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Lotto-Affäre: Staatsanwalt ermittelt wegen illegaler Hacks

Büros und Wohnungen durchsucht. In der mutmaßlichen Lotto-Spitzelaffäre in Bayern prüft die Staatsanwaltschaft Ansbach, ob ein privater Ermittler versucht hat, in die Computer des Betreibers einer Lotto-Annahmestelle in Schwabach einzudringen, meldet die Süddeutsche Zeitung. In einem Fall soll der Schnüffelangriff auch gelungen sein. Computerattacken durch private Ermittler sind in Deutschland verboten.
/ Achim Sawall
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Die Staatsanwaltschaft Ansbach hat nach Informationen der Süddeutschen Zeitung(öffnet im neuen Fenster) ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und am Donnerstag, dem 19. Juni 2008, mehrere Büros und Wohnungen durchsuchen lassen. Oberstaatsanwalt Ernst Metzger sagte dem Blatt, man gehe dem Verdacht nach, dass zwei Detektive sich "unbefugt Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse beschafft" hätten. Das Verfahren richtet sich gegen den Chef einer Münchner Detektei, der im Auftrag der Staatlichen Lotterieverwaltung eine Annahmestelle in Schwabach observiert habe, und einen von dieser Detektei mutmaßlich eingeschalteten privaten Ermittler und Cracker aus der Nähe von Ansbach.

Die Lottobehörde hatte die Annahmestelle verdächtigt, mehrere Millionen Euro Provisionen zu viel kassiert zu haben. Dafür fanden sich allerdings keine Beweise. Eine Münchner Detektei, die vermutlich für die Lottobehörde tätig war, steht im Verdacht, ihrerseits den Cracker beauftragt zu haben. Die Lottobehörde hat nach Angaben ihres Präsidenten Erwin Horak den IT-Angriff aber nicht befohlen. Zudem habe man sofort Anzeige erstattet, als man davon erfahren habe.


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