Telekom-Skandal: Büro von René Obermann durchsucht
Alle Büros sind zugänglich gemacht worden. Im Auftrag des Unternehmens sollen Journalisten und Aufsichtsräte ausgespäht worden sein. Nach Informationen der Zeitung(öffnet im neuen Fenster) wird auch gegen den Geschäftsführer des Berliner Recherchedienstes Network Deutschland, Ralph Kühn, ermittelt, der für die Telekom die illegal beschafften Verbindungsdaten ausgewertet haben soll.
Zugleich hat die Bonner Staatsanwaltschaft Verfahren gegen acht Beschuldigte eingeleitet, darunter auch gegen den früheren Vorstandschef Kai-Uwe Ricke und den Ex-Aufsichtsratsboss Klaus Zumwinkel. Der Vorwurf lautet auf Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses sowie des Datenschutzgesetzes, so die Süddeutsche Zeitung(öffnet im neuen Fenster) . Gegen Zumwinkel wird bereits seit Februar 2008 von der Bochumer Staatsanwaltschaft wegen Verdacht auf Steuerhinterziehung ermittelt.
Ricke sagte dem Blatt, er habe von den illegalen Aktionen nichts gewusst. "Ich habe zu keinem Zeitpunkt einen Abgleich von Telefondaten in Auftrag gegeben." Ihm seien auch zu keinem Zeitpunkt Ergebnisse einer solchen Aktion mitgeteilt worden.
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat die Einleitung des Ermittlungsverfahrens begrüßt. "Es ist gut und richtig, dass die Staatsanwälte den Vorwürfen auf den Grund gehen, die Telekom habe die Verbindungsdaten von Journalisten ausspioniert" , erklärte der DJV-Vorsitzende Michael Konken. Es komme darauf an, dass die Vorgänge in vollem Umfang aufgeklärt würden.