Virtuelle Welten sind anders
Dorothee Belz von Microsoft stimmte Mayer-Schönberger zu und unterstrich dessen Kritik mit einem Verweis auf die komplexe Rechtslage in Deutschland. Da Microsoft sich außerstande sieht, die vom Gesetz geforderte Überwachungsschnittstelle zu realisieren, verzichte das Unternehmen hierzulande auf die Integration von Voice-over-IP in den Messenger. In allen anderen Ländern werde der Messenger hingegen künftig mit der Möglichkeit zur Internettelefonie ausgerüstet.
Die Bedeutung virtueller Welten beurteilte Belz zurückhaltend. Diese hätten eine zu geringe Umsatzentwicklung, um ein stärkeres Engagement des Unternehmens zu rechtfertigen. Der Onlinewerbemarkt sei wesentlich attraktiver. An den Gesetzgeber gewandt warnte Belz vor juristischer Überregulierung von virtuellen Welten und Computerspielen. Wo bestimmte Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche durchaus zu rechtfertigen seien, sei eine Bevormundung von Erwachsenen überflüssig und innovationsfeindlich. Die vorhandenen Bestimmungen zum Jugendschutz reichen nach Belz' Einschätzung völlig aus. Eltern und Kinder müssten allerdings besser über Gefahren und technische Möglichkeiten im Umgang damit aufgeklärt werden. Es gälte, die Medienkompetenz zu stärken.
Dieser Forderung schloss sich Monika Griefahn an. Auch sie machte keinen großen Regulierungsbedarf aus, sondern ein Aufklärungs- und Vollzugsdefizit für bestehende Regularien. Klar sei aber, dass bestehende Regeln auch in virtuellen Welten durchgesetzt werden müssten. Virtueller Sex mit virtuellen Minderjährigen sei kein Spiel, so Griefahn, sondern nach geltendem Recht Kinderpornografie und als solche zu Recht eine Straftat.
In der Diskussion um das Für und Wider von Computerspielen sprach sich Griefahn dafür aus, Computerspiele als Teil der Kultur anzuerkennen, statt überwiegend über Killerspiele zu streiten. Wichtig sei, Computerspiele deutlicher als bisher zu kennzeichnen und dem Problem der Onlinesucht mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Diese solle von der WHO als Krankheit anerkannt werden, um die man sich durch entsprechende Beratungsangebote kümmern müsse. Griefahn stellte die Zahl von 1,6 bis 1,9 Millionen Onlinesüchtigen in den Raum.
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SO ein Megamässiges Gelalle hält man ja nicht aus. Die paar Deppen und Vollpfosten die...
So siehts aus, vor allem wird oft kritisiert was man nicht versteht und daraus kann nie...
Das kann ich schon glauben. Microsoft ist eine reine 'me too' Firma. Wenn die nicht...
dann les besser nochmal: Von Monika Griefahn gefragt, was der deutsche Gesetzgeber machen...