Frauenanteil bei IT-Berufsausbildung sinkt
Bei den Abiturienten beträgt der Anteil junger Frauen 56 Prozent, ihr Anteil an Ausbildungs- und Studiengängen im MINT-Bereich ist deutlich niedriger. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Studienanfängerinnen stellten im Jahr 2007 insgesamt etwa die Hälfte aller Erstsemester an deutschen Hochschulen. In der Informatik fingen nur 17 Prozent ein Studium an. In der technischen Fächergruppe Informatik, Maschinenbau und Elektrotechnik waren es 16 Prozent. Höhere Frauenanteile erzielte allerdings das Fach Mathematik mit fast 50 Prozent.
Bildungsministerin Annette Schavan hat gemeinsam mit Scheer und weiteren Partnern den "Nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen" unterzeichnet. Der Bitkom sorgt sich wegen des Fachkräftemangels besonders um den weiblichen Nachwuchs. Scheer forderte die Hochschulen auf, sich in den technischen Fächern stärker um den weiblichen Nachwuchs zu bemühen. Hochschulen, die sich in dem Bereich engagieren, "sollten finanziell belohnt werden" , sagte Scheer. Er plädierte dafür, in den Schulen ab der Sekundarstufe I in den naturwissenschaftlichen Fächern flächendeckend Zusatzangebote für Mädchen anzubieten. Notwendig sei zudem die Einführung eines Pflichtfachs Informatik. Wer Informatik als Unterrichtsfach hatte, entscheide sich später eher für ein entsprechendes Studium - egal, ob Junge oder Mädchen.
Die Paktpartner haben sich konkrete gemeinsame Ziele gesetzt: Der Anteil an Studienanfängerinnen in den naturwissenschaftlich-technischen Fächern soll um durchschnittlich fünf Prozentpunkte steigen, bei Neueinstellungen im MINT-Bereich sollen Frauen mindestens entsprechend ihres Anteils an den Absolventen berücksichtigt werden und ihr Anteil an Führungspositionen soll deutlich erhöht werden.