Bitkom und Bundesdatenschützer befürworten neue E-Card

Schaar fühlt sich "von Anfang an eingebunden"

In seltener Eintracht haben der IT-Branchenverband Bitkom und Bundesdatenschützer Peter Schaar den umstrittenen elektronischen Einkommensnachweis Elena (früher Jobcard) gelobt. "Wenn alle Arbeitsnachweise und Gehaltsbescheinigungen elektronisch übermittelt würden, könnten die Unternehmen mehr als 500 Millionen Euro einsparen", sagte Bitkom-Chef August-Wilhelm Scheer. Man sei in das Projekt von Anfang an eingebunden und könne mit den jetzigen Vorgaben leben, ließ Schaar über einen Sprecher mitteilen.

Artikel veröffentlicht am ,

Am 25. Juni 2008 hatte das Bundeskabinett den Start des elektronischen Meldeverfahrens für Arbeitsdaten (Elena) für das Jahr 2012 beschlossen. Das Erstellen von schriftlichen Einkommensnachweisen etwa für den Elterngeldantrag oder das Wohngeld wird dadurch künftig entfallen. Es sei längst überfällig, auf eine komplett elektronische Kommunikation zwischen Arbeitgebern und Behörden umzustellen, sagte Bitkom-Chef Scheer. "Schließlich liegen die Daten bei den Unternehmen elektronisch vor und werden in den Verwaltungen auch elektronisch weiterbearbeitet. Die bisher übliche Übertragung auf Papier ist teuer, fehleranfällig und anachronistisch", so Scheer.

Stellenmarkt
  1. ADAS R&D Director (m/w/d)
    Valeo Schalter und Sensoren, Bietigheim-Bissingen
  2. Senior Consultant Data & Analytics Governance (m/w/d)
    Schaeffler AG, Nürnberg
Detailsuche

Dem Bitkom reicht das aber noch nicht aus. Zu viele Bereiche - etwa Prozesskostenbeihilfe, Wohnberechtigungsschein oder Unterhaltsstreitigkeiten - seien davon noch nicht erfasst. "Deshalb darf der für das Jahr 2012 geplante Start des elektronischen Meldeverfahrens nur ein erster Schritt sein", betonte er.

Anders als seine Amtskollegen in den Bundesländern hat der Bundesdatenschutzbeauftragte gegen die Einführung von Elena im Wesentlichen keine Bedenken. Dies hat sein Sprecher Dietmar Müller dem Kölner Stadt-Anzeiger erklärt. "Wir waren von Anfang an eingebunden und können mit den Vorgaben, wie sie jetzt bestehen, leben." Man habe den Wunsch nach Bürokratieabbau und könne sich nicht immer allen Neuerungen entgegenstellen, erklärte Müller. Wer für die Beantragung sozialer Leistungen einen Einkommensnachweis bräuchte, könnte diese durch Elena erhalten, ohne dass der Arbeitgeber davon erfährt.

Der Kieler Landesdatenschützer Thilo Weichert hat Elena dagegen abgelehnt. Sämtliche Einkommensdaten aller in Deutschland abhängig Beschäftigten würden damit von den Arbeitgebern monatlich an eine zentrale Speicherstelle übermittelt. Damit entstehe eine "datenschutzwidrige zentrale Großdatenbank ohne echte Verschlüsselung". Auch wenn der Bürger bei Beantragung von Sozialleistungen seine digitale Signatur einsetzen müsse, "könnten die Behörden jederzeit auf die im Klartext vorliegenden Daten zugreifen", kritisierte Weichert. Die Behauptung der Bundesregierung, dass ein Datenabruf nur unter aktiver Mitwirkung des Bürgers möglich sei, nannte er "schlicht unwahr".

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Nath 24. Jul 2008

Oh, mal wieder ein Maschinenstürmer... witzig.

CDU-Deppenverein 01. Jul 2008

Periode als Bundesdatenschützer vor. Noch dreister geht es wohl nicht? Ein Schelm, der denkt.

Jay Äm 26. Jun 2008

Quelle Deiner Zahlen?

bundesdatenbesc... 26. Jun 2008

Zuerst Kooperation mit Lidl, jetzt total naiv. Naja, wenn man von solchen seine Brötchen...

:-) 26. Jun 2008

Die Begründung für diese Karte könnte man auch "Trojanisches Pferd" nennen, geht es doch...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Naomi "SexyCyborg" Wu
Pappbüste einer Tech-Youtuberin ist Youtube zu anstößig

Naomi Wu wird in der Maker-Szene für ihr Fachwissen geschätzt. Youtube demonetarisiert sie aber wohl wegen ihrer Körperproportionen.

Naomi SexyCyborg Wu: Pappbüste einer Tech-Youtuberin ist Youtube zu anstößig
Artikel
  1. Akamai: Steigende Nachfrage für illegale Kopien von Filmen
    Akamai
    Steigende Nachfrage für illegale Kopien von Filmen

    Durch die vielen neuen Streaming-Dienste ist illegales Filesharing wieder stark im Kommen.

  2. VDSL-Mietpreiserhöhung: Sie investieren nicht in Netzausbau, aber beschweren sich
    VDSL-Mietpreiserhöhung
    "Sie investieren nicht in Netzausbau, aber beschweren sich"

    Die Deutsche Telekom hat die Kritiken von 1&1, Vodafone und Telefónica erwartet.

  3. Coronapandemie: 42,6 Millionen mehr digitale Impfzertifikate als Impfdosen
    Coronapandemie
    42,6 Millionen mehr digitale Impfzertifikate als Impfdosen

    Einem Medienbericht zufolge gibt es eine Lücke zwischen ausgestellten Impfnachweisen und verabreichten Dosen. Diese wird sogar noch größer.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RX 6900 XTU 16GB 1.449€ • Intel i7 3,6Ghz 399€ • Alternate: u.a. Acer Gaming-Monitor 119,90€ • Logitech Gaming-Headset 75€ • iRobot Saugroboter ab 289,99€ • 1TB SSD PCIe 4.0 128,07€ • Razer Gaming-Tastatur 155€ • GOG New Year Sale: bis zu 90% Rabatt • LG OLED 65 Zoll 1.599€ [Werbung]
    •  /