• IT-Karriere:
  • Services:

Deutsche Mobilfunkstudie: Kein Geld für kritische Forscher?

Was Probleme mit Netzbetreibern bringt, wurde nicht berücksichtigt

Mitte Juni 2008 hatte das Bundesstrahlenschutzamt bedingt Entwarnung gegeben und der Umweltminister bezeichnete die Mobilfunkgrenzwerte als ausreichend. Kritische Wissenschaftler erheben den Vorwurf, beim "Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramm" nicht berücksichtigt worden zu sein.

Artikel veröffentlicht am ,

Ein wesentlicher Aspekt, die nichtthermischen Wirkungen der Mobilfunkstrahlung auf die Zellen, sei bei der Studie nicht ausreichend untersucht worden, bemängeln die Kritiker.

Inhalt:
  1. Deutsche Mobilfunkstudie: Kein Geld für kritische Forscher?
  2. Deutsche Mobilfunkstudie: Kein Geld für kritische Forscher?

"Die derzeit gültigen Grenzwerte schützen nach wissenschaftlichem Kenntnisstand vor gesundheitsschädlichen Auswirkungen des Mobilfunks." Das war das Ergebnis der 17 Millionen Euro teuren Untersuchung mit dem Titel "Deutsches Mobilfunk Forschungsprogramm" (DMF), die Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) am 17. Juni 2008 der Öffentlichkeit präsentierte. Zwar habe nicht geklärt werden können, ob Mobilfunk für Kinder oder bei mehr als zehnjähriger Nutzung gefährlich sei. Dennoch zeigten die Forschungsergebnisse, dass die Strahlenbelastung der Bevölkerung weit unterhalb der Grenzwerte liege.

Doch manche Fachleute, zum Beispiel der Mediziner und Biochemiker Franz Adlkofer von der Stiftung Verum in München, sehen das anders: "Durch das Deutsche Mobilfunk-Forschungsprogramm wird die Frage nach einer möglichen Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung nicht annähernd beantwortet. Hier wird davon ausgegangen, dass die biologischen Wirkungen der Mobilfunkstrahlung ausschließlich durch Wärmeentstehung zu erklären sind, und dass es sogenannte athermische Wirkungen mit Krankheitsrelevanz nicht gibt."

Ein fehlerhaftes Studiendesign aber führe zu verharmlosenden Ergebnissen. Ein Sprecher des Bundesamts für Strahlenschutz erklärte dazu auf Anfrage von Golem.de, "dass die thermische Wirkung hochfrequenter Strahlung entscheidend ist und dies wissenschaftlicher Konsens" sei. Folglich, so der Sprecher, könne man zu Recht Entwarnung geben.

Stellenmarkt
  1. EPLAN Software & Service GmbH & Co. KG, Stuttgart
  2. Medienzentrum Pforzheim-Enzkreis, Pforzheim

Die thermische Wirkung hochfrequenter Strahlung ist bekannt und wird im Mikrowellenherd zur Erzeugung von Hitze genutzt. Aus der Biologie weiß man darüber hinaus, dass elektromagnetische Felder für die Kommunikation unter Zellen genutzt werden. Der Kontakt unter Proteinen funktioniert nach dem Schlüssel/Schloss-Prinzip, und elektromagnetische Felder werden eingesetzt, um Protein-Schlösser wie das CD4 für den Kontakt zu konfigurieren. (Reed, J. und Kinzel, V.: A conformational switch is associated with receptor affinity in peptides derived from the CD4-binding domain of gp120 from HIV. Biomchemistry, 30, 4521-4528 (1991)). Mittels elektromagnetischer Felder werden die Kontaktstellen von Eiweißen für die Kommunikation wie die Endozytose oder Membranfusion vorbereitet.

