Abo
  • Services:

Nobelpreisträger kritisieren Patentregime

Plädoyer für "Offenheit und Vertrauen"

Die Nobelpreisträger Joseph Stiglitz und John Sulston haben auf einer Veranstaltung an der Universität Manchester scharfe Kritik am herrschenden Regime des Patentrechts geübt. Ihrer Meinung nach behindert das Patentrecht Wissenschaft und Innovation.

Artikel veröffentlicht am ,

Schon oft ist das Patentrecht kritisiert worden. Doch wenn gleich zwei Nobelpreisträger einstimmen, sollte das Grund genug sein, genau hinzuhören. Joseph Stiglitz, Empfänger des Wirtschaftsnobelpreises 2001, und John Sulston, der 2002 den Nobelpreis für Medizin erhielt, sparten am vergangenen Samstag nicht mit Kritik am Patentrecht, wie einem Bericht von Intellectual Property Watch zu entnehmen ist.

Stellenmarkt
  1. NÜRNBERGER Versicherung, Nürnberg
  2. KW-Commerce GmbH, Berlin

Der Ökonom Stiglitz wies auf einer Veranstaltung der Universität Manchester darauf hin, dass die Gleichsetzung von geistigen Eigentumsrechten und Eigentum an physischen Gegenständen unberechtigt sei. Es gebe da grundsätzliche Unterschiede, so Stiglitz. Weil die Gesetze zum geistigen Eigentum - Urheber- und Patentgesetze - die fundamentalen Unterschiede nicht angemessen berücksichtigen, schaffen sie Monopole auf Wissen, die häufig genug missbraucht würden, stellte Stiglitz fest.

Als Beispiel verwies Stiglitz auf Softwarepatente. Das Patentdickicht im Softwarebereich mache jeden, der erfolgreiche Software schreibt, zu einem potenziellen Klageopfer. Eine solche Situation sei klar zum Nachteil der Gesellschaft. Der Handel Offenlegung von Wissen gegen Exklusivrechte ginge zu Lasten der Allgemeinheit, meint Stiglitz. Der Empfänger eines Patentmonopols profitiere weit stärker von diesem Handel als die Gesellschaft, wenn eine Idee etwas früher bekannt würde.

Besonders im Bereich der medizinischen Forschung, da waren sich die beiden Nobelpreisträger einig, seien die Nachteile des Patentschutzes nicht zu übersehen. Nicht nur würden Entwicklungsländer von der Versorgung mit modernen Medikamenten zu bezahlbaren Preisen abgeschnitten, betonte Sulston, auch die Entwicklung und Vermarktung von Medikamenten mit nur schwer nachweisbarem Gesundheitsnutzen würde in den Industriestaaten gefördert.

Als eine Lösung für die durch das Patentwesen verursachten Probleme schlug Stiglitz maßgeschneiderte Rechtsschutzsysteme vor, die sich an den Bedürfnissen unterschiedlicher Länder und Wirtschaftsbereiche orientieren sollten. Sulston sprach sich für eine strikte Trennung von Forschung und Produktion aus, um den Einfluss von Lobbyismus und Werbung auf die medizinische Forschung zurückzudrängen. Er verwies auf das positive Beispiel der Bill and Melinda Gates Foundation und warnte zugleich davor, die Gesundheitsforschung allein zur Sache von Philanthropen zu machen. Es hinge viel davon ab, so Sulston, "wem die Wissenschaft gehört". [von Robert A. Gehring]



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)
  2. (u. a. Game Night 5,98€, Maze Runner 6,98€, Coco 5,98€)
  3. (u. a. John Wick, Sicario, Deepwater Horizon, Die große Asterix Edition, Die Tribute von Panem)

Leser 08. Jul 2008

ihr habt beide recht, ist ein anderes Teil des Themas aber gehört durchaus dazu. Immerhin...

Lars123 07. Jul 2008

Mit der Atomenergie hatte Einstein recht wenig am Hut!

Ugumbai 07. Jul 2008

Lach genau das selbe hab ich auch gedacht als ich das mit den 5 Jahren (oder gar 10...

Bibabuzzelmann 07. Jul 2008

Das ist ne gute Idee, so hantieren sie ja auch mit den -Jobbern, die am...


Folgen Sie uns
       


Analyse zum Apple-Event - Golem.de live

Die Golem.de-Redakteure Tobias Költzsch und Michael Wieczorek besprechen die drei neuen iPhones und die Neuerungen bei der Apple Watch 4.

Analyse zum Apple-Event - Golem.de live Video aufrufen
HP Elitebook 840 und Toshiba Tecra X40: Es kann nur eines geben
HP Elitebook 840 und Toshiba Tecra X40
Es kann nur eines geben

Nicht nur Lenovo baut gute Business-Notebooks, auch HP und Toshiba haben Produkte, die vergleichbar sind. Wir stellen je ein Modell der beiden Hersteller mit ähnlicher Hardware gegenüber: das eine leichter, das andere mit überlegenem Akku - ein knapper Gewinner nach Punkten.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Portégé X20W-D-145 Toshiba stellt alte Hardware im flexiblen Chassis vor
  2. Tecra X40-E-10W Toshibas 14-Zoll-Thinkpad-Pendant kommt mit LTE
  3. Dell, HP, Lenovo AMDs Ryzen Pro Mobile landet in allen Business-Notebooks

Pixel 3 und Pixel 3 XL im Hands on: Googles Smartphones mit verbesserten Kamerafunktionen
Pixel 3 und Pixel 3 XL im Hands on
Googles Smartphones mit verbesserten Kamerafunktionen

Google hat das Pixel 3 und das Pixel 3 XL vorgestellt. Bei beiden neuen Smartphones legt das Unternehmen besonders hohen Wert auf die Kamerafunktionen. Mit viel Software-Raffinessen sollen gute Bilder auch unter widrigen Umständen entstehen. Die ersten Eindrücke sind vielversprechend.
Ein Hands on von Ingo Pakalski

  1. BQ Aquaris X2 Pro im Hands on Ein gelungenes Gesamtpaket mit Highend-Funktionen

Assassin's Creed Odyssey im Test: Spektakel mit Spartiaten
Assassin's Creed Odyssey im Test
Spektakel mit Spartiaten

Inselwelt statt Sandwüste, Athen statt Alexandria und dazu der Krieg zwischen Hellas und Sparta: Odyssey schickt uns erneut in einen antiken Konflikt - und in das bislang mit Abstand schönste und abwechslungsreichste Assassin's Creed.
Von Peter Steinlechner

  1. Assassin's Creed Odyssey setzt CPU mit AVX-Unterstützung voraus
  2. Project Stream Google testet mit kostenlosem Assassin's Creed Odyssey
  3. Assassin's Creed angespielt Odyssey und der spartanische Supertritt

    •  /