Marssonde entdeckt Eis - und benötigt einen Softwarepatch
Peter Smith ist sich sicher: "Es muss Eis sein" , sagt der wissenschaftliche Leiter der Phoenix-Mars. Die kleinen weißen Klümpchen, die die Marssonde Phoenix in einer Furche beobachtet hatte, waren nach einigen Tagen verschwunden. Das lässt für die Forscher nur den Schluss zu, dass es sich dabei um Eis handeln muss.
Phoenix fotografierte daraufhin die Furchen an mehreren Tagen hintereinander. In der Furche, der die Forscher den Spitznamen "Dodo-Goldilocks" gegeben haben, fehlte nach einigen Tagen ein Teil der Substanz. Die Furche "Dodo-Goldilocks" ist 35 Zentimeter lang, 22 Zentimeter breit und etwa 7 Zentimeter tief.
Inzwischen ist der Roboterarm beim Graben auch an einer anderen Stelle auf Widerstand gestoßen. Da die harte Schicht sich in der gleichen Tiefe befindet wie das Eis, vermuten die Wissenschaftler, dass Phoenix auch dort Eis gefunden hat.
Allerdings verzögert ein Computerproblem derzeit die Arbeit der Sonde. Dadurch waren in den vergangenen Tagen Daten und Fotos verloren gegangen. "Wir verstehen jetzt, was passiert ist und können das Problem mit einem Softwarepatch beheben" , sagte Projektmanager Barry Goldstein. Der Patch soll in den kommenden Tagen zur Marssonde geschickt und installiert werden. Dann soll es wieder möglich sein, Daten über Nacht auf der Sonde zu speichern.
Die Mission sei aber, so Goldstein, durch das Computerproblem nicht gefährdet. "Unser dreimonatiger Terminplan lässt genug Toleranz für solche Eventualitäten." Die Toleranz betrage 24 Marstage, von denen erst einer verbraucht sei. "Die Mission ist dem Zeitplan voraus. Wir machen sehr gute Fortschritte hin zum vollen Erfolg unserer Mission."
Die Sonde war Ende Mai nahe dem Nordpol des Mars gelandet. Ziel der aktuellen Marsmission ist die Suche nach Wasser. An Bord der Sonde befindet sich auch eine Kamera, die am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung im niedersächsischen Katlenburg-Lindau für die Suche nach Eis entwickelt wurde.