Telekom-Unternehmen geben Schäuble einen Korb

Krisengipfel wegen Abhörskandal vor fast leeren Bänken

Die meisten Chefs der deutschen Telekommunikationsunternehmen kommen nicht zu dem Krisengipfel, den Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble wegen des Abhörskandals bei der Deutschen Telekom einberufen hat. Einzig Telekom-Chef René Obermann und Vertreter von Verbänden sind am kommenden Montag, dem 2. Juni 2008, in Berlin dabei. E-Plus, Vodafone und Arcor haben nicht vor, Vertreter nach Berlin zu schicken. Auch Telefónica und deren deutsche Tochter O2 werden nicht an dem Gespräch teilnehmen.

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Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet unter Berufung auf interne Schreiben, Vodafone-Chef Fritz Joussen habe erklärt, es gehe bei den Vorkommnissen bei der Telekom "offensichtlich um Gesetzesverstöße in einem Unternehmen [...] nicht aber um grundsätzliche Sicherheitsfragen oder ein mangelndes Bewusstsein der Branche." Angesichts laufender staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen und der Tatsache, dass der Bund Telekom-Großaktionär ist, würde Joussen "ein solches Spitzengespräch eher zu einem späteren Zeitpunkt begrüßen", heißt es in der brüskierenden Absage, die auch ein Schlaglicht auf die Machtverhältnisse zwischen Konzernen und Regierung wirft.

"Wir sehen nicht, dass es ein branchenübergreifendes Datenschutz-Thema gibt", sagte ein Sprecher des Mobilfunk-Providers Debitel dem Handelsblatt. Debitel will sich auf dem Treffen vom Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) vertreten lassen. O2 fühlt sich vom Branchenverband Bitkom bestens repräsentiert, der der Einladung Schäubles folgen wird.

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