Wissenschaftler testen Galileo-Ortungssystem
Wissenschaftler der Technischen Universität und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Braunschweig sowie von der Universität Karlsruhe haben ein Ortungssystem für Galileo entwickelt, mit dessen Hilfe Züge ihre Position bestimmen sollen. Dieses System(öffnet im neuen Fenster) testen sie ab 6. Juni 2008 auf einer 30 Kilometer langen Strecke, die sich in 1.000 Meter Höhe durch den Nationalpark Hohe Tatra(öffnet im neuen Fenster) in der Slowakei schlängelt.
Dazu wird er mit Sensoren ausgestattet, die Merkmale an der Strecke und an den Weichen erfassen. In Kombination mit einem Satellitenempfänger und einer digitalen Karte des Schienennetzes lässt sich so die Position des Zuges bestimmen.
Anhand dieser Positionsdaten kann beispielsweise die Geschwindigkeit eines Zuges überwacht und der Abstand zu anderen Zügen auf der Strecke bestimmt werden. Solche Informationen sind wichtig für die Sicherheit auf der Stecke.
Gegenüber dem herkömmlichen System zur Ortung eines Zuges hat das neue mehrere Vorteile. So ist es günstiger, da die Wartung der Sensoren an der Stecke relativ teuer ist. Zum anderen ist es deutlich genauer: Während bisher die Ortung eines Zuges nur im Bereich von 100 Metern möglich ist, testen die Wissenschaftler das neue System anhand eines Referenzsystems, das bis auf wenige Dezimeter genau ist.
Das satellitengestütze Ortungssystem soll bis zum Start von Galileo einsatzbereit sein. Das wird voraussichtlich im Jahr 2013 sein. Kürzlich hat die europäische Weltraumagentur ESA den zweiten Testsatelliten ins All geschossen.