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Zweite Beta des Flash Player 10 veröffentlicht

Adobe geht auf Wünsche der Community ein. Der Flash Player 10 von Adobe, Codename Astro, wird mit einigen wesentlichen Neuerungen aufwarten, einige davon waren schon in der ersten Betaversion zu sehen, weitere kommen in der jetzt veröffentlichten Beta 2 hinzu.
/ Jens Ihlenfeld
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Die Beta 2 des Flash Player 10 wartet mit verbesserten Sound-APIs auf, die den Umgang mit geladenen MP3-Dateien auf tieferer Ebene erlauben. So können Audiodaten als byteArray extrahiert werden und das neue API gewährt über eine Callback-Funktion Zugriff auf Soundpuffer. Ausgelöst wird dieser Aufruf, wenn der Puffer droht, leerzulaufen. Auch Filter lassen sich auf die Audiodaten anwenden.

Die Linux-Version des Flash Player 10 unterstützt in der Beta 2 nun einen fensterlosen Modus, so dass sich Flash und HTML-Inhalte sauber übereinanderlegen lassen. Allerdings funktioniert dies nur im Firefox 3. Ebenfalls nur für Linux-Nutzer relevant ist die Unterstützung von Video4Linux v2 im Kamera-API.

Das ActionScript-3.0-API wurde um den Aufruf unloadAndStop erweitert. Wird diese Funktion aufgerufen, werden geladene Inhalte sofort entfernt, die Audiowiedergabe angehalten und alle eventListeners deaktiviert, so dass kein Zugriff auf die Inhalte über ActionScript mehr möglich ist. Neu ist auch eine eingeschränkte Funktion der Tastatur in der Vollbildansicht, was die Sicherheit erhöhen soll. Dabei funktionieren nur Tasten, die keine sichtbaren Zeichen erzeugen wie Pfeile, Shift, Tabulator, Enter oder die Leertaste.

Einige grundlegende Neuerungen wurden bereits mit der Beta 1 gezeigt. So führt Adobe mit dem Flash Player 10 neue interaktive 3D-Animationen ein, unterstützt Hardwarebeschleunigung bei Animationen sowie der Videowiedergabe. Neue 3D-Animationen im Flash Player 10 werden aus 2D-Objekten berechnet und versprechen volle Interaktivität. Diese Funktion richtet sich an Entwickler, denen das Wissen für die Gestaltung von 3D-Objekten fehlt. Adobe will dafür passende APIs bereitstellen. Nach wie vor kann der Flash Player 10 mit entsprechenden Plug-ins vorberechnete 3D-Figuren und -Animationen integrieren.

Mit Hilfe von Adobes Pixel Bender lassen sich eigene Filter und Effekte anlegen, um diese in den Flash Player 10 zu integrieren. Diese Verfahren basieren auf den Filtern aus Adobes After Effects CS3 und sollen im Flash Player nur etwa 1 KByte an Speicher belegen. Sie werden über Scripte realisiert und bei der Ausführung animiert. Nutzer können auch eigene Effekte kreieren und an andere weitergeben. Unter adobe.com/cfusion/exchange(öffnet im neuen Fenster) hat Adobe eine Tauschbörse für Pixel-Bender-Effekte eingerichtet.

Unter MacOS X soll die neue Version des Flash Player deutlich schneller laufen(öffnet im neuen Fenster) , nachdem ein Flaschenhals beim Textrendering beseitigt wurde. Den GUImark(öffnet im neuen Fenster) soll Flash dadurch dreimal schneller bewältigen.

Bei der Wiedergabe von Animationen und Videos kann der Flash Player nun Hardwarebeschleunigung nutzen und bringt dazu die beiden neuen Window-Modi "direct" und "gpu" mit, wie Flash-Player-Entwickler Tinic Uro in seinem Blog erläutert(öffnet im neuen Fenster) . Er weist unter anderem darauf hin, dass das Rendering im Grafikchip in den meisten Fällen nicht schneller ist als in der CPU. Für Pixel Bender wird die Hardwarebeschleunigung gar nicht verwendet(öffnet im neuen Fenster) .

Im Zusammenspiel mit der nächsten Version von Adobes Flash Media Server wird der Flash Player 10 Videostreaming mit variabler Bitrate unterstützen, wobei die Videoqualität automatisch an die verfügbare Bandbreite angepasst wird, um eine kontinuierliche Wiedergabe von Streaming-Videos zu erreichen. Mit der Beta 2 können dabei auch unterschiedliche Audiostreams genutzt werden.

Für viel Aufsehen sorgte die Integration des "Real Time Media Flow Protocol" ( RTMFP(öffnet im neuen Fenster) ), das eine direkte Kommunikation zwischen Flash-Nutzern erlaubt. Hank Williams ist davon überzeugt(öffnet im neuen Fenster) , dass damit eine Verteilung von Medieninhalten wie Videos möglich wird, womit Adobe das Geschäft von Content Delivery Networks (CDN) untergraben könnte. Adobe hat dies bisher nicht bestritten, spricht selbst aber eher über eine direkte Echtzeitkommunikation von Nutzern, wie einen in AIR realisierten Video-Chat-Client oder Multi-Player-Spiele in Flash. Zudem soll die Nutzung von RTMFP den Flash Media Server voraussetzen. Die Technik hat Adobe durch die Übernahme von Amicima 2006 erworben.

Der Flash Player 10 wartet darüber hinaus mit einer verbesserten Layout-Engine für die Textdarstellung auf, die neuartige Kontrollmöglichkeiten bietet, so dass Sprachen mit vielen Sonderzeichen oder mit besonderer Schreibung besser dargestellt werden können. Damit sollen sich auch Schriften gut verarbeiten lassen, die etwa von rechts nach links oder auch bidirektional gelesen werden. Diese Neuerung kann auch bei der Nutzung von E-Books hilfreich sein.

Die Beta 2 des Flash Player 10(öffnet im neuen Fenster) steht für Windows, Linux und MacOS X nur in englischer Sprache zum Download(öffnet im neuen Fenster) bereit. Vor der Installation der Betaausführung empfiehlt der Hersteller die Deinstallation einer anderen Flash-Player-Version. Eine parallele Nutzung zu einer stabilen Ausführung des Flash Players ist also ausgeschlossen. Adobe machte von sich aus keine Angaben, wann die fertige Ausführung des Flash Players 10 zu erwarten ist. Nach Angaben von ComputerWorld.com erscheint der Flash Player 10 als Final-Version noch in diesem Jahr, ein genaueres Datum ist aber nicht bekannt.


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