Berühmt wurde Nobelpreisträger Stanley Prusiner im Jahr 1997 für seine Entdeckung, dass kleine normale Eiweißkörper des Hirngewebes durch sogenannte pathogene (unphysiologische, abnorme) "Prionen" in abnormale, pathogene Eiweißkörperchen umgewandelt werden können, die bei Mensch und Tier zu schweren hirnorganischen Erkrankungen führen. Unsere Hirneiweiße bestehen aus genau definierten gefalteten Aminosäureketten, und Prusiner zeigte, dass schon geringfügige elektromagnetische Felder zu einer Umfaltung in pathologische, abnorme Faltungen der Aminosäureketten führen können, was bei Tieren zu BSE und beim Menschen unter anderem zur Creutzfeld-Jakob-Krankheit (CJK) beziehungsweise zur neuen CJK-Erkrankung führen kann.

So ist es nicht verwunderlich, dass gerade die wenigen Studien zu Folgen athermischer Wirkung Anlass zur Sorge geben. Die REFLEX-Studie an isolierten menschlichen Zellen zeige beispielsweise eine recht deutliche Einwirkung der Mobilfunkstrahlung auf das Genom isolierter menschlicher Zellen, so Adlkofer, der diese von der EU geförderte Studie von 2000 bis 2004 geleitet hatte.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Deutsche Mobilfunkstudie: Kein Geld für kritische Forscher? 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de

Dekkert 28. Aug 2008

Hallo! Ich habe keinerlei Ahnung von Funk. Für eine Geschichte, die ich schreibe: Was...

Voytech 19. Aug 2008

Na, wer kennt es nicht, dieses rhythmische Signal, das aus Lautsprechern aller Art...

parlatan 15. Jul 2008

Dass die Funktechnologie nicht gesund sein kann, das steht für mich ausser Frage. Allein...

M. Hahn 10. Jul 2008

Na ja..., ich lese GOLEM sonst kaum, habe da nicht den Vergleich. Das statement...

phozz 10. Jul 2008

macht die augen auf... ob die gewöhnliche dosis der telefonate selbst das kann ist eins...


Folgen Sie uns
       


Apple iPad 7 - Fazit

Apples neues iPad 7 richtet sich an Nutzer im Einsteigerbereich. Im Test von Golem.de schneidet das Tablet aufgrund seines Preis-Leistungs-Verhältnisses sehr gut ab.

Apple iPad 7 - Fazit Video aufrufen
Mitsubishi: Satelliten setzen das Auto in die Spur
Mitsubishi
Satelliten setzen das Auto in die Spur

Mitsubishi Electric arbeitet am autonomen Fahren. Dafür betreibt der japanische Mischkonzern einigen Aufwand: Er baut einen eigenen Kartendienst sowie eine eigene Satellitenkonstellation auf.
Ein Bericht von Dirk Kunde


    Minikonsolen im Video-Vergleichstest: Die sieben sinnlosen Zwerge
    Minikonsolen im Video-Vergleichstest
    Die sieben sinnlosen Zwerge

    Golem retro_ Eigentlich sollten wir die kleinen Retrokonsolen mögen. Aber bei mittelmäßiger Emulation, schlechter Steuerung und Verarbeitung wollten wir beim Testen mitunter über die sieben Berge flüchten.
    Ein Test von Martin Wolf


      Weltraumsimulation: Die Star-Citizen-Euphorie ist ansteckend
      Weltraumsimulation
      Die Star-Citizen-Euphorie ist ansteckend

      Jubelnde Massen, ehrliche Entwickler und ein 30 Kilogramm schweres Modell des Javelin-Zerstörers: Die Citizencon 2949 hat gezeigt, wie sehr die Community ihr Star Citizen liebt. Auf der anderen Seite reden Entwickler Klartext, statt Marketing-Floskeln zum Besten zu geben. Das steckt an.
      Ein IMHO von Oliver Nickel

      1. Theatres of War angespielt Star Citizen wird zu Battlefield mit Raumschiffen
      2. Star Citizen Mit der Carrack ins neue Sonnensystem
      3. Star Citizen Squadron 42 wird noch einmal verschoben

        •  /