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Interview: Überwachungskamera als Bühne

Golem.de: An wie vielen Orten sind Sie vor den Überwachungskameras aufgetreten?

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Churnside: Es waren zwischen 80 und 100 in ganz Manchester.

The Get Out Clause im Fokus einer Überwachungskamera
The Get Out Clause im Fokus einer Überwachungskamera

Golem.de: Haben Sie lange danach suchen müssen?

Churnside: Nicht wirklich. Man kann eigentlich nirgendwo in Manchester hingehen, ohne von Kameras erfasst zu werden.

Golem.de: Nach welchen Kriterien haben Sie die Drehorte ausgewählt? Spielten ästhetische Überlegungen eine Rolle, oder reichte es, dass die Stelle im Fokus einer Kamera lag?

Churnside: Wir haben schon versucht, uns interessante Orte herauszugreifen, wie die Rolltreppe im Supermarkt oder der Zebrastreifen, weil wir sehen wollten, wie die Leute auf uns reagieren. Aber das wichtigste Kriterium waren die Kameras.

Golem.de: Welche Kameras haben Sie genommen? Die von staatlichen Stellen? Oder auch welche von Privatunternehmen?

Churnside: Beides, sowohl private als auch staatliche. Wichtig für uns war, dass klar ist, wem sie gehören, damit wir wussten, an wen wir uns nachher wenden müssen.

Golem.de: Nachdem Sie vor den Kameras gespielt hatten, haben Sie die Betreiber unter Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz dazu aufgefordert, Ihnen das Videomaterial zur Verfügung zu stellen. Wie viele der Betreiber haben Ihnen geantwortet?

Churnside: Die meisten. Allerdings waren die Antworten nicht immer in unserem Sinne. Am Ende waren wir zu etwa 20 Prozent erfolgreich.

The Get Out Clause: James Thomson, Jamie Hancock, Tony Churnside (von links)
The Get Out Clause: James Thomson, Jamie Hancock, Tony Churnside (von links)

Golem.de: Und wie waren die Reaktionen?

Churnside: Einige fanden das lustig, andere wussten gar nicht, dass sie uns Kopien der Daten geben müssen. Die großen Unternehmen waren sehr professionell, aber meist auch nicht sehr hilfsbereit. Einige sagten, sie würden sich mit solchen Anfragen nicht beschäftigen, sie hätten das Material nicht mehr oder ihre Kameras seien bloß Attrappen. Am hilfsbereitesten haben sich kleine Unternehmen gezeigt, die wir persönlich angesprochen haben.

Golem.de: Wie lange hat das Ganze gedauert?

Churnside: Die Aufnahmen selbst haben etwa zwei Wochen in Anspruch genommen. Dann haben wir sechs Wochen damit verbracht, die Betreiber anzuschreiben, anzurufen oder anzumailen, um an das Material heranzukommen.

Golem.de: Welche Auswirkungen hatte denn diese "Kunst trifft Überwachung"-Aktion?

Churnside: Die Auswirkungen des Videos waren gewaltig. Es hat uns von einer Band, die im Nordwesten Englands bekannt war, zu einer international bekannten Band gemacht. Wir haben Fanpost aus der ganzen Welt bekommen. Die Fans schrieben uns, dass sie von dem Video gehört hatten und dass sie unsere Musik mögen. Das hat uns bewusst gemacht, welche Möglichkeiten wir international haben.

The Get Out Clause sind nicht die ersten, die Überwachungskameras für die Kunst eingesetzt haben. Im Jahr 2007 inspirierten die Kameras den amerikanische Filmemacher Adam Rifkin zu seinem Film Look. Anders als die Musiker aus Manchester hat Rifkin jedoch nicht Originalaufnahmen von Überwachungskameras genommen. Für seinen Spielfilm brachte er eigene Kameras so an, dass die Aufnahmen aussahen, als stammen sie von Überwachungskameras.

 Interview: Überwachungskamera als Bühne
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baliza 07. Okt 2009

thx 4 made my day :D

Buchhalter 20. Jun 2008

Kann gar nicht sein! Buchhalter, wenn auch dem Klischee nach auch langweilig, sind doch...

Der Kaiser 17. Jun 2008

Ich finde beides interessant. :)

mic-e 17. Jun 2008

Dass ICQ und AIM nichtmehr gehen muss nicht viel bedeuten... nur dass AOL ein AutoUpdate...

Kord Wop. 17. Jun 2008

Also wenn ich Zwiebeln auf den Augen habe sehe ich nur dunkle Flächen und vielleicht ein...


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