Studie: Flachbildschirmproduktion kann das Klima schädigen
Stickstofftrifluorid(öffnet im neuen Fenster) (auch: Stickstoff(III)-fluorid, NF3), das die Forscher Michael Prather und Juno Hsu vom Earth System Science Department, der Universität von Kalifornien in Irvine auch als "vergessenes Treibhausgas" bezeichnen, wird bei der Herstellung von Flachbildschirmen dazu eingesetzt, Rückstände vom Bedampfen zu entfernen.
Die Auswirkungen des Gases seien immens, schreiben die Wissenschaftler in einem Aufsatz(öffnet im neuen Fenster) im Fachjournal "Geophysical Research Letters". Ihren Erkenntnissen zufolge hat das Gas eine Lebensdauer von über 500 Jahren.
Allein im Jahr 2008 sollen 4.000 Tonnen des Gases hergestellt worden sein. Unter Klimagesichtspunkten entspreche das 67 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Stickstofftrifluorid könne damit einen größeren Einfluss auf das Klima haben als das größte Kohlenkraftwerk der Welt. Wegen des Booms der Flachbildfernseher sollen die Zahlen in den kommenden Jahren noch steigen.
Wie viel NF3 in die Atmosphäre gelangt, ist allerdings nicht bekannt. Das synthetisch hergestellte Gas gehört nicht zu den sechs im Kyoto-Protokoll aufgeführten Treibhausgasen, deren Produktion überwacht wird. Dabei ist das Stickstofftrifluorid potenziell schädlicher für das Klima als fünf dieser Stoffe, schreiben die Wissenschaftler. Schädlicher auch als Perfluorcarbone(öffnet im neuen Fenster) (PFC), die Stickstofftrifluorid bei der Produktion von Flachbildschirmen ersetzt haben. Prather und Hsu empfehlen deshalb, künftig auch die Konzentration dieses Gases in der Atmosphäre zu überwachen.