Weiterer Einspruch gegen OOXML-Standard
Venezuelas Einspruch traf fristgerecht bei der ISO ein. Das bestätigte ein Sprecher der ISO-Partnerorganisation IEC gegenüber ZDNet(öffnet im neuen Fenster) . Die Geschäftsführer der ISO (International Organization for Standardization) und der IEC (International Electrotechnical Commission) müssen die Beschwerden nun prüfen. Zuvor hatten Brasilien, Indien und Südafrika Einspruch gegen die OOXML-Standardisierung eingelegt .
Brasilien bemängelte, technische Probleme seien nicht ausreichend diskutiert worden und die Zeit sei für andere Zwecke missbraucht worden. OOXML wurde im sogenannten Fast-Track-Verfahren geprüft, das schneller zum fertigen Standard führen soll. Angesichts Spezifikation, die mehr als 6.000 Seiten umfasst, sehen einige ISO-Mitglieder die Zeit als zu kurz an.
Aus Dänemark kommt derweil ein Protestbrief ( PDF(öffnet im neuen Fenster) ). Darin kritisieren die Verfasser unter anderem, dass die beschlossene Spezifikation noch nicht veröffentlicht wurde und schreiben, OOXML behindere Interoperabilität. Der dänische Brief stammt vom nationalen technischen Komitee, ebenso wie die bereits früher eingereichte Beschwerde Norwegens. Er gilt damit nicht als offizieller Einspruch, weil er nicht vom nationalen Standardisierungsgremium verfasst ist.
Sollten die Beschwerden anerkannt werden, werden sie an zwei Komitees in der ISO und dem IEC übergeben. Derzeit gilt es als unwahrscheinlich, dass der Standard ISO/IEC 29500 zurückgenommen wird.
OOXML wurde im April 2008 zum internationalen Standard erklärt , nachdem es in einer ersten Abstimmungsrunde im Jahr 2007 nicht die notwendigen Stimmen bekommen hatte. Der Standardisierungsprozess sorgte jedoch für Aufsehen, da es verschiedene Berichte über Unregelmäßigkeiten in den nationalen Gremien gab. Microsoft hatte OOXML ursprünglich als Konkurrenz zum ebenfalls standardisierten OpenDocument-Format (ODF) entwickelt. Diesen will auch Microsoft in Office 2007 unterstützen . OOXML gemäß des ISO-Standards hingegen soll erst in Office 14 verfügbar sein.
Die ISO will sich nicht vor dem 6. Juni 2008 zu den Einsprüchen äußern. Vorher trifft ihr Technical Management Board zusammen, das über die Einsprüche entscheidet.



