Abo
  • Services:

Internetprovider gegen französisches Anti-Piraterie-Gesetz

Urheberrechtsverletzern soll Internetzugang gesperrt werden

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat ein scharfes und sehr umstrittenes Gesetz zur Bekämpfung illegaler Downloads durch den Ministerrat gebracht. Es war mit Internetprovidern und Vertretern der Musik- und Filmindustrie erarbeitet worden. Doch nun wollen die Internetprovider nicht mehr mitmachen.

Artikel veröffentlicht am , Meike Dülffer

In Frankreich formiert sich Protest gegen ein geplantes Gesetz zur Verhinderung illegaler Downloads im Internet. Ende 2007 hatten sich Staatspräsident Nicolas Sarkozy und eine Expertenkommission unter Vorsitz von FNAC-Chef Denis Olivennes im Grundsatz auf ein solches Gesetz geeinigt, was damals schon zu heftigem Widerspruch geführt hatte. Seit der ausgearbeitete Gesetzesentwurf am 18. Juni 2008 den französischen Ministerrat passierte, ist die Debatte neu entbrannt.

Inhalt:
  1. Internetprovider gegen französisches Anti-Piraterie-Gesetz
  2. Internetprovider gegen französisches Anti-Piraterie-Gesetz

Ziel des Gesetzes "Das Schaffen und das Internet" ist es, Urheberrechte besser zu schützen. Dafür sieht es für Internetnutzer, die illegal Musik oder Filme aus dem Netz herunterladen, drastische Strafen vor: Dem mutmaßlichen Urheberrechtsverletzter wird im schlimmsten Fall bis zu einem Jahr der Internetzugang gesperrt.

Dem ist laut Gesetzesentwurf ein dreistufiges Verwarnsystem vorgeschaltet: Zunächst wird der Nutzer per E-Mail, dann per Einschreiben verwarnt. Als dritter Schritt droht die Kappung des Internetzugangs für drei bis zwölf Monate. Überwachen und durchführen soll dies eine neu zu gründende Behörde mit der Bezeichnung Hadopi ("Haute Autorité pour la Diffusion des Oeuvres et la Protection des Droits sur l'Internet") - in Frankreich wird das Gesetz deshalb als "Loi Hadopi" bezeichnet.

Bislang war dieses Gesetz vor allem von Internetnutzern und in Foren viel kritisiert worden, doch nun haben sich auch die französischen Internetprovider, zusammengeschlossen in der Association des fournisseurs d'accès (AFA) et Free, die 2007 Teil der Expertenkommission zur Ausarbeitung des Gesetzes waren, von dem Gesetzesentwurf in seiner aktuellen Form distanziert.

Stellenmarkt
  1. Bosch Gruppe, Stuttgart-Feuerbach
  2. Universität Passau, Passau

In einem gemeinsamen Papier vom 24. Juni 2008 betonen die Internetprovider, die ursprüngliche Idee sei gewesen, legale Angebote als Gegenstück zur verschärften Verfolgung illegaler Downloads deutlich auszuweiten. Dem werde das Gesetz nun nicht mehr gerecht, so dass das beabsichtigte Gleichgewicht fehle. Nun laufe es vielmehr darauf hinaus, "Internetnutzer und -provider übermäßig zu bestrafen". Zudem sind es die Internetprovider, die die von der Hadopi verhängten Sanktionen gegenüber ihren Kunden ausführen müssen - sonst droht ihnen eine Geldstrafe.

Internetprovider gegen französisches Anti-Piraterie-Gesetz 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 47,99€
  2. 1,69€
  3. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie (Release 05.10.)
  4. 33,99€

Bibabuzzelmann 01. Jul 2008

Ei natürlich, die Bürger selbst haben doch nix von dieser Einrichtung, oder etwa...

Tantalus 01. Jul 2008

Ich fände es viel lustiger, wenn die Hadopi abgeklemmt wird. Gleich nach der...

Urheberrecht... 01. Jul 2008

Der Gesetzgeber? Wir sind hier in Deutschland. Da darf man alles, wenn man genug Geld...

Jay Äm 01. Jul 2008

Alles sehr gute Vorschläge. Ich warte jetzt mal Apple und den von mir erwähnten Anwalt...

blub 30. Jun 2008

Mit JAP greif ich grad auf heise zu wegen iMonitor. Aber so wirklich toll läufts nicht...


Folgen Sie uns
       


FritzOS 7 - Test

FritzOS 7 steckt voller sinnvoller Neuerungen: Im Test gefallen uns der einfach einzurichtende WLAN-Gastzugang und die praktische Mesh-Übersicht. Nachholbedarf gibt es aber noch bei der NAS-Funktion.

FritzOS 7 - Test Video aufrufen
Zahlen mit Smartphones im Alltagstest: Sparkassenkunden müssen nicht auf Google Pay neidisch sein
Zahlen mit Smartphones im Alltagstest
Sparkassenkunden müssen nicht auf Google Pay neidisch sein

In Deutschland gibt es mittlerweile mehrere Möglichkeiten, drahtlos mit dem Smartphone zu bezahlen. Wir haben Google Pay mit der Sparkassen-App Mobiles Bezahlen verglichen und festgestellt: In der Handhabung gleichen sich die Apps zwar, doch in den Details gibt es einige Unterschiede.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Smartphone Auch Volksbanken führen mobiles Bezahlen ein
  2. Bezahldienst ausprobiert Google Pay startet in Deutschland mit vier Finanzdiensten

Gesetzesentwurf: So will die Regierung den Abmahnmissbrauch eindämmen
Gesetzesentwurf
So will die Regierung den Abmahnmissbrauch eindämmen

Obwohl nach Inkrafttreten der DSGVO eine Abmahnwelle ausgeblieben ist, will Justizministerin Barley nun gesetzlich gegen missbräuchliche Abmahnungen vorgehen. Damit soll auch der "fliegende Gerichtsstand" im Wettbewerbsrecht abgeschafft werden.
Von Friedhelm Greis


    Yara Birkeland: Autonome Schiffe sind eine neue Art von Transportsystem
    Yara Birkeland
    Autonome Schiffe sind eine neue Art von Transportsystem

    Die Yara Birkeland wird das erste elektrisch angetriebene Schiff, das autonom fahren soll. Das ist aber nicht das einzige Ungewöhnliche daran. Diese Schiffe seien ein ganz neues Transportmittel, das nicht nur von den üblichen Akteuren eingesetzt werde, sagt ein Experte.
    Ein Interview von Werner Pluta

    1. Power Pac Strom aus dem Container für Ozeanriesen
    2. Yara Birkeland Norwegische Werft baut den ersten autonomen E-Frachter
    3. SAVe Energy Rolls-Royce bringt Akku zur Elektrifizierung von Schiffen

      •  /