LinuxTag: Warum Firmen wichtig für Open Source sind

Microsofts Vorwürfe, Linux verletze Patente der Redmonder, ist nach Hohndels Ansicht außerdem eine große Motivation. Schließlich habe die Community Microsoft daraufhin aufgefordert, Beweise vorzulegen - die aber nicht kamen. Nicht alles sei aber Spaß. FUD ("Fear, Uncertainty and Doubt") sei tatsächlich gefährlich. Dies sehe man daran, wie "diese Unternehmen" Lobby-Arbeit betrieben und dann ihre Entwicklungen bei "sogenannten Standardisierungsorganisationen" durchdrückten, verwies Hohndel ganz offensichtlich auf Microsofts Dateiformat OOXML, ohne den Namen auszusprechen.

In der Regel, so Hohndels Fazit, könnten Unternehmen Open Source also in vieler Hinsicht helfen. Die freie Datenbank MySQL sei zum Beispiel zu mehr als 99 Prozent von bezahlten Entwicklern geschrieben. Ohne Firmen könnte freie Software nur schwer existieren. Richtig sei aber auch, dass nicht jedes Unternehmen mit guten Absichten auf die Community zugehe.

Nach Hohndels Ansicht sollten Open-Source-Programmierer ihr Projekt mehr aus Business-Sicht betrachten und überlegen, welchem Unternehmen sie nutzen könnten. Es gebe viele Projekte, die nur zum Spaß existierten, aber keinen Erfolg hätten. Diese seien eine "technische Form der Masturbation", provozierte Hohndel. Er habe beispielsweise ein Linux-Handy von Motorola, dessen Betriebssystem recht eingeschränkt sei, da Motorola offensichtlich nicht alle Prinzipien freier Software verinnerlicht habe. Das OpenEZX-Projekt, das ein komplett freies System für diese Telefone schaffen will, sei jedoch sinnlos. OpenEZX arbeitet seit 2005 und könne nun zwar einen aktuellen Linux-Kernel auf dem Gerät starten - jedoch die Telefonfunktionen noch immer nicht nutzen.

Projekte bräuchten konkrete Ziele, an denen sie arbeiteten. Denn erfolgreiche Projekte mit Zielen zögen auch mehr Entwickler an, und könnten so die Ziele besser verwirklichen. Projekte ohne Erfolg bezeichnete Hohndel hingegen als "Energieverschwendung".

Allerdings müsse man nicht immer die endgültigen, großen Ziele erreichen. Oft reiche es, sich Gedanken zu machen, wie eine bestimmte Version der eigenen Software einem Unternehmen nützen könne und wie eine Firma dazu gebracht werden könnte, das Projekt zu unterstützen. Oft reiche es schon, die Wirtschaftsnachrichten zu lesen, denn viele Unternehmen schrieben Geld aus - wie Intel bei den MIDs, aber auch Google mit seinem Summer of Code.

Hohndel bezog sich zum Schluss auf das traditionelle Motto des LinuxTags "where .com meets .org" und folgerte: Firmen spielen nicht nur eine wichtige Rolle in der Open-Source-Community, sondern sie sind auch wichtig für deren Erfolg. Die Zusammenarbeit zwischen beiden Parteien könne allerdings noch verbessert werden.

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gaehn 31. Mai 2008

Ich würde eher nen Filter einbauen und der auf die typischen Troll-Postings geht. Ein...

Helge 30. Mai 2008

Wenn mal etwas provokante Formulierungen auftauchen ist immer das Erste, was sich regt...

Bart 30. Mai 2008

Ähm da hat Golem nur Hohndel zitiert. Ich als Linux-user finde diese Aussage von Hohndel...



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