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Steam speichert künftig Savegames online

Valve erweitert seinen Onlinedienst auch um automatische Treiberupdates. Das Entwicklerstudio Valve kündigt für seinen digitalen Distributionsdienst Steam neue Funktionen an. Schon bald sichern Mitglieder ihre Speicherstände, Screenshots und Videos ohne weitere Zusatzkosten online. Auch ein Tool zum automatischen Update von Hardwaretreibern kündigt Firmenchef Gabe Newell an – und verriet, warum Schwarzkopien kein Problem mehr für ihn sind.
/ Peter Steinlechner
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Valve treibt seinen Downloaddienst und Community Steam (engl. Dampf) unter Volldampf voran – unter der Bezeichnung "Steam Cloud" (engl. Dampfwolke) führt das US-Entwicklerstudio Valve Software demnächst eine Reihe von neuen Diensten ein. Mitglieder des Community- und Downloaddienstes Steam sichern dann in ihrer persönlichen Cloud Speicherstände und individuelle Tastaturbelegungen, sowie etwas später auch Screeenshots und Videos. Damit greifen beispielsweise Spieler mit Steam-Unterstützung von jedem Rechner aus auf das gleiche Savegame zu. Wer mag, spielt außerdem selbst nach mehreren Jahren und Rechnerwechseln ein Programm an genau der Stelle weiter, an der er einst aufgehört hatte. Bilder und Videos lassen sich für unterschiedliche Nutzer- und Freundeskreise freigeben. Die Daten sollen ohne zeitliche Begrenzung gespeichert werden, Kosten fallen dafür nicht an.

Technisch ist die Steam Cloud ein neues Modul für das Steamworks Software Development Kit (SDK). Damit passen Entwicklerteams oder Publisher ihre Windows-Spiele für den Vertrieb über Steam an und richten die gewünschten Funktionen ein. Die Daten – also etwa Konfigurationen – werden erst lokal beim User auf der Festplatte abgelegt, und dann bei der nächsten Gelegenheit auf die Valve-Server übertragen. Die ersten Titel mit Cloud-Unterstützung sollen Half-Life, Team Fortress 2 sowie das kommende Actionspiel Left 4 Dead sein.

Noch etwas später will Valve weitere Funktionen über Steam anbieten. So sollen Spieler sich mit dem Dienst automatisch die aktuellen Treiber für Grafikkarten und andere Hardware laden können. Auch eine optionale Überprüfung in Sachen Rechnerkompatibilität und -leistungsvermögen für neue Titel soll kommen, ebenso erweiterte Communityfunktionen. Besonders wichtig für deutsche Mitglieder: In Zukunft will Valve die Preise für europäische Kunden nicht mehr in Dollar, sondern in Euro angeben – ob sich an den hierzulande teils deutlich höheren Preisen gegenüber dem Dollar-Raum etwas ändert, hat Valve noch nicht verraten.

Bei einer Presseveranstaltung hat Valve-Chef Gabe Newell außerdem bekanntgegeben, dass sein Unternehmen demnächst mehr mit dem digitalen Vertrieb seiner Spiele verdienen wird als über den Einzelhandel. "Wir haben weniger als zehn Prozent Wachstumsrate in unserem Kerngeschäft mit verpackten Spielen" , sagte er laut der US-Website Gamesindustry.biz(öffnet im neuen Fenster) . "Aber wir sehen derzeit fast 200 Prozent Wachstums beim alternativen Weg, mit unseren Kunden in Kontakt zu treten."

Wegen Schwarzkopien macht Newell sich keine Sorgen mehr – kein Wunder, denn mit Steam und der damit einhergehenden automatischen Onlineregistrierung sind sie praktisch ausgeschlossen. Ganz besonders verweist er auf berühmt-berüchtigte Schwarzkopiensümpfe wie Russland. Laut Newell trägt dort nicht nur das System von Steam dazu bei, dass deutlich mehr Spiele verkauft würden. Auch die gleichzeitige weltweite Vermarktung über seinen Dienst helfe – während die Titel dort sonst oftmals erst mit mehrmonatiger Verspätung angeboten werden. Newell: (öffnet im neuen Fenster) "Russen haben Geld, Russen spielen gerne und Russen haben PCs. Sie lieben es, in Geschäfte zu gehen und sich nicht durch BitTorrent wühlen zu müssen." In erster Linie meint Newell damit wohl seinen eigenen Laden – Steam.


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