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Einspruch gegen OOXML

Beschwerden aus Brasilien und Indien. Brasilien und Indien haben bei der ISO offiziell Einspruch gegen die Standardisierung von Microsofts Dokumentenformat OOXML (Office Open XML) eingelegt. Bemängelt wird unter anderem, dass geforderte technische Änderungen nicht ausreichend diskutiert wurden. Da auch Südafrika Einspruch eingelegt hatte, liegen nun drei offizielle Beschwerden vor.
/ Julius Stiebert
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Bis zum Ablauf der Beschwerdefrist habe man drei Einsprüche von Brasilien, Indien und Südafrika erhalten, bestätigte ein Sprecher(öffnet im neuen Fenster) der ISO-Partnerorganisation IEC. Zwar sei Brasiliens Einspruch nicht korrekt eingereicht worden, werde aber in gleicher Weise wie die beiden anderen Einsprüche behandelt.

Während zu Indiens Einspruch noch keine weiteren Details bekannt sind, veröffentlichte der Standardisierungsexperte Andy Updegrove Brasiliens Brief(öffnet im neuen Fenster) in seinem Blog. Darin beschweren sie sich unter anderem darüber, dass einzelne Punkte aufgrund fehlender Zeit nicht ausführlich diskutiert wurden. Vielmehr sei die vorhandene Zeit für andere Zwecke missbraucht worden.

Vor wenigen Tagen hatte auch Südafrika Einspruch(öffnet im neuen Fenster) gegen die OOXML-Standardisierung eingelegt. Auch diese kritisierten, dass es nicht durch einen Konsens unter den ISO-Mitgliedern zu der Standardisierung kam. Ferner stellten sie fest, dass internationale Organisationen die nationalen Entscheidungen beeinflusst hätten.

Die Geschäftsführer der IEC und der ISO müssen nun versuchen, sich mit den drei Ländern zu einigen. Sollten sie dies nicht innerhalb eines Monats schaffen, so müssen sich zwei Komitees mit den Einsprüchen auseinandersetzen. Gegen deren Entscheidung könnte wiederum Einspruch eingelegt werden.

OOXML wurde im April 2008 zum internationalen Standard erklärt , nachdem es in einer ersten Abstimmungsrunde im Jahr 2007 nicht die nötigen Stimmen bekam. Der Standardisierungsprozess sorgte jedoch für Aufsehen, da es verschiedene Berichte über Unregelmäßigkeiten in den nationalen Gremien gab. Außerdem wurde OOXML im sogenannten Fast-Track-Verfahren behandelt. Die dabei zur Verfügung stehende Zeit wurde angesichts der über 6.000 Seiten langen Spezifikationen von vielen nicht als ausreichend angesehen.


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