Pierer übernimmt Verantwortung für Siemens-Skandal
Der Wochenzeitung "Die Zeit" erklärte der 67-Jährige, er sei bislang davon ausgegangen, dass er mit seinem Rücktritt als Aufsichtsratsvorsitzender bereits seiner persönlichen Rolle Rechnung getragen habe. "Ich dachte, das bringe ich mit meinem Rücktritt als Aufsichtsratsvorsitzender deutlich genug zum Ausdruck." Über Schmiergeldzahlungen in Milliardenhöhe soll sich der Industriekonzern über Jahre hinweg weltweit Aufträge erkauft haben.
Von Pierer war von 1992 bis 2005 Siemens-Konzernchef und übernahm danach die Führung im Aufsichtsrat. Im Zuge ständig neuer Enthüllungen in der Korruptionsaffäre musste er im Jahr 2007 den Platz im dem Kontrollgremium räumen. Dieser Schritt sei nicht zu spät erfolgt, rechtfertigt sich der ehemalige Kanzler-Berater. "Ich dachte, ich könnte im Aufsichtsrat mehr für Siemens tun als außerhalb."
Pierer hat ebenso wie Nachfolger Klaus Kleinfeld stets beteuert, vom System der Schwarzgeldkonten und Schmiergeldzahlungen nichts gewusst zu haben. Staatsanwälte haben gegen von Pierer wegen möglicher "Verletzung der Aufsichtspflicht" ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.