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Angetestet: Mini-Designer-Handy Neonode N2

Touchscreen mit Lichtgitter, Steuerung über Infrarot-Lichtwellen. Das schwedische Unternehmen Neonode will mit einem Mobiltelefon für Designliebhaber auch auf dem deutschen Markt Fuß fassen. Die Bedienung erfolgt durch Streichen über das Display – ob die Bedienung so flüssig geht wie beim iPhone, verrät unser Kurztest. Außerdem soll das Neonode N2 laut Hersteller das kleinste Telefon sein, das derzeit in Deutschland zu haben ist.
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Wer das Neonode N2 mit seinen 77,5 x 48,4 x 14,5 mm und einem Gewicht von 60 Gramm auf den Tisch legt, erntet erst mal neugierige Blicke. Niemand will glauben, dass es sich um ein Handy handelt, die meisten halten es für einen MP3-Player. Doch kaum schaltet man das 33 x 42 mm kleine Display an, stehen Funktionen wie Anrufen, Musik hören, Videos schauen oder Fotos schießen zur Verfügung.

Ungewöhnlich ist die Bedienung des Designer-Winzlings, der als Betriebssystem unter Windows Mobile Pro 6.0 mit Neno Interface läuft. Es wird zwar wie so viele Smartphones und PDAs mit einem Touchscreen bedient, nutzt aber zur Abtastung Infrarot-Lichtwellen. Neonode nennt die Technik "zforce". Dadurch muss kein Druck auf den Bildschirm ausgeübt werden und es genügt ein Streicheln, um Befehle auszuführen. Ein zwei Millimeter dicker Rahmen schickt über eine Art Lichtgitternetz Lichtwellen vom linken Displayrand zum rechten und vom oberen Rand zum unteren. Fährt der Nutzer mit dem Finger über den Bildschirm, unterbricht er das Licht. So kann berechnet werden, welcher Befehl ausgeführt werden soll. Dennoch lässt sich der Touchscreen nicht so einfach bedienen wie das iPhone: Manchmal reagiert das Handy zu schnell, so dass ein anderer als der gewünschte Befehl ausgeführt wird.

Ein Vierwegekreuz findet sich unter dem Display. Es dient zum Scrollen im Menü – bietet jedoch nicht die Funktion "Bestätigen", beispielsweise der PIN-Eingabe. Die wird ausschließlich über das Streifen mit dem Finger von links nach rechts ausgelöst. Will der Anwender eine Ebene zurück, schiebt er den Finger von rechts nach links. Mit einem Fingerdruck auf den Hauptbildschirm zu gelangen, wie es beim iPhone so problemlos durch das Drücken eines Knopfes unter dem Display geht, funktioniert beim Neonode N2 leider nicht.

Das liegt unter anderem auch daran, dass es kein einheitliches Menü gibt. Neonode hat sämtliche Funktionen in zwei Bereiche unterteilt: Streift man am linken Displayrand von unten nach oben, gelangt man zu den Funktionen, tut man dasselbe am rechten Bildschirmrand, gelangt man zu den Einstellungen. Hier ist Denkarbeit vom Nutzer gefordert, ob sich die Funktion "Uhrzeit einstellen" hinter dem linken oder dem rechten Menü verbirgt. Das Menü mit den Funktionen schlüsselt sich in weitere vier Bereiche auf, die jedoch nicht immer ganz logisch sortiert sind: So findet sich die Kamera beispielsweise bei Statusanzeige, Kontakten und Nachrichten. Der Nutzer muss sich also ein wenig Zeit nehmen, um die Menüstruktur kennenzulernen.

Das 2 Zoll große Display bietet ein Auflösung von mageren 176 x 220 Pixeln bei bis zu 65.536 Farben. Schriften sind auf dem Mini-Display gestochen scharf lesbar, Videos verpixeln jedoch leicht. Die Soundwiedergabe ohne Kopfhörer ist kraftvoll, für unterwegs lässt das mitgelieferte In-Ear-Stereo-Headset anstöpseln. Die kleinen Lautsprecher werden in die Ohren gesteckt, so dass die Umwelt möglichst wenig mitbekommt. Sie klingen zwar ein wenig basslastig, leisten aber im Großen und Ganzen gute Dienste.

Der Nutzer kann dabei auch eigene 3,5-mm-Klinkenstecker-Ohrhörer mit dem N2 verbinden – Neonode hat nämlich einen Adapter für den allgemeinen Standard mitgeliefert. Videos und Musik kann der Nutzer auf der mitgelieferten 1 GByte großen MiniSD-Speicherkarte ablegen. Leider ist die Karte mit dem heute in Mobiltelefonen ungewöhnlichen Format unter dem Akkudeckel verborgen.

Die Kamera schießt Fotos mit maximal 1.200 x 1.600 Pixel, der Weißabgleich lässt allerdings zu wünschen übrig, so dass die Fotos ein wenig farbverfälscht und relativ unscharf aufgenommen werden. Mehr als Schnappschüsse lassen sich also nicht machen. Videos dreht das Minigerät nicht. Auch ein Organizer für Kontakte, Aufgaben, Notizen, der sich mit Outlook per ActiveSync abgleichen lässt, ist mit an Bord. Leider muss der Nutzer sich ActiveSync selbst aus dem Internet herunterladen, eine CD zur Installation wird nicht mitgeliefert.

Das Smartphone funkt auf den GSM-Frequenzen GSM 850, 900, 1.9800 und 1.900 MHz. UMTS und EDGE werden nicht unterstützt. Auch WLAN ist nicht mit an Bord. Die Sprachqualität geht in Ordnung, allerdings klingt das Neonode N2 ein wenig leise. Eine Freisprechfunktion steht nicht bereit.

Fazit:
Das Neonode N2 liegt gut in der Hand und lässt sich via Touchscreen mit nur einem Finger bedienen. Für stilbewusste Menschen, die gern auffallen wollen, ist es ein prima Accessoire. Weiteres Plus: Es bietet alle Standardfunktionen wie MP3-Player, Kamera oder Organizer, die ein Smartphone heute so mitbringen muss. Nicht ganz überzeugen konnte der Touchscreen: Leider ist die Bedienung nicht so flüssig, wie man sich das wünscht. Es kommt immer mal wieder zur Ausführung falscher Befehle und wer kein gutes Gedächtnis hat, verläuft sich im Menü.

Das Neonode N2 soll zunächst exklusiv in den my-eXtra-Shops in den Farben Schwarz, Rubine (Rot), Azure (Blau) und Lime (Grün) erhältlich sein. My-eXtra vertreibt Mobilfunkverträge von T-Mobile, E-Plus, Vodafone und O2 sowie Mobiltelefone verschiedener Handyhersteller. Das Neonode N2 soll 299 Euro ohne Kartenvertrag kosten, mit Vertrag soll es bereits ab 1,- Euro erhältlich sein.


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