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Spieletest: Echochrome - Spielen mit Perspektive

Ungewöhnlicher Puzzle-Titel für PSP und Playstation 3. Puzzle-Titel abseits herkömmlicher Klötzchen-Stapeleien gibt es für die Playstation Portable schon einige. Wenn das Sony Japan Studio dafür verantwortlich war, konnten Spieler fast immer sicher sein, neben erfrischendem Gameplay auch eine eigene Präsentation geboten zu bekommen. Echochrome macht keine Ausnahme: So stilvoll und ungewöhnlich ließ sich die Welt bisher selten um die eigene Achse drehen.
/ Thorsten Wiesner
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Wer seine Spiele am liebsten knallbunt und aufwendig mag, wird mit Echchrome wenig Freude haben. Die Levels sind komplett in schwarz-weiß gehalten, die Protagonisten bestehen aus wenigen dünnen Linien, die Musik passt sich mit ihrem dezent aufgemotzten Klassiktönen dem Retrostil an. Auch die eigentlichen Aufgaben im Spiel sind einfach und schnörkellos: Es gilt, die Spielfigur vom Level-Beginn zum Level-Ausgang zu führen. Und zwar ohne dass sie dabei durch ein Loch in den Abgrund fällt, an unüberwindbaren Klippen scheitert oder von sonstigen Gefahren und Fallen aufgehalten wird.

Echochrome Trailer
Echochrome Trailer (01:57)

Zunutze macht sich Echochrome dabei ein Prinzip, das der niederländische Künstler M. C. Escher perfektioniert hat: Die optische Täuschung und die perspektivische Unmöglichkeit. Was zunächst unüberwindbar scheint, lässt sich durch Rotieren des Level-Aufbaus auflösen, aus 2D wird 3D und umgekehrt; insofern ist in den einzelnen Levels meist auch nicht mehr zu tun, als im richtigen Moment das Szenario in die richtige Richtung zu drehen.

Ein Beispiel: Zwei Stege sind durch eine Lücke voneinander getrennt und können von der selbstständig laufenden Spielfigur somit nicht überquert werden. Wird nun die Ansicht so gedreht, dass ein ebenfalls im Bild befindlicher senkrechter Balken die Lücke verdeckt, ist sie nicht nur aus den Augen, sondern auch aus dem Level verschwunden; eine Falle, die nicht zu sehen ist, existiert nicht mehr, und die Figur kann den Weg überqueren. Ähnliches gilt für die schwarzen Löcher an zahlreichen Stellen in den Gebilden: Wird die Anordnung so gedreht, dass sich unter dem schwarzen Loch ein Balken befindet, fällt die Figur nicht ins Nichts, sondern landet wieder auf dem Labyrinth – und geht von dort ihren gewohnten Gang weiter.

Was sich einfach anhört, wird nach dem guten Tutorial und den ersten Leveln allerdings schnell zu einer Herausforderung für die grauen Zellen: Die Labyrinthe werden immer komplexer, ein Zeitlimit verschärft den Schwierigkeitsgrad zusätzlich. Wirklich sterben können die Spielfiguren allerdings nicht – sind sie vom Brett gefallen, werden sie einfach wieder neu aufgesetzt; eine gewisse Frustresistenz ist im späteren Verlauf dennoch unbedingt von Vorteil. Übrigens ist auch das Erstellen eigener Labyrinthe möglich; wer mag, kann die dann auch Freunden über den Ad-hoc-Modus auf PSP oder über das Playstation-Network auf PS3 zur Verfügung stellen.

Echochrome für die Playstation Portable kostet rund 30 Euro. Außerdem wird das Spiel als Download für Playstation 3 für 9,99 Euro im Playstation-Network angeboten. Die USK hat das Spiel ohne Altersbeschränkung freigegeben.

Fazit:
Ganz so süchtig wie manch andere PSP-Highlights der Marke Patapon oder Loco Roco macht Echochrome sicherlich nicht, dafür ist das Ganze dann doch zu puristisch und auf Dauer ein wenig monoton. Faszinierend stilvoll und ästhetisch gelungen ist das Ganze aber unbedingt. Wer knifflige Rätsel ebenso schätzt wie einen hohen Schwierigkeitsgrad, dürfte hier Unterhaltung für einige sehr fordernde Stunden finden.

 
Video: Echochrome Trailer in 720p – benötigt Flash 9 (1:58)

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