Sicherheitsmitarbeiter der Telekom belasten sich selbst
Die Staatsanwaltschaft Bonn habe bei ihren Durchsuchungen weit mehr belastende Dokumente gefunden, als die Telekom bei ihren mehrwöchigen Nachforschungen. "Da haben einige ganz schön große Augen gemacht", sagte der zuständige Oberstaatsanwalt Friedrich Apostel dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster). "Wir haben mehr gefunden, als mancher sich vorstellen konnte." Was dies war, ließ der Oberstaatsanwalt offen.
Bei der internen Untersuchung hielten die Mitarbeiter dem Bericht zufolge belastende Unterlagen zurück. Dies ist nach Erfahrung von Apostel kein ungewöhnlicher Vorgang. Bei der Staatsanwaltschaft haben sich mehr Mitarbeiter gemeldet, die an den Spitzelaktionen des Konzerns beteiligt waren, als der Telekom bekannt war.
Nach Handelsblatt-Informationen sind mittlerweile ein halbes Dutzend Mitarbeiter der Konzernsicherheit bei der Staatsanwaltschaft vorstellig geworden, um sich selbst anzuzeigen. Der Missbrauch der Verbindungsdaten, mit dem die Sicherheitsabteilung herausfinden wollte, welche undichten Stellen an die Presse geheime Informationen herausgaben, war offenbar kein Einzelfall.
Es ist mittlerweile unwahrscheinlich, dass nur ein einzelner Journalist ausspioniert wurde, schreibt das Handelsblatt. Noch ist nicht geklärt, in wessen Auftrag die Ausforschungen durchgeführt wurden und ob die Konzernspitze das Vorgehen der Sicherheitsabteilung kannte, es anordnete oder ob die Mitarbeiter die Register nach einer eher allgemeinen Anordnung eigenmächtig zogen.
Die Staatsanwaltschaft schätzt, dass sie die Vorgänge vollständig aufklären und die Schuldigen ermitteln kann. "Wir neigen nicht zu Bauernopfern", sagte Oberstaatsanwalt Apostel bedeutungsschwanger.
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