Offizielles Wettbewerbsverfahren gegen Intel in den USA
Prozessor-Weltmarktführer Intel erklärte, dass die Wettbewerbsbehörde nun eine offizielle Prüfung eingeleitet hat. Seit über einem Jahr habe man freiwillig an einer Voruntersuchung mitgewirkt. Nun ist die Zuarbeit zu Preispolitik und Rabatten obligatorisch geworden. AMDs Chefjustiziar Tom McCoy hat den Schritt der FTC begrüßt. "Die Auffassung, dass es sich hier um Zwangsmaßnahmen gegen PC-Hersteller handelt, die sich zum Schaden des Verbrauchers auswirken, scheint sich immer weiter durchzusetzen" , sagte McCoy. Intel hatte seit Beginn der AMD-Klagen stets betont, sich fair zu verhalten.
In der letzten Woche war Intel laut Medienberichten in Südkorea zu einer 16-Millionen-Euro-Strafe verurteilt worden. Der dortige Kartellwächter "Korean Fair Trade Commission" (KFTC) sah es als erwiesen an, dass der Chiphersteller den PC-Anbietern Samsung und Trigem in den Jahren 2002 bis 2005 hohe Rabatte eingeräumt habe. Dafür hätten sich die Unternehmen verpflichtet, Produkte von AMD nicht ins Programm zu nehmen.
Intels oberster Rechtsexperte Bruce Sewell betonte, dass es sich bei den Praktiken, die Gegenstand der FTC-Untersuchung in den USA seien, nicht um Wettbewerbsverstöße, sondern um normale Preisnachlässe handele. "Worüber wir hier reden, das sind Praktiken unter Konkurrenten" , rechtfertigte Sewell das Geschäftsgebaren.
AMD klagt in der Sache seit dem Jahr 2005 auch zivilrechtlich vor einem Gericht im US-Bundesstaat Delaware. Hier wurde der Verhandlungstermin in der letzten Woche vom April 2009 auf Februar 2010 verlegt.