Virtuelle Welten sind anders
"Viel gelassener" müsse man virtuelle Welten und Computerspiele betrachten, mahnte Richard Bartle an. Für die Diskrepanz zwischen den Positionen der Nutzer virtueller Welten und den regulatorischen Vorstößen der Gesetzgeber machte Bartle den mangelnden politischen Einfluss der Nutzer verantwortlich. Der Politik hielt Bartle Ahnungslosigkeit vor. Um die virtuellen Welten und Onlinespiele einschätzen zu können, müsse man viel Zeit damit verbringen. Nur so könne es gelingen, ihre Regeln zu verstehen. Politiker diskutierten stattdessen ohne Verständnis für die Materie und versuchten, zu regulieren. Dabei führten sie einen "verlorenen Kampf" gegen die Computerspiele. Diese seien bereits so fest in der Jugendkultur verankert, dass binnen weniger Jahre alle dann führenden Köpfe der Gesellschaft mit ihnen groß geworden sein würden. Das Unverständnis der heute herrschenden Politiker würde mit ihnen aussterben, meinte Bartle nicht ohne britischen Humor.
Als Kriterium für Regulierungsbedarf schlug Bartle vor, die Auswirkungen der virtuellen Welten und Onlinespiele auf die Gesellschaft heranzuziehen. Wo sich ein "Effekt auf die gesamte Gesellschaft" feststellen ließe, könnte Regulationsbedarf bestehen. Wo hingegen Auswirkungen lediglich auf die Nutzer beschränkt seien, bestünde praktisch kein Regulierungsbedarf. Wenn den Nutzern die Regeln nicht passten, stünde es ihnen frei, sich aus der virtuellen Welt oder dem Onlinespiel zu verabschieden. Während er Computerspiele als allgemein gefahrlos einschätzte, gab Bartle aber auch zu, dass Kinder und Jugendliche vor gewissen Gefahren zu schützen seien.
Praktiker Andreas Lober, der unter anderem Spieleentwickler juristisch berät, machte sich für eine differenzierte Betrachtung virtueller Welten stark. Solche für Kinder seien klar von denen zu trennen, die sich an Erwachsene richten, nicht zuletzt, weil sie wirtschaftlich schon heute sehr erfolgreich seien. Die immense wirtschaftliche Bedeutung der Spieleindustrie werde von der Politik noch nicht erkannt. Lober verwies darauf, dass die Spielebranche in Deutschland mehr Umsatz macht als die Tonträgerindustrie und im Gegensatz zu dieser von Jahr zu Jahr erkleckliche Umsatzzuwächse verzeichnet. Deutlich sprach sich Lober gegen spezielle Gesetze für virtuelle Welten und Computerspiele aus. Weniger spezielle Gesetze seien deutlich "haltbarer" und Sonderregelungen oft schon von der technischen Entwicklung überholt, bevor sie überhaupt Gültigkeit erlangten.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
- ohne Werbung
- mit ausgeschaltetem Javascript
- mit RSS-Volltext-Feed
| Virtuelle Welten sind anders | Virtuelle Welten sind anders |






SO ein Megamässiges Gelalle hält man ja nicht aus. Die paar Deppen und Vollpfosten die...
So siehts aus, vor allem wird oft kritisiert was man nicht versteht und daraus kann nie...
Das kann ich schon glauben. Microsoft ist eine reine 'me too' Firma. Wenn die nicht...
dann les besser nochmal: Von Monika Griefahn gefragt, was der deutsche Gesetzgeber machen...