Abo
  • IT-Karriere:

Überwachungskameras lernen sehen und hören

Software erkennt Geräusche und Gesten

Britische Forscher bringen Überwachungskameras das Sehen und Hören bei. Eine intelligente Steuerungssoftware soll gewalttätige Handlungen oder Geräusche erkennen und in Millisekunden die Kameras darauf richten.

Artikel veröffentlicht am ,

Ein Streit auf der Straße, Schimpfworte fallen, ein Schrei. Noch reagiert die Überwachungskamera nicht darauf. Doch britische Forscher arbeiten daran, dass sich das ändert. In wenigen Jahren soll eine Kamera schnell herumfahren und eine solche Szene aufnehmen.

Stellenmarkt
  1. Dataport, Hamburg
  2. DLR Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Neustrelitz

Dazu wollen die Forscher vom Institute of Industrial Research der Universität in Portsmouth einer intelligenten Steuerungssoftware beibringen, akustische Muster zu erkennen. Auf einem Parkplatz könnte das beispielsweise der Knall eines Unfalls oder das Klirren einer eingeschlagenen Scheibe sein. Erkennt die Software das Geräusch, soll sie die Kamera genauso schnell darauf richten, wie ein Mensch braucht, um seinen Kopf dem Geräusch zuzuwenden. Das seien, so die Wissenschaftler, etwa 300 Millisekunden.

"Zur Identifizierung suchen wir nach der Form der Töne. Wenn man die Augen schließt, kann man die Form eines Objektes nachzeichnen und so dessen Umriss mit der Hand 'lesen'. Genauso entwickeln wir Formen von Tönen, die die Software erkennen soll", erklärt Institutsdirektor David Brown. Die Software vergleicht Töne in der Außenwelt mit gespeicherten Vorlagen. "Verschiedene Arten von Glas erzeugen beim Einschlagen verschiedene Geräuschmuster, aber sie haben alle das gleiche Grundmuster, das mit Hilfe von Fuzzy Logic erkannt werden kann."

Schon heute sorgt die Software dafür, dass Kameras optische Muster erkennen können. Das System sei schon so ausgereift, dass es auch komplexe Muster wie Gewalttaten oder Details erkennen könne, wie etwa eine Beule an einem Auto oder ob eine Autoantenne an einem Auto ausgefahren ist.

Ziel ist, die Software so zu trainieren, dass sie in einem bestimmten Bereich ungewöhnliche Aktivitäten erkennt. In einem Einkaufszentrum würde sie beispielsweise darauf achten, wenn ein Mensch plötzlich losrennt und im Kontrollraum oder bei der Polizei einen Alarm auslösen. "Die Software zur optischen Erkennung wird in der Lage sein, visuelle Muster zu identifizieren. Im nächsten Schritt wollen wir die Kamera dazu bringen, sich auch zu drehen, wenn sie ein bestimmtes Geräusch hört", sagt Brown.

Da die Software lernfähig ist, werde sie mit der Zeit immer besser, erklärt der Wissenschaftler. Spätere Versionen würden sogar einzelne Wörter erkennen können. "Wir achten aber nur auf bestimmte Wörter, die mit Gewalt in Zusammenhang stehen, nicht auf die ganze Unterhaltung", beschwichtigt Brown.

Die von den Wissenschaftlern aus Portsmouth entwickelten Algorithmen sollen in Zukunft in die vorhandene Software zur Steuerung von Überwachungskameras integriert werden. Mit ihrer Hilfe soll es möglich sein, Straftaten schneller zu erkennen, aufzunehmen und zu verfolgen. So müssen Polizisten nach einer Straftat nicht mehr stundenlang Videoaufzeichnungen sichten. Die Software wird für sie nach bestimmten Geräuschen oder Handlungen suchen. Außerdem könne sie das Personal in den Kontrollräumen entlasten, deren Aufgabe darin besteht, den ganzen Tag auf Wände mit Monitoren zu starren, was zu Ermüdung und Unaufmerksamkeit führe.

