US-Konzern Boeing will Galileo-Satelliten bauen
Eine Sprecherin des größten US-Luftfahrtkonzerns sagte dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) : "Boeing ist in laufenden Gesprächen im Hinblick auf eine mögliche Beteiligung am Galileo-Projekt involviert." Eine definitive Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Bisher bieten die beiden Firmen EADS-Astrium und OHB, ein Bremer Mittelständler, für die 26 Positionssatelliten. Branchenkreise erwarten aber mit großer Wahrscheinlichkeit, dass der US-Rüstungskonzern Ende des Monats eine Interessenbekundung bei der EU einreicht, und dann ein konkretes Angebot folgt, so die Zeitung weiter.
Die EU-Verkehrsminister hatten Ende November 2007 beschlossen , dass der Aufbau der Infrastruktur in sechs Sparten vergeben wird: die Systemplanung, der Ausbau von Bodeneinrichtungen und Kontrollzentren, der Bau, der Start und schließlich der Betrieb der Satelliten. Dabei darf keines der beteiligten Unternehmen mehr als zwei dieser Sparten beherrschen. Zudem muss der führende Lieferant 40 Prozent des Auftrages an andere Unternehmen vergeben.
Für die Ausschreibung gilt das EU-Wettbewerbsrecht, das auch Bietern außerhalb der Europäischen Union die Möglichkeit gibt, ein Angebot abzugeben. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hatte Ende 2007 gesagt, er gehe davon aus, dass der Satellitenhersteller EADS-Astrium, an dem Deutschland beteiligt ist, "einen großen Anteil" am Bau der Satelliten haben wird. Der Aufbau eines europäischen Industriekonsortiums war zuvor gescheitert.