Abo
  • IT-Karriere:

EU-Wettbewerbskommissarin Kroes befürwortet offene Standards

"Eine smarte Entscheidung"

EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes hat die Nutzung offener Standards durch Unternehmen ausdrücklich begrüßt. Sie betonte die Rolle der Wettbewerbshüter bei der Kontrolle proprietärer Standards.

Artikel veröffentlicht am , Meike Dülffer

Unternehmen wie Microsoft, Qualcomm und Rambus, die ihre weitreichenden Schutzrechte zur Behinderung des Wettbewerbs zum Schaden der Verbraucher einsetzen, müssen auch in Zukunft mit Maßnahmen der EU-Kommission rechnen. Dass die EU-Kommission gewillt ist, hart gegen solche Unternehmen vorzugehen, hatte sie zuletzt demonstriert, als gegen Microsoft ein Rekordbußgeld in Höhe von 899 Millionen Euro verhängt wurde. Neelie Kroes verdeutlichte heute in Brüssel, dass das noch nicht das Ende der Fahnenstange gewesen sein muss.

Stellenmarkt
  1. OSRAM GmbH, München
  2. über experteer GmbH, Stuttgart

Sie kündigte an, die Vorgänge um die ISO-Standardisierung von Microsofts OOXML-Dateiformat genauer unter die Lupe zu nehmen. Standardisierungsorganisationen bot Kroes die Unterstützung der Kommission an. "Wenn sie dabei Hilfe brauchen, ihre Regularien strikter zu fassen, um Manipulationen durch enge Unternehmensinteressen zu vermeiden [...], haben sie meine Unterstützung. Meine Tür steht ihnen immer offen", so Kroes.

Im Hinblick auf die Nutzung offener Standards in Unternehmen sagte Kroes laut der Nachrichtenagentur Reuters: "Ich erkenne eine smarte Geschäftsentscheidung, wenn ich sie sehe. Auf offene Standards zu setzen, ist in der Tat eine sehr smarte Geschäftsentscheidung."

Der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude, der auf Einladung von Kommissarin Kroes an der Brüsseler Veranstaltung teilnahm, legte dar, dass die Stadt München sehr gute Erfahrungen beim Einsatz von freier Software und der Nutzung offener Standards gemacht hat. Ude sieht darin ein Mittel, den Wettbewerb im Softwaremarkt vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen attraktiver zu gestalten.

In einer Pressemitteilung sagt Ude über die Münchner Strategie: "Gerade die kleinen und mittelständischen Unternehmen sind unserer Ansicht nach in Deutschland und Europa im Bereich der IT breit aufgestellt und bieten eine Vielzahl innovativer Lösungen. Im bisherigen Projektverlauf investierten wir bereits im Rahmen von Ausschreibungen in die nationale und europäische Wirtschaft. Bei der Entscheidung für die andere Alternative wäre nicht gewährleistet, dass diese Investitionen Unternehmen der EU zugute kommen." Ude begrüßte die Ankündigung von Kommissarin Kroes, die OOXML-Standardisierung zu untersuchen: "Die EU-Kommission ist meines Erachtens an dieser Stelle gefordert, den freien und fairen Wettbewerb auch weiterhin zu gewährleisten."

Kroes betonte laut Forbes die Bedeutung der "richtigen Balance" zwischen nicht proprietären und proprietären Standards: "Standards sind die Grundlage für Interoperabilität. Natürlich kann es proprietäre und nicht proprietäre Standards geben." Sollte es jedoch zu Missbräuchen kommen, werden die Wettbewerbshüter einschreiten, erklärte Kroes. "Wenn sich ein Markt so entwickelt, dass eine bestimmte proprietäre Technologie zum De-facto-Standard wird, dann kann der Besitzer der Technologie die Marktmacht erlangen, seine Kunden an sich fesseln und Wettbewerber ausschließen. Wenn der Besitzer einer Technologie diese Macht missbraucht, könnte das die Wettbewerbsbehörden oder den Gesetzgeber zum Handeln veranlassen. Die Wettbewerbsbehörde muss dann die Wettbewerbsbedingungen so wieder herstellen, wie sich durch einen ordnungsgemäßen Standardisierungsprozess geschaffen worden wären."

Die EU-Kommission untersucht gegenwärtig unter anderem das Wettbewerbsverhalten von Qualcomm und Rambus, die Schlüsselpatente im Mobilfunkbereich beziehungsweise für Speicherchips halten. [von Robert A. Gehring]



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de
  2. 339,00€ (Bestpreis!)

marliese 10. Jun 2008

Wieso nicht, Äpple User sind doch stolz, dass sie für ihr Unix-Derrivat etwas mehr...

Herb 10. Jun 2008

Du weißt, dass Sinn und Zweck der EU die Sicherung der deutschen Reparationen über das...

Frup 10. Jun 2008

Zuerst sollten in der öffentlichen Verwaltung mal OSS und offene Standards vorgeschrieben...


Folgen Sie uns
       


Nokia 6.2 und 7.2 - Hands on

Das Nokia 6.2 und das Nokia 7.2 sind zwei Android-Smartphones im Mittelklassesegment. Beide sind Teil des Android-One-Programms und dürften entsprechend schnelle Updates erhalten.

Nokia 6.2 und 7.2 - Hands on Video aufrufen
Sonos Move im Test: Der vielseitigste Lautsprecher von Sonos
Sonos Move im Test
Der vielseitigste Lautsprecher von Sonos

Der Move von Sonos überzeugt durch Bluetooth und ist dank Akku und stabilem Gehäuse vorzüglich für den Außeneinsatz geeignet. Bei den Funktionen ist der Lautsprecher leider nicht so smart wie er sein könnte.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Update für Multiroom-Lautsprecher Sonos-App spielt keine lokalen Inhalte mehr vom iPhone ab
  2. Smarter Lautsprecher Erster Sonos-Lautsprecher mit Akku und Bluetooth
  3. Soundbars Audiohersteller Teufel investiert in eigene Ladenkette

Umwelt: Grüne Energie aus der Toilette
Umwelt
Grüne Energie aus der Toilette

In Hamburg wird in bislang nicht gekanntem Maßstab getestet, wie gut sich aus Toilettenabwasser Strom und Wärme erzeugen lassen. Außerdem sollen aus dem Abwasser Pflanzennährstoffe für die Landwirtschaft gewonnen werden. Dafür müssen aber erst einmal die Schadstoffe aus den Gärresten gefiltert werden.
Von Monika Rößiger

  1. Fridays for Future Klimastreiks online und offline

IAA 2019: PS-Wahn statt Visionen
IAA 2019
PS-Wahn statt Visionen

IAA 2019 Alle Autobosse bekennen sich auf der IAA zur Nachhaltigkeit, doch auf den Ständen findet man weiterhin viele große, spritfressende Modelle. Dabei stellt sich die grundsätzliche Frage: Ist das Konzept der Automesse noch zeitgemäß?
Eine Analyse von Dirk Kunde


      •  /