CPU-Test des 3DMark Vantage wird dreimal so schnell. Seit vergangener Woche gibt es von Nvidia Betaversionen der Grafiktreiber, die Berechnungen der Physik-Engine "PhysX" auf die GPU auslagern. Damit fallen die Werte des 3DMark Vantage sehr viel höher aus, was beim Testen zu beachten ist. Zudem scheint das Verfahren noch nicht ganz ausgereift. Und es soll bereits einen ersten Hack, um PhysX auch auf AMD-Karten zu bringen, geben.
Wie bereits berichtet , wird die PhysX-Beschleunigung auf der GPU in redaktionellen Beiträgen von Hardwareseiten und auch in Foren von Anwendern kontrovers diskutiert. Da Nvidia den PhysX-Entwickler Ageia im Februar 2008 gekauft hatte , und damit die Kontrolle über die Physik-Engine besitzt, ist nicht mehr völlig transparent, wie schnell PhysX-Anwendungen auf der ein oder anderen Hardware laufen könnten.
Bereits am 17. Juni 2008 erschien auf den Betaseiten von Nvidia der Treiber 177.35(öffnet im neuen Fenster) , der PhysX auf die GPU brachte. Er läuft aber laut Nvidia nur mit den GT-200-Grafikkarten GTX-260 und GTX-280. Am Tag nach der Vorstellung der neuen AMD-Grafikkarten der 4800er-Serie hat Nvidia nun den Treiber 177.39(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht, der PhysX auch auf der GeForce 9800 GTX ermöglicht. Andere Karten bleiben weiterhin außen vor.
Wir haben auf unserer Testplattform für Grafikkarten den Treiber 177.39 im Vergleich mit der letzten von Futuremark zertifizierten Version 175.16 und dem aktuellen Betatreiber von AMD für die 4870 verglichen. Während die Treiber ohne PhysX-Beschleunigung auf dem Core 2 Extreme QX9770 (3,2 GHz) im Rahmen der Messgenauigkeit die gleichen Ergebnisse liefern, verdreifacht sich der CPU-Score mit PhysX-Beschleunigung fast.
Um diese Ergebnisse zu erhalten, muss man die Datei "PhysXSetup.exe" aus dem Installationsverzeichnis von Hand starten. Das Treiberpaket selbst installiert die PhysX-Treiber der Version 8.06.12 nicht automatisch. Ohne diesen Zusatz bleiben die Ergebnisse des Benchmarks im erwarteten Rahmen.
Mit dem Treiber wird beim Physiktest des 3DMark die sonst zu 100 Prozent ausgelastete CPU mit dem PhysX-Treiber nun nur noch zu rund 80 Prozent belegt - offenbar rechnet sie noch kräftig mit. Unklar ist noch, wie sich die Verlagerung von Physikberechnungen auf die GPU beispielsweise auf die Leistung von Shaderprogrammen auswirkt. Wer das selbst ausprobieren will, kann das derzeit nur mit einer Nvidia-Modifikation(öffnet im neuen Fenster) für Unreal Tournament 3 tun.
Den 3DMark Vantage wieder von den optimierten Treibern zu befreien, ist nicht ganz einfach. Führt man schlicht das Programm PhysXSetup.exe erneut aus, bietet es eine Deinstallation der Software an. Danach startet 3DMark Vantage aber nicht mehr. Nur die Deinstallation des Benchmarks und anschließende Neuinstallation bereinigt das System. Dann liefert auch der Treiber 177.39 wieder Ergebnisse ohne PhyX-Beschleunigung.
Offenbar ist es aber auch relativ leicht möglich, die PhysX-Engine auf AMD-Grafikkarten laufen zu lassen. Die Webseite NGOHQ - unter anderem bekannt für gehackte SLI-Treiber - hat bereits einen Screenshot veröffentlicht, der ähnliche hohe Ergebnisse mit einer Karte aus der 3800-Serie zeigt. Die 4800-Serie würde noch nicht unterstützt, da die Programmierer kein solches Exemplar besitzen, beschweren sie sich in einem News-Eintrag(öffnet im neuen Fenster) . Ob es sich bei diesen angeblichen Treibern um einen gut gemachten Scherz handelt, ist noch nicht bekannt. Ebenso, ob und wann sie veröffentlicht werden sollen. NGOHQ verspricht nur einige Videos, die in Tagen oder Wochen erscheinen sollen.