Überwachungskameras sind in Großbritannien allgegenwärtig. Kaum irgendwo sonst stehen Bürger mehr im Fokus. Einige Briten entwickeln bereits einen kreativen Umgang mit den Kameras im öffentlichen Raum: Weil sie es sich nicht leisten konnte, ein professionelles Video aufzunehmen, spielte die Band The Get Out Clause aus Manchester einfach vor Überwachungskameras. Später verlangten die Musiker unter Berufung auf das britische Informationsfreiheitsgesetz die Herausgabe der Aufnahmen und montierten daraus ihr Video.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 204,90€
  2. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

Der Kaiser 26. Jun 2008

Mit Flatulenzen..

Archer79 26. Jun 2008

http://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6ne_neue_Welt => Textsuche nach "Soma"...

Der Kaiser 26. Jun 2008

Bedeutet es gab schon einen enormen Personalabbau zu Gunsten von Kameras der jetzt noch...

Idefix 26. Jun 2008

Stell so eine Kamera vor dem örtlichen Red-Zac Laden auf, in dessem Schaufenster ein...

Radierer 26. Jun 2008

...und sobald dort nochmal die Worte "Überwachung", oder "Vorratsdatenspeicherung...


Folgen Sie uns
       


Samsungs Monitor The Space - Test

Der Space-Monitor von Samsung ist ungewöhnlich: Er wird mit einer Schraubzwinge an die Tischkante geklemmt. Das spart tatsächlich viel Platz. Mit 32 Zoll Diagonale und 4K-Auflösung ist auch genug Platz für die tägliche Arbeit vorhanden.

Samsungs Monitor The Space - Test Video aufrufen
Probefahrt mit Mercedes EQC: Ein SUV mit viel Wumms und wenig Bodenfreiheit
Probefahrt mit Mercedes EQC
Ein SUV mit viel Wumms und wenig Bodenfreiheit

Mit dem EQC bietet nun auch Mercedes ein vollelektrisch angetriebenes SUV an. Golem.de hat auf einer Probefahrt getestet, ob das Elektroauto mit Audis E-Tron mithalten kann.
Ein Erfahrungsbericht von Friedhelm Greis

  1. Freightliner eCascadia Daimler bringt Elektro-Lkw mit 400 km Reichweite
  2. Mercedes-Sicherheitsstudie Mit der Lichtdusche gegen den Sekundenschlaf
  3. Elektro-SUV Produktion des Mercedes-Benz EQC beginnt

Raspberry Pi 4B im Test: Nummer 4 lebt!
Raspberry Pi 4B im Test
Nummer 4 lebt!

Das Raspberry Pi kann endlich zur Konkurrenz aufschließen, aber richtig glücklich werden wir mit dem neuen Modell des Bastelrechners trotz bemerkenswerter Merkmale nicht.
Ein Test von Alexander Merz

  1. Eben Upton Raspberry-Pi-Initiator spielt USB-C-Fehler herunter
  2. 52PI Ice Tower Turmkühler für Raspberry Pi 4B halbiert Temperatur
  3. Kickstarter Lyra ist ein Gameboy Advance mit integriertem Raspberry Pi

Google Game Builder ausprobiert: Spieldesign mit Karten statt Quellcode
Google Game Builder ausprobiert
Spieldesign mit Karten statt Quellcode

Bitte Bild wackeln lassen und dann eine Explosion: Solche Befehle als Reaktion auf Ereignisse lassen sich im Game Builder relativ einfach verketten. Der Spieleeditor des Google-Entwicklerteams Area 120 ist nicht nur für Einsteiger gedacht - sondern auch für Profis, etwa für die Erstellung von Prototypen.
Von Peter Steinlechner

  1. Spielebranche Immer weniger wollen Spiele in Deutschland entwickeln
  2. Aus dem Verlag Neue Herausforderungen für Spieler und Entwickler

    •  /