, ist aber nicht so kompakt.

Noch kleiner geht es unter Netbooks nur mit dem Eee-PC 900 , ebenfalls für 399 Euro, dessen Bildschirm genauso groß wie beim Aspire One ist, aber viel dunkler. Zudem ist die Tastatur nicht so brauchbar wie beim Acer-Gerät, und die SSD mit 12 GByte viel kleiner – wenn man das Festplatten-Modell mit 120 GByte des Aspire One für 399 Euro in Betracht zieht.

Noch sind die Netbooks eine sehr junge Gerätekategorie und die Hersteller probieren aus, was der Kunde wirklich haben will. Das ideale Gerät für jeden gibt es in dieser von Kompromissen geprägten Klasse nicht wirklich.


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