Uefa: Fehlerhaftes Notstromsystem war Schuld am Bildausfall
Drei kurze Stromausfälle von weniger als einer Millisekunde haben das International Broadcast Centre (IBC) der Uefa in Wien lahmgelegt, über das nahezu alle Fernsehsender die Bilder der Europameisterschaft übernehmen müssen. Zwar gab es ein Notstromsystem, das sprang aber nicht an. Die kurzen Aussetzer reichten, um die Systeme des Master Control Room im IBC zum Neustart zu bringen. Und dieser dauert einige Minuten.
So blieb das Bild für mehrere Minuten weg, lediglich das Schweizer Fernsehen, das über eine eigene Leitung zum Stadion in Basel verfügte, bekam noch Bilder. Hier bediente sich auch das ZDF, was durch eine zusätzliche Verzögerung für interessante Effekte sorgte. Kommentator Béla Réthy, der direkt vor Ort war, verkündete die Tore noch bevor diese zu sehen waren.
Man habe den besten Anbieter ausgesucht, um das IBC und dessen Stromversorgung aufzusetzen. Dieser sei bereits für das IBC der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland im Jahre 2006 verantwortlich gewesen, und das System sei zuvor auch nach allen Industriestandards getestet worden, betont Alexandre Fourtoy, Chef der Uefa Media Technologies, die für das IBC verantwortlich ist.
Um ähnliche Vorkommnisse im zweiten Halbfinale zwischen Russland und Spanien am heutigen Donnerstagabend zu verhindern, wird das IBC nun durch einen unabhängigen Stromgenerator versorgt, der über eine eigene Notstromlösung verfügt.
Bleibt die Frage, ob es sinnvoll ist, alle Fernsehanstalten dazu zu zwingen, ihr Signal an einem einzigen Punkt abzunehmen, denn ohne die Schweizer Extraleitung wäre wohl mancher Torjubel am Mittwoch ausgeblieben.



