T-Mobile hat Push-to-Talk eingestellt
Im November 2004 hatte T-Mobile Push-to-Talk in Deutschland eingeführt. Doch anfangs gab es keine Mobiltelefonauswahl für diesen Service – nur das Nokia 5410 unterstützte den Dienst. Und wer sich für das Nokia-Modell begeistern konnte, wurde enttäuscht: Anfangs lief der Dienst überhaupt nicht oder war nur unter größten Mühen zum Laufen zu bringen. Eine einfache Konfiguration per SMS bot T-Mobile seinen Kunden nicht an.
Auch die Tarifstruktur verhinderte den Erfolg von Push-to-Talk (PTT). Zwar sollte der Service zunächst ein halbes Jahr lang kostenlos getestet werden können. Ab Mai 2005 wollte T-Mobile dann den Versand der Sprachnachrichten in Form von Tages- oder Monatspauschalen abrechnen. Im Inland kostete die Nutzung des Dienstes 1 Euro pro Tag oder 18 Euro im Monat – egal wie viele Nachrichten versendet wurden. Das empfanden viele als zu teuer. Daher gab es auch nicht die von T-Mobile erhofften Einnahmen.
Der Bonner Telekommunikationskonzern nannte Golem.de einen anderen Grund für das Scheitern: Bei Push-to-Talk wird das Gespräch sofort durchgestellt, damit platze ein Gesprächspartner schon mal in eine Besprechung, die Privatsphäre sei damit gestört. Aus diesem Grunde hätten die Kunden auf Push-to-Talk verzichtet. Dass man den PTT-Dienst für solche Situation auch abschalten kann, ließ T-Mobile unerwähnt.
Während Privatkunden den Dienst in Zukunft nicht mehr nutzen können, läuft das Angebot für Geschäftskunden über Talk IP weiter. Insgesamt hat der Systempartner etwa 1.000 T-Mobile-Kunden übernommen. Der Anbieter verlangt 8,50 Euro pro Gerät und Monat, um die Sprachverbindung über die Talk-IP-Server bereitzustellen.
Vorteil der neuen Lösung: Es muss keine Software auf das Mobiltelefon geladen werden, es soll nur eine Konfigurations-SMS nötig sein, um den Dienst zu starten. Unterstützt werden nur die Symbian-Smartphones der Nokia-Serien N und E sowie alle Windows-Mobile-Smartphones. Der Push-to-Talk-Dienst von Talk IP soll zudem mit PCs und Laptops funktionieren.
Die Reichweite der Geräte ist dabei nicht beschränkt, der Dienst funktioniert über die Datenkanäle von T-Mobile, über LAN oder WLAN. Talk IP bietet den Dienst auch Vodafone-Kunden an, dann läuft der Verkehr statt über das T-Mobile-Netz über die Vodafone-Datenkanäle. E-Plus und O2 werden derzeit nicht unterstützt, mit der Begründung, die Abdeckung der Netze sei ungenügend. Derzeit ist Talk IP allerdings nach eigener Aussage mit E-Plus in Verhandlung, den Dienst wenigstens in einigen Städten anzubieten.
Der Dienst von Talk IP soll keine Sprachverzögerungen mit sich bringen, wie es bei dem T-Mobile-Dienst der Fall war. Zudem ist die Größe der Benutzergruppe unbegrenzt. T-Mobile hat nur bis zu 20 Teilnehmer erlaubt. Außerdem kann Talk IP die GPS-Signale von Mobiltelefonen mit GPS-Empfänger auslesen und das Gerät auf 5 Meter genau orten. Derzeit nutzen vor allem die Polizeidienststellen in ganz Deutschland, Rettungsdienste, Taxiunternehmen und Energieversorger den PTT-Dienst von Talk IP.
- Anzeige Hier geht es zur AVM Fritzbox 7590 AX bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.