Telekomaffäre: Chaos Computer Club will drakonische Strafen

Wirksamer Opferschutz und Stopp der Vorratsdatenspeicherung nötig

Angesichts der Spitzelaffäre bei der Deutschen Telekom fordert der Chaos Computer Club eine strenge Bestrafung von Datenverbrechen. "Werden ohne Zustimmung des Betroffenen Kommunikations- und Bewegungsprofile erstellt, müssen die Verantwortlichen und Täter belangt werden können und das Opfer einen signifikanten Schadenersatz erhalten", so die Experten.

Artikel veröffentlicht am ,

Dazu müssten Zugriffe auf heikle Daten aufgezeichnet und personelle Verantwortlichkeiten jeweils konkret nachvollziehbar gemacht werden. Die derzeitige Behandlung von Datenverbrechen als Kavaliersdelikt sei in keiner Weise den Folgen für den Einzelnen angemessen. Unternehmen und Behörden müsse man verpflichten, so wenige Daten wie möglich zu speichern und den Umgang strenger zu kontrollieren.

Stellenmarkt
  1. IT-Netzwerkspezialist/-in (m/w/d)
    Bayerisches Landesamt für Steuern, München, Nürnberg
  2. Test Lead IoT and Digital Solutions Senior Software Verification Engineer (m/w/d)
    Tecan Software Competence Center GmbH, Mainz
Detailsuche

Nötig sei ein sofortiger Stopp der Vorratsdatenspeicherung. Die Verlängerung der Speicherung der Verbindungsdaten auf sechs Monate erlaube das Erstellen wesentlich umfangreicherer Profile. Dies eröffne bisher nicht gekanntes Missbrauchspotenzial. "Der Telekom-Skandal wird nur der Anfang einer langen Reihe von Datenverbrechen sein, sollte die Vorratsdatenspeicherung nicht sofort beendet werden", so die Warnung des CCC.

Vorstände und Geschäftsführer müssten für Datenverbrechen ihres Unternehmens persönlich haftbar gemacht werden können. Dies sei der "einzig erfolgversprechende Hebel, um konsequente Schutzmechanismen und -strukturen in den Firmen durchzusetzen". Arbeitnehmer, die Datenverbrechen in ihrer Firma aufdecken, sollten Kündigungsschutz genießen.

Der frühere Innenminister Gerhart Baum (FDP), der in der Spitzelaffäre die Arbeitnehmervertreter bei ihrer Klage gegen das Unternehmen als Rechtsanwalt vertritt, wirft der Telekom "systematische Gesetzesübertretungen vor". Er habe die Aufgabe angenommen, "weil ich empört bin über die menschenverachtende Grundhaltung der Telekom", sagte Baum dem Stern. Auch Baum fordert vom Staat "Bußgeld-Regelungen, die richtig wehtun". Die bisherigen sechsstelligen Summen bei Vergehen gegen den Datenschutz seien "vollkommen lachhaft", sagte Baum.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Johannes123 13. Jul 2008

Ich finde den Ausdruck "drakonisch" auch nicht besonders Hilfreich. Aus den Gründen die...

Softwarepirat 19. Jun 2008

Was bitte hat das damit zu tun, dass die vorhandenen Gesetze, so wie ich schrieb, nicht...

Hotohori 03. Jun 2008

Stimmt, dann könnten sich ja gleich alle Firmen hinter den Arbeitsplätzen ihrer...

Ichnochma 03. Jun 2008

Ich unterstütze den Antrag ... Pranger wäre aber auch gut, Abschreckungseffekt...

StillHungry 03. Jun 2008

rofl



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Prozessoren
Intel lagert zehn Jahre alte Hardware in geheimem Lagerhaus

Tausende ältere CPUs und andere Hardware lagern bei Intel in einem Lagerhaus in Costa Rica. Damit lassen sich Probleme exakt nachstellen.

Prozessoren: Intel lagert zehn Jahre alte Hardware in geheimem Lagerhaus
Artikel
  1. Zu wenig Triebwerke: Musk warnt vor SpaceX-Pleite
    Zu wenig Triebwerke
    Musk warnt vor SpaceX-Pleite

    Elon Musk sieht sich der nächsten "Produktionshölle" ausgesetzt. Dieses Mal stockt die Fertigung im Raumfahrtunternehmen SpaceX.

  2. Chip Netztest: Netz in Fernzügen schlechter als im Vorjahr
    Chip Netztest
    Netz in Fernzügen schlechter als im Vorjahr

    Auf der Schiene sind die Ergebnisse des Netztests enttäuschend. Und Telekom hat in Großstädten nicht mehr überall die Führung.

  3. IT-Sicherheit: Sicherheitslücken in 150 Büro-Druckern von HP entdeckt
    IT-Sicherheit
    Sicherheitslücken in 150 Büro-Druckern von HP entdeckt

    Mit präparierten Druckaufträgen können 150 Multifunktionsdrucker von HP gehackt werden. Anschließend können Drucke und Scans mitgelesen werden.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Nur noch heute: Bis zu 75% auf Switch-Spiele • AOC 31,5" WQHD 165Hz 289,90€ • Gaming-Sale bei MediaMarkt • G.Skill 64GB Kit DDR4-3800 319€ • Bis zu 300€ Direktabzug: u. a. TVs, Laptops • WD MyBook HDD 18TB 329€ • Switch OLED 359,99€ • Xbox Series S 275,99€ [Werbung]
    •  /