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Vorabtest: Radeon HD 4850 - mehr Leistung unter 180 Euro

Erste offizielle Benchmarks von AMDs RV770. Äußerst kurzfristig hat AMD den Hardwaretestern eine Freigabe für einen kleinen Vorgeschmack zur neuen Grafikgeneration erlaubt. Die Radeon HD 4850 mit der neuen GPU-Architektur RV770 schlägt schon in ersten Tests alles, was es bisher in der Preisklasse unter 180 Euro zu kaufen gab.
/ Nico Ernst
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Eigentlich läuft die Sperrfrist für AMDs neue Grafikkarten erst in einigen Tagen aus. Da aber bereits erste europäische Händler die Grafikkarte "Radeon HD 4850" verkaufen, hat sich AMD zu einem ungewöhnlichen Schritt entschlossen: Benchmarks zu veröffentlichen ist ab sofort gestattet, Details zur Architektur und der Preisgestaltung möchte ATI-Eigentümer vorerst noch nicht im Web lesen.

Dieses Vorgehen ist zwar ungewöhnlich, insbesondere weil die Eckdaten und auch die Modelle – es gibt auch noch eine 4870 – schon vorab bekannt waren , aber kundenfreundlich: So sind potenzielle Käufer nicht nur auf eigene Erfahrungen angewiesen. Zu beachten ist bei den folgenden Messungen, dass sie von einer von AMD gestellten 4850 stammen, das Modell 4870 soll laut den noch unbestätigten Informationen unter anderem durch die Verwendung von GDDR5-Speicher deutlich schneller sein.

Zudem gab AMD die Freigabe für die Tests erst sieben Stunden vor Ablauf der ersten Sperrfrist – die Messungen sind also rein qualitativ, bis auf Crysis nicht mehrfach durchgeführt und gemittelt und beziehen sich auch nur auf die gerade greifbaren direkten Konkurrenten. Ein ausführlicher Test mit mehr Vergleichskarten folgt, nachdem AMD alle Informationen zum RV770 freigegeben hat.

Alle Messungen fanden auf einem Asus P5KPro mit Intels Core 2 Extreme QX9770 (3,2 GHz Penryn), 3 GByte DDR2-Speicher mit 5-5-5-15-Timing und unter Windows Vista Ultimate in der 32-Bit-Version statt. Ressourcenfressende Hintergrunddienste wie die Datenträgerindizierung, Netzwerk und Schattenkopien wurden dafür ausgeschaltet.

Vor allem mit DirectX-10-Anwendungen liegt die 4850 deutlich vor allen anderen getesteten Karten. Der vergleichsweise geringe Wert von 3DMark06 dürfte auf die noch nicht finalen Betatreiber der Karte zurückzuführen sein, für alle anderen Prüflinge kamen die aktuellen Treiber Catalyst 8.6 (AMD) und Nvidias 175.16 in den WHQL-getesteten Versionen zum Einsatz.

Auch im Leistungsfresser Crysis kann AMD nun mit einer Mittelklassekarte mithalten – bisher lagen die Nvidia-Modelle hier weit vorne. Wir haben für die ersten Tests das anspruchsvollste Level "Lost Planet" verwendet, das auch in der Spielpraxis den langsamsten Teil des gesamten Spiels darstellt. Auf Anti-Aliasing wurde hier verzichtet, da auch Nvidia dafür mindestens 3 GPUs empfiehlt.

Den endgültigen Vergleich der Karten zu ziehen fällt schwer, weil AMD sich zu den Euro-Preisen noch bedeckt hält – zu finden, beispielsweise bei einem niederländischen Versender(öffnet im neuen Fenster) und laut AMD auch in den USA sind jedoch schon Angaben unter 180 Euro. Sofern die Karten wirklich für so wenig Geld auf den Markt kommen, hat AMD gute Chancen, in der Mittelklasse unter 200 Euro die Leistung von bisherigen Oberklassekarten anzubieten.


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