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Spieletest: Lego Indiana Jones - Klötzchen und Peitsche

Held mit Schlapphut trifft in Action-Adventure auf Lego-Steine. Mit "Lego Star Wars" konnten die Entwickler von Traveller's Tales einen Überraschungserfolg landen: Die Kombination aus Science-Fiction und Spielzeugklötzchen punktete mit Charme und Humor. Jetzt wechselt man von Weltall und Darth Vader zu archäologischen Ausgrabungsstätten und Indiana Jones. Das Konzept funktioniert.
/ Thorsten Wiesner
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Lego Indiana Jones erscheint zwar nahezu zeitgleich mit dem vierten Kinofilm, aber die Story von "Königreich des Kristallschädels" spielt auf PC, Xbox 360 und PS3 keine Rolle. Stattdessen werden die Handlungen von "Jäger des verlorenen Schatzes", "Tempel des Todes" und vom "letzten Kreuzzug" mehr oder weniger detailgetreu nacherzählt, ganz so genau nimmt man es dem Spielspaß zuliebe aber nicht. Allerdings ist es von Vorteil, die Filme gesehen zu haben, denn Einsteigern fällt es sonst schwer, dem Geschehen zu folgen.

Lego Indiana Jones – Trailer
Lego Indiana Jones – Trailer (01:59)

Spielerisch ist Lego Indiana Jones den Star-Wars-Spielen ähnlich, das Ganze also ein Mix aus Action und Puzzle. Der Klötzchen-Heroe bekämpft Gegner mit den unterschiedlichsten Waffen – etwa mit seiner obligatorischen Peitsche -, überwindet Abgründe und löst Schalterrätsel. Übrigens sucht der Spieler nicht nur mit Indy selbst, sondern auch mit nach und nach freischaltbaren Nebencharakteren nach Schätzen. Marion Ravenwood, Marcus Brody oder Indys Vater müssen ran, wenn der Held selbst wegen seiner Schlangenphobie oder zu schmalen Durchgängen nicht die erste Wahl ist. Viele der zahllosen versteckten Boni und Extras lassen sich übrigens nur mit bestimmten Spielfiguren ausfindig machen, was den Wiederspielwert enorm erhöht.

Noch mehr als bei den Star-Wars-Titeln gibt es außerdem Stellen, an denen Kooperation gefragt ist – etwa wenn an zwei Stellen gleichzeitig Schalter gedrückt werden müssen. Dabei kann sich der Spieler entweder auf die ausreichende gute NPC-KI verlassen, oder er ruft einen Freund hinzu und aktiviert den Offline-Koop-Modus.

Die Rätsel sind meist einfach zu lösen und die meisten Kämpfe trotz spärlich verfügbarer Speicherpunkte keine besonders große Herausforderung. Wie bei den Lego-Star-Wars-Spielen beruht der Reiz auf der außergewöhnlichen Präsentation und dem Humor. So ist es einerseits unterhaltsam zu sehen, wie das Südamerika der dreißiger Jahre oder Indy und seine Freunde in Klötzchenform aussehen. Oder in ihre Bestandteile zerfallen: Zerstörte Gegenstände – und zerstören lässt sich fast alles – lösen sich in kleine Klötzchen auf, die sich dann einsammeln lassen und Punkte bringen. An anderen Stellen baut der Spieler per Druck auf die Aktionstaste etwa aus einem Haufen Lego-Steine plötzlich einen Schalter oder ein Transportmittel. Letztere spielen übrigens eine untergeordnete Rolle, nur gelegentlich klettert Indy in ein Auto oder reitet auf einem Elefanten. Diese Passagen fallen auf Grund ungenauer Steuerung qualitativ etwas ab. Trösten kann man sich dafür mit den zahllosen optischen Extras, die in nahezu jeder Szenerie versteckt sind und wieder einmal zeigen, wie viel Liebe zum Detail die Entwickler hier haben einfließen lassen.

Lego Indiana Jones erscheint neben der von uns getesteten Version für Xbox 360 auch für die Playstation 3, den Wii, die Playstation 2 und für Windows-PCs. Die Next-Gen-Konsolenfassungen kosten um die 60 Euro, die PS2-Variante ist für 30 Euro und der PC-Indy für gut 40 Euro zu haben. Letztere benötigt mindestens einen Rechner mit 3 GHz, 256 MByte RAM mit XP oder 512 MByte RAM mit Vista und eine Grafikkarte ab 64 MByte RAM. Technisch ist das Spiel eher liebevoll als aufwendig: Detailgrad und Texturqualität bewegen sich im Mittelfeld, statt aufwendiger Sprachausgabe gibt es zu den Lego-Figuren passendes Gemurmel. Auch die berühmte Titelmelodie von John Williams ist im Spiel. Überhaupt wird die Atmosphäre dank zahlloser unterhaltsamer Zwischensequenzen den Filmen mehr als gerecht.

Fazit:
Eine Überraschung ist Lego Indiana Jones nicht geworden. Das Spiel bietet genau die Art von Gameplay und Aufmachung, die schon die Lego-Star-Wars-Titel ausgezeichnet hat. Der Qualität des Titels schadet dies allerdings nicht: So viel Charme und Liebe zum Detail, die es hier in fast jeder Szene gibt, sucht man in zahllosen anderen aktuellen Titeln vergeblich.


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