EU plant Regelung zu Stand-by-Betrieb von Elektronikgeräten
Laut Umweltbundesamt gehen in deutschen Privathaushalten durch die bei Computern und sonstigen Elektrogeräten üblichen Stand-by-Schaltungen 3,3 Milliarden Euro im Jahr verloren. Nach Angaben der Stiftung Warentest belasten Schein-aus-Verluste einen durchschnittlichen Haushalt in Deutschland mit knapp 100 Euro jährlich. Ein täglich acht Stunden laufender Computer verursacht Stromkosten von 200 Euro im Jahr, doch 70 Prozent gehen ungenutzt verloren, weil sich die Geräte kaum richtig ausschalten lassen. Ein Verzicht auf Stand-by würde zwei Atomkraftwerke überflüssig machen.
Der neue Kommissionsentwurf sieht nun vor, dass ein Jahr nach Inkrafttreten der Regelung ein Gerät im Bereitschaftsmodus nicht mehr als 1 Watt (2 Watt bei Informationsdisplays) beanspruchen darf. Nach einer Frist von vier Jahren ist nur noch jeweils die Hälfte erlaubt. Erfasst werden alle Haushalts- und Bürogeräte mit weniger als 230 Volt.
Dies sei ein "vielversprechender erster Schritt" , sagte Christian Noll vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) der Zeitung(öffnet im neuen Fenster) . Er erwartet, dass die Vorgaben bereits ab 2009 greifen. Nach Angaben des Fraunhofer-Instituts IZM in Berlin, das bei der Ausarbeitung der Vorgaben tonangebend ist, hat die Industrie bereits zugestimmt. Die Hersteller hatten sich bisher geweigert , ihre stromverschwendende Produktstrategie zu ändern.